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Indiens 80-Milliarden-Dollar-Kohlevorstoß bedroht den Zugang zu Wasser in Trockengebieten

Indiens 80-Milliarden-Dollar-Kohlevorstoß bedroht den Zugang zu Wasser in Trockengebieten
Diya Poddar
09. Juni 2025, 16:50 PM
  • Das NTPC-Werk in Solapur bezieht aufgrund lokaler Engpässe Wasser aus einer Entfernung von 120 km.
  • Indien hat seit 2014 60,33 Milliarden Kohlekraftwerke durch Wasserprobleme verloren.
  • Indiens Wärmekraftwerke verbrauchen im Vergleich zum weltweiten Vergleich im Durchschnitt doppelt so viel Wasser.

Einem Bericht von Reuters zufolge verschärft Indiens aggressiver Vorstoß zum Ausbau der Kohleverstromung – fast 80 Milliarden US-Dollar bis 2031 – die ohnehin schon schlimme Wasserkrise in den trockensten Bezirken des Landes.

Ein Großteil der neuen Kohleprojekte konzentriert sich auf Gebiete, die bereits offiziell als wasserarm oder stark belastet eingestuft sind, was die Besorgnis über zukünftige Konflikte zwischen Industriebetrieben und lokalen Gemeinden über den Zugang zu Wasser aufkommen lässt.

Ein Fall, der die wachsenden Spannungen illustriert, ist Solapur in Maharashtra. Einst daran gewöhnt, jeden zweiten Tag Leitungswasser zu erhalten, warten die Bewohner heute im Hochsommer bis zu einer Woche oder länger.

Dies fällt mit der Inbetriebnahme eines 1.320-MW-Kohlekraftwerks durch die staatliche NTPC im Jahr 2017 zusammen, die stark aus den begrenzten Wasserquellen der Region schöpft.

Standorte, die für Land, nicht für Wasser ausgewählt wurden

Laut einem Dokument des Energieministeriums, das von Reuters eingesehen wurde, befinden sich 37 von 44 vorgeschlagenen Wärmekraftwerken in Regionen mit Wasserknappheit oder Wasserknappheit.

Diese Standorte wurden aufgrund der Leichtigkeit des Landerwerbs ausgewählt, trotz der Schwierigkeiten beim Zugang zu Wasser.

Beamte der Grundwasserbehörde des Bundes und Energieforscher bestätigen, dass die Verfügbarkeit von Land und nicht der Zugang zu Wasser die Standortwahl bestimmt.

Das Kraftwerk in Solapur zum Beispiel bezieht Wasser aus einem 120 km entfernten Stausee, was die Betriebskosten und das Risiko einer Wasserumleitung oder eines Diebstahls erheblich erhöht.

NTPC ist an neun der anstehenden Projekte beteiligt. Das Unternehmen gibt an, in seiner Anlage in Solapur aufbereitetes und wiederverwendetes Wasser zu verwenden und die nationalen Effizienznormen einzuhalten.

In den Aufzeichnungen des Bundes vom Mai 2023 wird die Station in Solapur jedoch als eine der am wenigsten wassereffizienten des Landes eingestuft.

Indiens thermische Kraftwerke verbrauchen im Vergleich zum weltweiten Standard durchschnittlich doppelt so viel Wasser, wie aus Daten des Centre for Science and Environment hervorgeht.

Die geringe Kapazitätsauslastung von Solapur verschärft die Ineffizienzen weiter, auch wenn die Kraftwerksverantwortlichen mit einem Anstieg der Nachfrage – und damit des Wasserverbrauchs – rechnen.

Dürren belasten bereits die Produktion

Es steht viel auf dem Spiel. Seit 2014 hat Indien aufgrund von Wasserknappheit 60,33 Milliarden Einheiten Kohleverstromung verloren, was einem Vorrat von 19 Tagen auf dem aktuellen Niveau entspricht.

Das 2.920-MW-Super-Wärmekraftwerk Chandrapur, ein weiteres großes Kohlekraftwerk in Maharashtra, schaltet bei schwachem Monsun häufig mehrere Blöcke ab. Trotzdem plant Chandrapur laut internen Dokumenten einen Ausbau um 800 MW.

Insbesondere muss noch eine Wasserquelle für die zusätzliche Kapazität gefunden werden, obwohl bereits Vereinbarungen über die Kohleversorgung getroffen wurden.

Lokale Spannungen sind in der Vergangenheit immer wieder aufgeflammt. Während einer Dürre im Jahr 2017 erzwangen öffentliche Proteste in Chandrapur die Umleitung des Kraftwerkswassers an die Stadtbewohner.

Trotzdem wurden die Pläne, zwei alte, ineffiziente Blöcke stillzulegen, um sieben Jahre verzögert, nachdem die Bundesregierung angeordnet hatte, die Wärmekapazität bis zum Ende des Jahrzehnts aufrechtzuerhalten.

Wasserstress hemmt Wachstum

Das Muster der Wasserknappheit behindert die lokale Entwicklung. In Solapur geben die Beamten zu, dass die schlechte Verfügbarkeit von Wasser die Attraktivität der Region für Unternehmen zunichte macht.

Eine bevorstehende staatliche Umfrage deutet darauf hin, dass die Bewässerungsnachfrage das Angebot bereits um ein Drittel übersteigt, so dass wenig Spielraum für neue industrielle Nutzungen bleibt.

Die Bauern in der Nähe von Solapur zögern, in Bohrlöcher zu investieren, da sie über die zukünftige Wasserverfügbarkeit unsicher sind.

In der Zwischenzeit bietet das Solapur-Projekt von NTPC, das 1,34 Milliarden US-Dollar gekostet hat, weiterhin Arbeitsplätze und wurde wegen seines wirtschaftlichen Potenzials politisch unterstützt.

Dennoch hat die Wasserinfrastruktur im Distrikt nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt gehalten, was zu den langen Wartezeiten auf die Wasserversorgung beiträgt.

Das Gesamtbild zeigt einen wachsenden Kollisionskurs zwischen Indiens Energiezielen und seinen endlichen Wasserressourcen.

Da das Energieministerium auf Kohle setzt, um die Nachfrage zu decken, und erneuerbare Energien nicht in der Lage sind, die Lücke schnell genug zu schließen, könnten Indiens wasserarme Distrikte einem zunehmenden Wettbewerb zwischen dem Überleben der Menschen und der industriellen Versorgung ausgesetzt sein.