Foxconn und Nvidia setzen humanoide Roboter in KI-Serverfabrik ein: Bericht

Foxconn und Nvidia setzen humanoide Roboter in KI-Serverfabrik ein: Bericht
Ananthu C U
20. Juni 2025, 15:55 PM
  • Foxconn und Nvidia bereiten sich darauf vor, humanoide Roboter in einer neuen Fabrik in Houston einzusetzen, um KI-Server zu bauen.
  • Die humanoiden Roboter, die voraussichtlich Anfang 2026 ihre Arbeit aufnehmen werden, werden bei der Erstellung von Nvidia AI-Servern helfen.
  • Globale Hersteller wie Tesla und BMW erforschen die Roboterautomatisierung in Fabrikhallen.

Das taiwanesische Unternehmen Foxconn und der US-Chiphersteller Nvidia befinden sich in fortgeschrittenen Gesprächen über den Einsatz humanoider Roboter in einem neuen Foxconn-Werk in Houston, Texas, berichtete Reuters.

In der neuen Anlage wird das Unternehmen die GB300-Server für künstliche Intelligenz (KI) von Nvidia herstellen, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Quellen.

Wenn dies abgeschlossen ist, wird dies das erste Mal sein, dass Nvidias KI-Serverprodukte mit Hilfe von humanoiden Robotern hergestellt werden.

Es wird auch das erste Foxconn-Werk sein, das eine solche Technologie in seinen Produktionslinien einführt.

Roboter in Foxconn

Der geplante Einsatz humanoider Roboter soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein, so dass die Roboter im ersten Quartal nächsten Jahres in Betrieb gehen sollen.

Die Produktion am Standort Houston soll etwa zur gleichen Zeit beginnen.

Welche konkreten Modelle bzw. Fähigkeiten der einzusetzenden humanoiden Roboter zum Einsatz kommen, bleibt unklar.

Foxconn hat jedoch bereits zuvor Versuche mit humanoiden Robotern der chinesischen Firma UBTech durchgeführt und entwickelt parallel dazu in Zusammenarbeit mit Nvidia eigene Versionen.

Laut einer Unternehmenspräsentation im Mai hat Foxconn diese Roboter darauf trainiert, Aufgaben wie das Aufnehmen und Platzieren von Objekten, das Einführen von Kabeln und das Zusammenbauen von Komponenten auszuführen – Tätigkeiten, die für Elektronikproduktionsumgebungen typisch sind.

Dem Bericht zufolge eignet sich die Anlage in Houston aufgrund ihres neuen Designs und der größeren Stellfläche gut für den Einsatz humanoider Roboter und bietet im Vergleich zu älteren Standorten eine größere Flexibilität bei der Integration der Automatisierung.

Leo Guo, General Manager der Robotik-Sparte von Foxconn Industrial Internet, teilte während einer Branchenveranstaltung in Taipeh im Mai mit, dass das Unternehmen plant, auf seiner jährlichen Technologieveranstaltung im November zwei humanoide Robotermodelle vorzustellen.

Einer wird zweibeinig mobil sein, während der andere eine kostengünstigere Basis für autonome mobile Roboter (AMR) auf Rädern verwenden wird.

Foxconn Industrial Internet (FII), eine Tochtergesellschaft von Foxconn, leitet die KI-Server- und Robotikinitiativen des Unternehmens.

Die kontinuierliche Roboterentwicklung des Unternehmens spiegelt seine langfristige Strategie wider, die Effizienz zu steigern und die Abhängigkeit von Arbeitskräften in der hochpräzisen Fertigung zu verringern.

Nvidias expandierende KI-Infrastruktur stößt voran

Nvidia, dessen KI-Chips die meisten der heutigen generativen KI-Systeme antreiben, kündigte im April an, dass es mit Foxconn in Houston und Wistron in Dallas zusammenarbeiten wird, um KI-fokussierte Supercomputer-Fertigungszentren zu bauen.

Beide Standorte werden voraussichtlich in den nächsten 12 bis 15 Monaten in Betrieb gehen.

Die Partnerschaft mit Foxconn spiegelt das zunehmende Engagement von Nvidia im Bereich der humanoiden Robotik wider.

Das Unternehmen bietet bereits Hardware- und Softwareplattformen – wie z. B. seine Jetson-Computing-Module – für humanoide Roboterentwickler weltweit an.

Im März erklärte Nvidia-CEO Jensen Huang, dass humanoide Roboter innerhalb von fünf Jahren in Fabriken alltäglich sein werden, und verwies auf erhebliche Fortschritte bei der Roboterintelligenz, -mobilität und -wahrnehmung.

Ein breiterer Branchentrend hin zu Humanoiden

Der Schritt von Foxconn und Nvidia ist Teil eines breiteren Branchentrends.

Autohersteller wie Mercedes-Benz und BMW haben humanoide Roboter auf ihren Fließbändern pilotiert, und Tesla entwickelt einen eigenen Roboter namens "Optimus".

In der Zwischenzeit hat sich auch China verpflichtet, die Entwicklung humanoider Robotik zu beschleunigen, in der Erwartung, dass sie schließlich sich wiederholende oder gefährliche Fabrikaufgaben übernehmen werden.