Rote Alarmstufe: Donald Trumps Handelskrieg lässt die Aktienkurse weltweit einbrechen.

Rote Alarmstufe: Donald Trumps Handelskrieg lässt die Aktienkurse weltweit einbrechen.
Deepali Singh
04. Apr. 2025, 04:56 AM
  • Trumps Zölle lösten einen massiven Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten aus.
  • Der S&P 500 und der Dow verzeichneten ihre größten Verluste seit Juni 2020.
  • Die „Magnificent Seven“ verloren über 1 Billion Dollar an Marktkapitalisierung.

Die lang erwartete Vorstellung der Handelspläne von US-Präsident Donald Trump, die als „Befreiungstag“ bezeichnet wurden, hat die globalen Märkte in Aufruhr versetzt, doch was genau befreit wird, ist Gegenstand intensiver Debatten. Ist es die US-Wirtschaft von der globalen Konkurrenz?

Der US-Dollar von seiner Position als Weltreservewährung? Oder vielleicht herzliche Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern?

Während die vollen Auswirkungen noch abzuwarten sind – die 25%igen Autozölle treten erst in Kraft und die universellen 10%igen Zölle sollen am 5. April in Kraft treten, gefolgt von „reziproken“ Zöllen am 9. April – war die erste Marktreaktion durchweg negativ.

Trotz Trumps optimistischer Ankündigungen, dass „die Märkte boomen werden. Die Aktien werden boomen. Das Land wird boomen“, war die unmittelbare Folge für Anleger alles andere als ein Grund zum Feiern, da sie sich auf der falschen Seite eines massiven Ausverkaufs wiederfanden.

Panik an der Wall Street: Flucht in die Sicherheit

Nach dem Handelstag am Donnerstag flüchteten die Anleger, weit entfernt von einem Gefühl der Befreiung, in die relative Sicherheit von Anleihen und suchten Schutz vor dem Sturm, den Trumps Politik ausgelöst hatte.

Die Märkte reagierten brutal.

Die glorreichen Sieben erleiden einen Billionen-Dollar-Verlust.

Die als „Magnificent Seven“ bekannten Tech-Giganten trugen die Hauptlast des Ausverkaufs und verloren laut einer CNBC-Analyse zusammen etwa 1,03 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung.

Apple-Aktien wurden besonders hart getroffen und fielen um über 9 % – der stärkste Rückgang seit fünf Jahren.

Die Tatsache, dass Apples Lieferantenliste größtenteils aus Ländern besteht, die unverhältnismäßig stark von Trumps Zöllen betroffen sind, bietet eine überzeugende mögliche Erklärung.

Stagflation droht? Experten warnen vor wirtschaftlichen Gefahren.

Die Turbulenzen am Markt haben die Angst vor Stagflation geschürt, einer toxischen Kombination aus verlangsamtem Wirtschaftswachstum und steigenden Preisen.

Lindsay Rosner, Leiterin des Bereichs Multi-Asset Fixed Income bei Goldman Sachs, warnte gegenüber CNBC, dass Trumps Zollplan das Wachstum verlangsamen und die Preise in die Höhe treiben könnte. Ökonomen von JPMorgan gehen noch weiter und prognostizieren, dass Trumps Handelspolitik „die US-amerikanische und die globale Wirtschaft wahrscheinlich noch in diesem Jahr in eine Rezession stürzen würde“.

Dies würde die Federal Reserve in eine schwierige Lage bringen und sie zwingen, zwischen Inflationsbekämpfung, Wachstumsförderung oder dem Abwarten und Zulassen des Geschehens ohne Intervention zu wählen.

Globale Auswirkungen: Europäische Märkte unter Druck

Die Auswirkungen von Trumps Zöllen reichten über die US-Grenzen hinaus; auch europäische Aktien erlitten erhebliche Verluste.

Der paneuropäische Stoxx 600 stürzte um 2,57 % ab, wobei große Einzelhandelsmarken zu den schlechtesten Performern gehörten.

Der Schifffahrtsriese Maersk, oft als Indikator für den Welthandel angesehen, stürzte um 9,5 % ab. Als Reaktion darauf schlug der amtierende deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck vor, Trump würde „unter Druck nachgeben“ und seine Zollpolitik ändern, wenn Europa eine geeinte Front präsentierte.

Während Anleger mit den Folgen der Zollerhöhungsnachrichten zu kämpfen haben, rückt der bevorstehende Arbeitsmarktbericht in den Vordergrund. Wie ein Marktstratege warnte, könnte ein schwacher Arbeitsmarktbericht „ein Sargnagel für die US-Wirtschaft“ sein.

Während die Europäische Union mit 20 % Zöllen belegt wurde, traf es das Vereinigte Königreich mit niedrigeren 10 %, was auf seine ausgewogenere Handelsbeziehung mit den USA zurückzuführen ist.

Die meisten Analysten sind sich einig, dass es aus wirtschaftlicher Sicht kaum – wenn überhaupt – Gewinner der erwarteten Wachstumsverlangsamung und der Zerrüttung der Handelsbeziehungen geben wird.