Darum könnten Millionen aus dem britischen Schuldenberg gestrichen werden

Darum könnten Millionen aus dem britischen Schuldenberg gestrichen werden
Devesh Kumar
17. Juli 2025, 15:21 PM
  • Eine Spende aus dem Jahr 1928 hat gerade eine Delle in den modernen Schuldenberg Großbritanniens geschlagen.
  • Vom vergessenen Vertrauen zum fiskalischen Instrument: Wie altes Geld eine neue Bestimmung fand.
  • Juristische Wendung erschließt jahrhundertealten Fonds für reale Schuldenerleichterungen.

Die Staatsverschuldung des Vereinigten Königreichs ist nach einem unerwarteten Schritt einer wenig bekannten Regierungsbehörde still und leise um Millionen Pfund geschrumpft.

Die Kommissare für die Reduzierung der Staatsverschuldung nahmen eine große private Spende, investierten sie in eine Staatsanleihe und erließen dann die entsprechenden Schulden, wodurch ein kleiner Betrag von Großbritanniens fast 3 Billionen Euro schweren Schuldenberg abgezogen wurde, so ein Bloomberg-Bericht am Donnerstag.

Dieser ungewöhnliche Schritt unterstreicht eine seltene Überschneidung zwischen der Philanthropie der alten Welt und der heutigen Finanzpolitik. Es zeigt, dass auch jahrhundertealte Finanzinstrumente im modernen Schuldenmanagement noch eine Rolle spielen können.

Gleichzeitig dient es als Erinnerung daran, dass Spenden für wohltätige Zwecke, auch wenn sie symbolisch sind, nur eine winzige Delle in das enorme Ausmaß der staatlichen Kreditaufnahme schlagen können.

Art des Nationalfonds

Die Quelle dieser Aktion war der National Fund, eine gemeinnützige Stiftung, die 1928 mit einer Spende von 500.000 Pfund von dem anonymen Philanthropen Gaspard Farrer, damals Partner der Barings Bank, gegründet wurde.

Die ursprüngliche Absicht, die vom Patriotismus der Nachkriegszeit und der Aufforderung an wohlhabende Briten inspiriert war, die Staatsschulden während des Krieges zu reduzieren, bestand darin, dass der Fonds durch weitere Spenden und Anlagerenditen so lange wachsen sollte, bis er allein die Staatsschulden des Vereinigten Königreichs vollständig zurückzahlen konnte.

Bis 1989 hatte der Fonds fast 70 Millionen Euro erreicht; Im Jahr 2022 lag sie bei rund 590 Millionen Euro.

Die steigende Verschuldung Großbritanniens

Der Fonds wurde mit einem hohen Ziel gegründet: Sein Geld konnte nur verwendet werden, wenn es ausreichte, um die gesamten Staatsschulden auf einen Schlag zu begleichen.

Aber als die Schulden des Vereinigten Königreichs im Laufe der Jahre in die Höhe schnellten, wurde es unmöglich, dieses Ziel zu erreichen.

Im Jahr 2019, als die Schulden auf über 1,8 Billionen Euro gestiegen waren, betrug der Wert des Fonds weniger als 0,03 Prozent dessen, was benötigt wurde.

Schließlich erkannte die Regierung an, dass der ursprüngliche Zweck des Fonds ohne einige außergewöhnliche neue Spenden niemals erfüllt werden würde.

Im Jahr 2018 wandte sich der Generalstaatsanwalt an den Obersten Gerichtshof, um eine Änderung der Regeln des Fonds zu beantragen, und berief sich dabei auf die Cy-près-Doktrin, einen Rechtsgrundsatz, der es gemeinnützigen Stiftungen ermöglicht, ihre Ziele anzupassen, wenn die ursprünglichen Ziele nicht mehr durchführbar sind.

Auf dem Weg dorthin gab es einiges juristisches Hin und Her, wobei die Nachkommen des ursprünglichen Spenders sogar versuchten, das Geld für sich selbst zu beanspruchen, wenn der Trust als ungültig erachtet wurde.

Im Jahr 2023 gab das Gericht jedoch grünes Licht für den Plan der Regierung und erlaubte es, den Fonds sofort zur Reduzierung der Staatsverschuldung zu verwenden.

Wie wird es funktionieren?

Im Jahr 2025 setzte das CRND den Nationalfonds, der damals mit rund 586 Millionen Euro bewertet wurde, durch den Kauf britischer Staatsanleihen ein, die im Oktober fällig werden sollten.

Anstatt auf ihre Rückzahlung zu warten, werden die Anleihen direkt gekündigt, was bedeutet, dass die Gesamtschuldenlast direkt, wenn auch nur um einen kleinen Betrag, reduziert wird.

Es ist ein rechtlich unkomplizierter Schritt, aber auch ein symbolischer; Das Geld, das für den Schuldenabbau vorgesehen ist, wird endlich genau so verwendet, wie es vorgesehen ist, und zwar auf klare und transparente Weise.