Marokko legalisiert Kryptowährung nach sechsjährigem Verbot: Was hat sich geändert?
- 134 Länder prüfen derzeit CBDCs, 66 davon befinden sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium.
- Marokko berief sich bei seinem Verbot von 2017 auf Risiken wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
- Ein regulierter Rahmen könnte Marokko zu einem nordafrikanischen Vorreiter im Bereich des digitalen Finanzwesens machen.
Marokko steht kurz davor, sein 2017 erlassenes Verbot von Kryptowährungen aufzuheben und ein Gesetz einzuführen, das einen regulierten Rahmen für Kryptotransaktionen schaffen soll.
Dies stellt einen bedeutenden Politikwechsel dar, da das Land dem wachsenden globalen Trend digitaler Vermögenswerte Rechnung tragen und gleichzeitig Bedenken hinsichtlich ihres Missbrauchs ausräumen möchte.
Die Bank Al Maghrib (BAM), Marokkos Zentralbank, führt diese Bemühungen an; ein entsprechender Gesetzesentwurf befindet sich derzeit im Verabschiedungsprozess.
Darüber hinaus prüft BAM auch die Machbarkeit der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC), um die finanzielle Inklusion zu verbessern und sich an den weltweiten Fortschritt in der Finanztechnologie anzupassen.
Zentralbank konzentriert sich auf Regulierung, nicht auf Verbote
Der Gesetzesentwurf der Bank Al Maghrib zielt darauf ab, die Nutzung von Kryptowährungen zu regulieren und nicht einzuschränken.
Abdellatif Jouahri, der Gouverneur der Zentralbank, hat bestätigt, dass der Gesetzesentwurf darauf abzielt, Klarheit und Kontrolle über digitale Vermögenswerte im Land zu schaffen.
Der Schwerpunkt liegt darauf, die mit illegalen Aktivitäten wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verbundenen Risiken zu mindern und gleichzeitig eine sichere Umgebung für die Verwendung von Kryptowährungen zu schaffen.
Der Ansatz von BAM spiegelt einen wachsenden globalen Konsens über die Notwendigkeit einer Regulierung im Kryptosektor wider.
Durch die Einführung formeller Richtlinien möchte Marokko Kryptoaktivitäten legitimieren und technologische Innovationen innerhalb seines Finanzökosystems unterstützen.
Erkundung einer digitalen Währung der marokkanischen Zentralbank
Parallel zur Regulierung von Kryptowährungen untersucht BAM aktiv die potenziellen Vorteile einer digitalen Zentralbankwährung.
Gouverneur Jouahri betonte, dass CBDCs eine entscheidende Rolle bei der Verfolgung politischer Ziele spielen könnten, insbesondere bei der Förderung der finanziellen Inklusion.
Im Gegensatz zu dezentralen Krypto-Assets würde eine CBDC der direkten Aufsicht der Zentralbank unterliegen, was für mehr Kontrolle und Stabilität sorgen würde.
Weltweit steigt das Interesse an CBDCs stark an.
Dem Atlantic Council zufolge prüfen derzeit 134 Länder den Einsatz von CBDCs. Im Mai 2020 waren es nur 35 Länder, was einen dramatischen Anstieg darstellt.
66 dieser Länder haben bereits fortgeschrittene Erkundungsstadien erreicht, darunter Entwicklung, Pilotversuche oder groß angelegte Markteinführungen.
19 der G20-Volkswirtschaften haben ein fortgeschrittenes Erkundungsstadium erreicht, was die globale Dynamik hinter digitalen Währungen verdeutlicht.
Marokkos Wandel von Skepsis zu Akzeptanz
Marokkos Weg mit Kryptowährungen war von vorsichtiger Skepsis geprägt.
Das Land hatte den Handel mit Kryptowährungen bereits im November 2017 verboten und verwies dabei auf die Risiken, die mit unregulierten digitalen Vermögenswerten verbunden seien.
Die Bedenken reichten von ihrem möglichen Missbrauch für Geldwäschezwecke bis zu ihrer Rolle bei der Finanzierung illegaler Aktivitäten.
Das Office des Changes, die marokkanische Devisenaufsichtsbehörde, erklärte sämtliche Krypto-Transaktionen für illegal und verhängte Strafen gemäß den bestehenden Gesetzen.
Die Regulierungshaltung im Jahr 2017 spiegelte die weltweite Besorgnis über die Volatilität und Risiken von Kryptowährungen wider.
Der Untergrundmarkt für Kryptowährungen in Marokko floriert weiterhin und die Bürger greifen trotz des Verbots über informelle Kanäle auf digitale Vermögenswerte zu.
Globale Trends beeinflussen Marokkos Politikwechsel
Der internationale Vorstoß zur Einführung und Regulierung von Kryptowährungen hat wahrscheinlich den Haltungswandel Marokkos beeinflusst.
Während große Volkswirtschaften CBDCs und regulatorische Rahmenbedingungen prüfen, erkennen kleinere Länder wie Marokko die potenziellen Vorteile der Integration digitaler Vermögenswerte in ihre Finanzsysteme.
Regulierte Kryptoaktivitäten könnten Investitionen anziehen, Innovationen anregen und die finanzielle Inklusion insbesondere unterversorgter Bevölkerungsgruppen verbessern.
Länder in ganz Afrika, darunter Nigeria und Südafrika, machen Fortschritte bei der Einführung digitaler Währungen.
Marokkos Bemühungen, Kryptowährungen zu regulieren, könnten das Land zu einem Vorreiter in Nordafrika machen, da es seinen Finanzsektor an globale Trends anpasst und gleichzeitig Sicherheitsbedenken Rechnung trägt.
Was liegt vor dem marokkanischen Kryptomarkt?
Die Einführung eines regulierten Rahmens und eines potenziellen CBDC signalisiert die Absicht Marokkos, Innovation und Aufsicht in Einklang zu bringen.
Bei erfolgreicher Umsetzung könnten diese Maßnahmen dem Finanzsektor des Landes neue Möglichkeiten eröffnen und es ihm ermöglichen, vom wachsenden globalen Interesse an digitalen Währungen zu profitieren.
Für die marokkanische Bevölkerung könnte dies einen sichereren Zugang zu digitalen Vermögenswerten und eine stärkere Teilhabe an der sich entwickelnden digitalen Wirtschaft bedeuten.
Während Marokko von einem generellen Verbot zu einer Regulierung übergeht, hängt der Erfolg seiner Initiativen von robusten Durchsetzungsmechanismen, Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Zusammenarbeit mit internationalen Regulierungsbehörden ab.
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