Kryptowährungsbezogene Kriminalität in Schottland seit 2019 um 2000 % gestiegen; noch keine spezialisierte Polizeieinheit vorhanden.

Kryptowährungsbezogene Kriminalität in Schottland seit 2019 um 2000 % gestiegen; noch keine spezialisierte Polizeieinheit vorhanden.
Diya Poddar
04. Apr. 2025, 10:36 AM
  • Organisierte Kriminalitätsgruppen nutzen zunehmend digitale Vermögenswerte.
  • 23,5 Bitcoin wurden in einem wichtigen schottischen Gerichtsverfahren in 109.601 £ umgerechnet.
  • Das Cyber- und Betrugsdezernat schlug eine Angleichung an die britischen Krypto-Bemühungen vor.

Laut dem neuesten Jahresbericht 2025 von Police Scotland hat Schottland seit 2019 einen atemberaubenden Anstieg der mit Kryptowährungen in Verbindung stehenden Straftaten um 2000 Prozent verzeichnet.

Das Ausmaß dieses Anstiegs spiegelt die wachsende Rolle wider, die digitale Vermögenswerte mittlerweile in der organisierten Kriminalität und im Betrug spielen.

Obwohl Instrumente zur Rückverfolgung illegaler Kryptowährungsströme eingeführt wurden, hinkt Schottland im Vergleich zu anderen britischen Rechtsordnungen bei der spezialisierten Reaktion hinterher, da noch keine eigene Einheit für Kryptowährungskriminalität eingerichtet wurde.

Die Behörden sagen, organisierte Kriminalitätsgruppen passten sich schnell an und nutzten Kryptowährungen, um Transaktionen zu verschleiern und Erlöse aus illegalen Aktivitäten zu waschen.

Kryptokriminalität um 2000 % gestiegen

Der Anstieg der mit Kryptowährungen verbundenen Kriminalität um 2.000 Prozent ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr schwerwiegende und organisierte kriminelle Gruppen digitale Vermögenswerte nutzen.

Der Bericht von Police Scotland besagt, dass diese Gruppen „sich schnell anpassen und neue Methoden nutzen, um ihre Aktivitäten zu verschleiern“, wobei Kryptowährungen mittlerweile ein gängiges Mittel zur Ermöglichung von Betrug und Geldwäsche sind.

Der Bericht beziffert nicht, wie viele Fälle den Anstieg von 2000 % ausmachen, aber die Veränderung war dramatisch genug, um die Polizei auf das Problem aufmerksam zu machen.

Die schottische Polizei hat jedoch noch keine spezialisierte Einheit für Kryptowährungskriminalität eingerichtet, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Der Bericht bestätigt, dass „die Entwicklung von Fähigkeiten außerhalb der Cyberkriminalität voranschreitet“, aber derzeit kein dediziertes Team vorhanden ist.

Neue Tracking-Tools hinzugefügt.

Trotz des Fehlens eines auf Kryptowährungen spezialisierten Teams hat die schottische Polizei kürzlich zwei neue Tools zur Verfolgung und Rückverfolgung digitaler Vermögenswerte eingeführt.

Diese Tools sollen ihre Ermittlungsfähigkeiten „weitgehend an die britischen und führenden internationalen Strafverfolgungsbehörden“ angleichen.

Die Beamten sind jedoch weiterhin stark auf Cybercrime-Einheiten und umfassendere Expertise im Bereich der digitalen Forensik angewiesen.

Police Scotland ist Mitglied der nationalen Arbeitsgruppe für Kryptowährungen, die sich auf die Entwicklung eines „Ausbildungswegs einschließlich der Aussage von Sachverständigen“ und die Verbesserung des institutionellen Wissens über kryptobezogene Ermittlungen konzentriert.

Der Bericht betont, dass zwar technische Hilfsmittel vorhanden sind, robustere Strukturen und die teamübergreifende Koordination jedoch noch in der Entwicklung begriffen sind.

Gericht wandelt Bitcoin in Bargeld um.

Im Jahr 2024 schuf der High Court in Edinburgh einen wichtigen Präzedenzfall für die rechtliche Behandlung von Kryptowährungs-Vermögenswerten im Rahmen der Gesetzgebung zur Bekämpfung von Geldwäsche.

In einem Fall im Zusammenhang mit gewalttätiger Kriminalität in Lanarkshire gelang es der Staatsanwaltschaft, 23,5 Bitcoin in 109.601 £ umzuwandeln.

Die digitale Währung war mit John Ross Rennie verbunden, der in Gerichtsakten als das „technische Gehirn“ hinter einem gewalttätigen Raubüberfall beschrieben wird.

Die Genehmigung des Gerichts, die beschlagnahmten Bitcoins in Bargeld umzuwandeln, markierte einen entscheidenden Schritt bei der Formalisierung der Rückgewinnung und Wiederverwendung digitaler Vermögenswerte im Rahmen der schottischen Strafverfolgung.

Der Fall ist einer der ersten in Schottland, bei dem gestohlene Kryptowährung über das Rechtssystem in nutzbare Fiatwährung umgewandelt wurde. Er verdeutlicht einen neuen rechtlichen Weg für zukünftige Vermögensbeschlagnahmungen im Zusammenhang mit digitalen Token.

Vorgeschlagene Einheit für Cyberkriminalität

Police Scotland plant eine neue Einheit für Cyberkriminalität und Betrug, um ihren Ansatz im Umgang mit Kryptokriminalität zu modernisieren.

Ziel ist es, Rollen und Verantwortlichkeiten intern neu zu strukturieren, damit die Beamten Kryptowährungsdelikte mit einem spezialisierteren und effizienteren System bearbeiten können.

Dies würde Schottland mit Jurisdiktionen wie England und Wales gleichstellen, die bereits über spezialisierte Krypto-Teams innerhalb der Strafverfolgungsbehörden verfügen.

Der vorgeschlagene Befehl könnte auch die strategische Koordinierung zwischen den Abteilungen für Wirtschaftskriminalität verbessern und die im Bericht hervorgehobenen Schulungslücken schließen.

Die Behörden gehen davon aus, dass der zukünftige Erfolg der Polizei mit zunehmender Akzeptanz von Kryptowährungen sowohl im legalen als auch im kriminellen Bereich von der Integration kryptospezifischer Expertise auf allen Ermittlungsebenen abhängen wird.