Wie America Inc. nach der Ermordung von Brian Thompson, CEO von UnitedHealth, die Sicherheitsausgaben erhöht

Wie America Inc. nach der Ermordung von Brian Thompson, CEO von UnitedHealth, die Sicherheitsausgaben erhöht
Vatsala Gaur
28. Apr. 2025, 14:18 PM
  • Nach der Ermordung von CEO Brian Thompson steigen die Sicherheitsausgaben der S&P 500-Unternehmen stark an
  • UnitedHealth, GM, Walmart und Broadcom gehören zu den Unternehmen, die ihren Schutz verstärken
  • Eine breitere Abdeckung umfasst nun auch Vorstandsmitglieder und öffentliche Events

US-Unternehmen erhöhen ihre Sicherheitsausgaben für Führungskräfte drastisch, ein Trend, der sich nach der Ermordung von Brian Thompson, Geschäftsführer von UnitedHealth, Ende letzten Jahres bis 2025 noch verstärken dürfte.

Aus den Unterlagen des Unternehmens geht hervor, dass die gezielte Tötung Thompsons im Dezember vor einem Hotel in Midtown Manhattan, in dem eine Investorenveranstaltung von UnitedHealth stattfand, die Sicherheitsbedenken in allen amerikanischen Unternehmen verstärkt hat.

Eine Analyse von Stimmrechtsmitteilungen durch Reuters ergab, dass mindestens ein Dutzend S&P-500-Unternehmen im Jahr 2024 auf erhöhte Sicherheitsrisiken hinwiesen.

Große Unternehmen wie Walmart, General Motors, American Express und Broadcom haben ihre Sicherheitsausgaben im Vergleich zu den Vorjahren entweder erhöht oder ausgeweitet.

„Die Zahl der Kunden, die Bewertungen und Personenschutz benötigen, hat sich im Vergleich zu der Zeit vor dem 4. Dezember um das 10- bis 15-fache erhöht“, sagte Glen Kucera, Präsident des Sicherheitsdienstleisters Allied Universal, der über 80 % der Fortune-500-Unternehmen betreut.

UnitedHealth gab bekannt, im Jahr 2024 1,7 Millionen $ für die Sicherheit seiner Top-Führungskräfte ausgegeben zu haben – die erste derartige Offenlegung des Unternehmens.

Experten erwarten weitere Kostensteigerungen im Jahr 2025

Laut Daten von Equilar deuten Stimmrechtsmitteilungen darauf hin, dass 31,3 % der S&P-500-Unternehmen in diesem Jahr mindestens einem Führungskraft einen sicherheitsrelevanten Vorteil gewährt haben.

Das entspricht 23,1 % vor zwei Jahren. Die durchschnittlichen Sicherheitskosten pro Führungskraft stiegen auf 94.276 $, gegenüber 69.180 $ im Jahr 2023 und nur 40.917 $ im Jahr 2022, berichtete Reuters.

Vergütungsexperten erwarten einen weiteren Anstieg der Zahlen, wenn die Stimmrechtsmitteilungen für 2025 die Ausgaben nach dem Vorfall widerspiegeln.

„Wir gehen davon aus, dass die sicherheitsrelevanten Kosten und Vergünstigungen wahrscheinlich sowohl hinsichtlich des in den Stimmrechtsvollmachten ausgewiesenen zugerechneten Einkommens als auch hinsichtlich der Häufigkeit zunehmen werden“, sagte David Kokell, Leiter der US-Vergütungsforschung bei Institutional Shareholder Services.

UnitedHealths Konkurrent Elevance Health nannte ebenfalls ein „erhöhtes Sicherheitsrisiko“ als Begründung für die Erhöhung seiner Sicherheitsleistungen.

Unternehmen wie Johnson & Johnson, Eli Lilly und Walgreens meldeten ebenfalls höhere Sicherheitsausgaben.

Unternehmen erweitern den Versicherungsschutz für Top-Führungskräfte, nicht-traditionelle Sektoren folgen dem Beispiel

Führungskräfte, die ohnehin schon im Fokus der Kritik an ihren Unternehmen stehen, erhalten nun verstärkten Personenschutz.

General Motors gab bekannt, dass nach einer erneuten Sicherheitsüberprüfung der Schutz für CEO Mary Barra und Präsident Mark Reuss verstärkt werde.

Der Chiphersteller Broadcom gab an, im vergangenen Jahr 1,37 Millionen $ für die Sicherheit seines CEO Hock Tan ausgegeben zu haben, obwohl er keine Zahlen für frühere Zeiträume nannte.

Die sicherheitsrelevanten Kosten für Führungskräfte bei American Express haben sich seit 2023 mehr als verdoppelt, und weitere Steigerungen werden erwartet.

Über traditionelle Sektoren hinaus haben auch Unternehmen wie Edison International, CenterPoint Energy und Warner Bros. Discovery ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, wie aus den Unterlagen hervorgeht.

Trotz des Anstiegs halten sich die meisten Unternehmen bedeckt.

Laut einer Studie des Conference Board gaben im Jahr 2024 nur 18 % der S&P-500-Unternehmen und lediglich 5 % der Russell-3000-Unternehmen Vergünstigungen für CEOs im Bereich persönliche und häusliche Sicherheit an.

Sicherheit wird auf Gremien und öffentliche Veranstaltungen ausgeweitet

Die Folgen des Mordes an Thompson haben Unternehmen auch dazu veranlasst, die Sicherheitsmaßnahmen für einen breiteren Kreis von Führungskräften und an mehr Orten zu überdenken.

„Es beginnt mit dem CEO, dann der C-Suite und schließt nun zunehmend auch den Vorstand ein – insbesondere bei öffentlichen Veranstaltungen wie Aktionärsversammlungen“, sagte John Gainer, Vizepräsident bei TorchStone Global.

Ein vollständigeres Bild des Ausgabenanstiegs werde sich wahrscheinlich bis September ergeben, wenn mehr Unternehmen ihre Jahresberichte einreichen, sagten Analysten.

Bis dahin unterstreicht der Trend ein wachsendes Gefühl der Verwundbarkeit in den höchsten Führungsebenen der Unternehmen.