Chinesische Unternehmen suchen inmitten von Zollspannungen nach Südostasien für Börsengänge

Chinesische Unternehmen suchen inmitten von Zollspannungen nach Südostasien für Börsengänge
Vatsala Gaur
25. Apr. 2025, 14:52 PM
  • Südostasiatische Börsennotierungen gewinnen 2025 bei chinesischen Unternehmen an Dynamik
  • CGS International arbeitet an 8–10 regionalen Transaktionen, hauptsächlich für in China ansässige Unternehmen
  • US-Zölle und Kapitalverkehrskontrollen führen zu einer Änderung der Fundraising-Strategie

Chinesische Unternehmen betrachten Südostasien zunehmend als Ziel für Kapitalbeschaffung und Börsennotierungen, da die Spannungen im Zollbereich mit den Vereinigten Staaten und die Beschränkungen des Kapitalverkehrs im Inland eine Strategieänderung erforderlich machen.

Der Trend gewinnt 2025 an Fahrt, wobei immer mehr Unternehmen duale Börsennotierungen oder anlagenbasierte Angebote in regionalen Märkten wie Singapur, Thailand und Indonesien prüfen.

„Das Interesse an Doppelnotierungen in Südostasien ist durchaus real“, sagte Jason Saw, Leiter des Investmentbankings bei CGS International, einer in Singapur ansässigen Einheit von China Galaxy Securities, in einem Bericht des WSJ.

Er fügte hinzu, dass die Dynamik in diesem Jahr zugenommen habe, insbesondere nach Präsident Trumps Ankündigungen von „Befreiungstarifen“ im April.

Traditionell haben sich chinesische Unternehmen für Zweitnotierungen in den USA oder Hongkong entschieden.

Hongkong bleibt zwar weiterhin eine bevorzugte Option, doch die anhaltenden Spannungen zwischen Peking und Washington veranlassen viele Unternehmen, südostasiatische Finanzzentren in Betracht zu ziehen, die regulatorische Flexibilität, geografische Nähe und wachsende Investorenbasen bieten.

Eine Reihe von Börsengängen und Zweitnotierungen in Vorbereitung: CGS

CGS International berät derzeit bei acht bis zehn bedeutenden Transaktionen in Südostasien, darunter Börsengänge, Zweitnotierungen und Aktienplatzierungen.

Die meisten beteiligten Unternehmen haben ihren Sitz in Festlandchina oder Hongkong.

Das Unternehmen spielte im vergangenen Jahr eine Schlüsselrolle beim Börsengang von Helens International, einem in China börsennotierten Betreiber einer Pub-Kette, an der Singapore Exchange.

Laut dem Bericht sind für 2025 zwei bis drei ähnliche Angebote in Südostasien geplant, sagte Saw.

Der Schritt wird zum Teil durch die von den chinesischen Behörden verhängten Kapitalverkehrskontrollen vorangetrieben, die es Unternehmen erschweren, Gelder ins Ausland zu transferieren.

Doppelnotierungen und vermögensbasierte Angebote bieten einen Mechanismus zur Kapitalbeschaffung im Ausland unter Einhaltung der nationalen Vorschriften.

In Thailand bereitet ein chinesisches Unternehmen für Lebensmittelchemikalien mit Unterstützung von CGS International die Notierung seiner lokalen Vermögenswerte an der thailändischen Börse vor.

Indonesien zieht chinesische Unternehmer an

In Indonesien haben chinesische Unternehmer, unterstützt von privaten Eigenkapitalfonds aus dem Festland, unterdessen lokale Unternehmen gegründet und prüfen die Möglichkeit einer Börsennotierung an der indonesischen Börse.

Trotz eines herausfordernden Jahres 2024 – in dem die IPO-Aktivitäten in der ASEAN-Region laut EY um 21 % im Volumen und 38 % im Wert zurückgingen – besteht Optimismus für eine Erholung im Jahr 2025.

Analysten nennen die nachlassende Inflation, erwartete Zinssenkungen und die verbesserte politische Stabilität als Faktoren, die eine Erholung der Kapitalmärkte unterstützen.

Demografie und Diplomatie erhöhen die Attraktivität Südostasiens

Die Attraktivität Südostasiens rührt auch von seiner wachsenden Bevölkerung und der steigenden Kaufkraft der Verbraucher her, was es zu einem attraktiven Ziel für chinesische Unternehmen in wettbewerbsintensiven Sektoren wie Einzelhandel, Technologie und Gastronomie macht.

Zusätzlichen Schwung verleihen die wärmeren diplomatischen Beziehungen zwischen China und den südostasiatischen Nationen.

Im April besuchte der chinesische Präsident Xi Jinping die Region und unterzeichnete mehrere Abkommen über Handels- und Wirtschaftskooperationen, die darauf abzielen, grenzüberschreitende Investitionen zu stärken.

Während einige Börsenpläne aufgrund anhaltender geopolitischer Risiken Verzögerungen erfahren könnten, wird der allgemeine Trend chinesischer Unternehmen, im Süden nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen, voraussichtlich anhalten.

„Es ist normal, dass die Unternehmen eine Pause einlegen“, sagte Saw. „Aber wir glauben, dass Südostasien eine wichtige Diversifizierungsroute bleiben wird, da die Unternehmen geopolitischen Gegenwind bewältigen.“