Nvidia erweitert KI-Präsenz in Europa mit neuen Deals in ganz Europa

Nvidia erweitert KI-Präsenz in Europa mit neuen Deals in ganz Europa
Diya Poddar
11. Juni 2025, 18:19 PM
  • Das französische Unternehmen Mistral setzt 18.000 Grace Blackwell-Chips für eine Nvidia-basierte KI-Cloud ein.
  • Deutschland will eine "Industrial Cloud" mit 10.000 GPUs hosten, die auf die Fertigung zugeschnitten sind.
  • Die Telekommunikationsriesen Orange und Telefonica werden den Einsatz von KI-Modellen in ganz Europa unterstützen.

Nvidia beschleunigt seine Expansion in ganz Europa und sichert sich eine Welle von Infrastruktur- und Softwarepartnerschaften, um seine Position als zentraler Akteur in der globalen KI-Wirtschaft zu festigen.

CEO Jensen Huang nutzte die GTC-Veranstaltung des Unternehmens am Mittwoch in Paris, um eine Strategie vorzustellen, die auf "KI-Fabriken" oder groß angelegten GPU-gesteuerten Rechenzentren basiert, die darauf abzielen, die Art und Weise zu verändern, wie europäische Länder ihre eigenen Kapazitäten für künstliche Intelligenz aufbauen und kontrollieren.

Dies markiert einen bewussten Schwenk hin zu dem, was Nvidia als "souveräne KI" bezeichnet, mit regionalen Rechenzentren, die lokale Anwendungsfälle unterstützen.

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Nvidia versucht, Verluste durch US-Exportbeschränkungen abzufedern, die den Verkauf von High-End-Chips in China einschränken.

Europäische Rechenzentrums-Deals sollen KI-Computing um das 10-fache steigern

Während der Keynote kündigte Huang an, dass Nvidia erwartet, dass sich die KI-Rechenkapazität in Europa in den nächsten zwei Jahren verzehnfachen wird.

Das Unternehmen wird dies erreichen, indem es sowohl mit Regierungen als auch mit Akteuren des Privatsektors in der gesamten Region zusammenarbeitet.

Ein großer Deal betrifft das französische KI-Startup Mistral, das 18.000 Grace Blackwell-Chips von Nvidia verwenden wird, um eine dedizierte "KI-Cloud" für Unternehmen bereitzustellen, um große Sprachmodelle zu trainieren und bereitzustellen.

Auch in Deutschland baut Nvidia eine neue "Industrial Cloud" auf.

Diese Einrichtung wird 10.000 GPUs umfassen, die speziell auf europäische Hersteller zugeschnitten sind, und eine souveräne Computing-Ressource für Unternehmen bieten, die KI-gestützte Tools und Dienstleistungen vor Ort entwickeln.

In der Zwischenzeit wurden in Italien und Armenien neue Infrastrukturvereinbarungen unterzeichnet, die Nvidias breiteres Bestreben unterstreichen, seine Rechenzentrumspräsenz sowohl auf EU- als auch auf Nicht-EU-Märkten auszuweiten.

Telekommunikations- und Cloud-Anbieter schließen sich der KI-Expansion von Nvidia an

Um die regionale Bereitstellung von KI-Diensten zu ermöglichen, arbeitet Nvidia mit europäischen Telekommunikationsunternehmen wie Orange und Telefonica zusammen.

Diese Unternehmen werden mit Nvidia an der Bereitstellung großer Sprachmodelle und KI-basierter Anwendungen in ihren Netzwerken arbeiten.

Die Zusammenarbeit soll die Einführung neuer Dienste für Verbraucher und Unternehmen beschleunigen, die auf dem Hardware- und Software-Stack von Nvidia basieren.

Darüber hinaus integriert Nvidia sein Produkt DGX Cloud Lepton – einen globalen GPU-Marktplatz – mit Hugging Face, dem KI-Modell-Repository.

DGX Cloud Lepton ermöglicht Entwicklern den bedarfsgesteuerten Zugriff auf GPUs, um Anwendungen zu erstellen und auszuführen.

Die Plattform wird nun durch neue Partnerschaften mit europäischen Cloud-Service-Providern erweitert, die Entwicklern regional gehostete Rechenleistung für KI-Workloads anbieten werden.

Neue Forschungszentren sollen souveräne KI-Entwicklung vorantreiben

Zu den jüngsten Ankündigungen von Nvidia gehört auch eine Welle neuer "Tech-Zentren" auf dem gesamten Kontinent.

Diese Einrichtungen, die in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland eingerichtet werden sollen, werden sich auf fortschrittliche KI-Forschung, die Ausbildung lokaler Talente und die Unterstützung von Innovationsökosystemen konzentrieren.

Ziel ist es, wissenschaftliche Durchbrüche zu fördern und gleichzeitig die Fähigkeiten der europäischen Arbeitskräfte in den Bereichen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Datenwissenschaft zu verbessern.

Die breitere Botschaft hinter der europäischen Strategie des Unternehmens ist klar: Nvidia will sich nicht nur als Chiplieferant, sondern als Rückgrat der KI-Infrastruktur in der gesamten Region verankern.

Durch die Fokussierung auf lokalisierte Datensouveränität bietet Nvidia den EU-Ländern eine Möglichkeit, die Kontrolle über ihre KI-Systeme zu behalten und gleichzeitig die regionalen Data-Governance-Gesetze einzuhalten.

Software-Angebote verstärken Nvidias KI-Griff

Auch Nvidia vertieft seinen Software-Vorstoß. Letztes Jahr wurde Nvidia NIM auf den Markt gebracht – vorgefertigte KI-Modelle, mit denen Entwickler Anwendungen erstellen können, ohne ihre eigenen Modelle von Grund auf neu entwerfen zu müssen.

Auf der GTC Paris bestätigte Huang, dass jedes große Sprachmodell, das auf Hugging Face verfügbar ist, jetzt über NIM bereitgestellt werden kann.

Diese Integration ermöglicht Entwicklern einen einfachen Zugriff auf und die Implementierung von Modellen, wodurch die Hardware von Nvidia weiter an das wachsende Software-Ökosystem gebunden wird.

Diese Software-Hardware-Integration spielt eine entscheidende Rolle in Nvidias Strategie, den Wettbewerb abzuwehren und seine Dominanz in der KI-Entwicklung zu stärken.

Durch das Angebot von Full-Stack-KI-Tools – von Chips über Modelle bis hin zu Bereitstellungs-Frameworks – positioniert sich Nvidia als One-Stop-Shop für Nationen und Unternehmen, die skalierbare, souveräne KI entwickeln möchten.