Elon Musks X widersetzt sich der französischen Forderung nach Algorithmus-Daten bei strafrechtlichen Ermittlungen

Elon Musks X widersetzt sich der französischen Forderung nach Algorithmus-Daten bei strafrechtlichen Ermittlungen
Diya Poddar
21. Juli 2025, 15:46 PM
  • Die Behörden verlangen Zugang zu Empfehlungsalgorithmen und Echtzeitdaten.
  • X lehnt den Antrag ab und beruft sich dabei auf gesetzliche Rechte und die Voreingenommenheit der Forscher.
  • Zwei Experten, die in der Untersuchung genannt werden, haben in der Vergangenheit Kritik an X geübt.

Die französischen Behörden haben ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen X, ehemals Twitter, intensiviert, wobei die Staatsanwaltschaft Zugang zum Empfehlungsalgorithmus der Plattform und zu Echtzeit-Post-Daten der Nutzer verlangt hat.

Die Ermittlungen, die im Januar 2024 begannen, konzentrieren sich auf mutmaßliche ausländische Einmischung durch Manipulation automatisierter Datensysteme und die unbefugte Extraktion von Nutzerdaten.

X hat die Vorwürfe zurückgewiesen und sich geweigert, den Forderungen der französischen Regierung nachzukommen.

Die Untersuchung folgt auf zwei Beschwerden, die von einem französischen Parlamentsmitglied und einem hochrangigen Beamten einer öffentlichen Einrichtung eingereicht wurden.

Der Fall wurde diesen Monat an eine Spezialeinheit innerhalb der nationalen Polizei übergeben, die für die Bekämpfung von Cyberdelikten zuständig ist.

Die französische Staatsanwaltschaft will herausfinden, ob das System von X missbraucht wurde, um politische Narrative oder die öffentliche Meinung in Frankreich zu beeinflussen.

Französische Polizei sucht Zugang zu X-Daten und Algorithmen in Echtzeit

Im Rahmen der Untersuchung forderten die Behörden einen detaillierten Einblick in das Innenleben der Empfehlungsmaschine von X und die Echtzeit-Inhaltsflüsse auf der Plattform.

Diese Daten würden von beauftragten Experten verwendet, um die Funktionsweise und die Auswirkungen des Algorithmus zu analysieren.

X erklärte, dass es angesprochen wurde, um diese Informationen herauszugeben, was die Behörden als einen von Experten geführten Versuch bezeichneten, "die Wahrheit aufzudecken" über den Einfluss der Plattform.

Das Unternehmen sagt jedoch, dass es noch keine klaren Details über die Art oder den Umfang der Vorwürfe erhalten hat.

Obwohl die Forderung nach französischem Recht rechtlich befugt ist, diese Daten anzufordern, hat sie Kontroversen über die Gerichtsbarkeit, den Datenschutz und die Souveränität der Plattform ausgelöst.

X behauptet, dass es in seinem Recht liegt, den Antrag abzulehnen, und dass er sich dafür entschieden hat, dies zu tun.

X wirft politische Voreingenommenheit vor und nennt beteiligte Forscher

X hat die Untersuchung als "politisch motiviert" bezeichnet und angedeutet, dass sie darauf abzielt, die Meinungsfreiheit unter dem Deckmantel der Cybersicherheit einzuschränken.

In einer Erklärung, die auf seinem Global Government Affairs-Account veröffentlicht wurde, behauptete das Unternehmen, dass die Untersuchung "das französische Recht verzerrt" für politische Zwecke.

X nahm insbesondere die beiden Forscher ins Visier, die mit der Untersuchung des Algorithmus beauftragt wurden: David Chavalarias, Direktor des Paris Complex Systems Institute (ISC-PIF), und Maziyar Panahi, Leiter der KI-Plattform am ISC-PIF.

Das Unternehmen wies auf die Zugehörigkeit von Chavalarias zur "Escape X"-Kampagne hin, die Nutzer dazu ermutigt, die Plattform zu verlassen, und wies darauf hin, dass beide Forscher gemeinsam Artikel verfasst haben, die X kritisieren.

X stellte die Unparteilichkeit beider Personen in Frage und verwies auf frühere Veröffentlichungen und die öffentliche Stimmung, die das Unternehmen als "offene Feindseligkeit" bezeichnete.

Er warnte, dass ihre Beteiligung Bedenken hinsichtlich der Neutralität der Untersuchung aufkommen lasse, und deutete an, dass das Ergebnis bereits verzerrt sein könnte.

Die Verweigerung der Plattform verschärft die regulatorischen Spannungen

Die Entscheidung von X, sich den französischen Behörden zu widersetzen, kommt inmitten breiterer regulatorischer Spannungen zwischen der Plattform und den europäischen Regierungen.

Die Ablehnung reiht sich in die wachsende Liste von Streitigkeiten über die Moderation von Inhalten, Datentransparenz und Plattform-Compliance in Rechtsordnungen in der gesamten EU ein.

Das Unternehmen hat ein Gerichtsverfahren nicht ausgeschlossen, falls die Vollstreckungsmaßnahmen eskalieren.

X erklärte, dass die Entscheidung, den Zugang zu verweigern, zwar nicht leichtfertig getroffen worden sei, dass es der aktuellen Untersuchung jedoch an der notwendigen Objektivität fehle, um die Einhaltung zu rechtfertigen.

Die Situation bleibt angespannt, da die französischen Behörden die Untersuchung vorantreiben und X sich weiterhin gegen das wehrt, was es als ungerechtfertigten Eingriff in seine Systeme ansieht.

Das Ergebnis der Untersuchung könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie digitale Plattformen in Zukunft grenzüberschreitende Algorithmusprüfungen und Datenzugriffsanfragen handhaben.