ARM-Beteiligungen stürzen um 12% nach bescheidenem Ausblick und strategischer Verschiebung hin zur Chipentwicklung ab

ARM-Beteiligungen stürzen um 12% nach bescheidenem Ausblick und strategischer Verschiebung hin zur Chipentwicklung ab
Ananthu C U
31. Juli 2025, 17:11 PM
  • Arm-Aktien fallen um 12%, da die Aussichten für das 2. Quartal enttäuschen und der Chip-Entwicklungsplan die Bedenken der Anleger weckt.
  • Arm investiert in die Herstellung eigener Chips, wechselt vom Lizenzmodell und riskiert Überschneidungen mit den Kunden.
  • Handelsspannungen und schwächere Smartphone-Nachfrage trüben die Aussichten trotz starker KI- und Server-Traktion.

Der Aktienkurs von Arm Holdings fiel am Donnerstag um 12%, nachdem der Chip-Architektur-Riese eine Prognose für das zweite Quartal abgegeben hatte, die hinter den Erwartungen der Anleger zurückblieb.

Das in Großbritannien ansässige Unternehmen prognostizierte einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 29 Cent und 37 Cent, wobei der Mittelwert leicht unter der von der LSEG zusammengestellten Schätzung von 36 Cent pro Aktie lag.

Im ersten Quartal meldete Arm einen Umsatz von 1,05 Mrd. $ und verfehlte damit die Schätzungen von 1,06 Mrd. $ leicht.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 35 Cent und damit im Rahmen der Erwartungen. Die Lizenzeinnahmen stiegen im Jahresvergleich um 25 % auf 585 Millionen US-Dollar, während die Lizenzeinnahmen um 1 % auf 468 Millionen US-Dollar zurückgingen.

Das Unternehmen unterzeichnete im Quartal drei neue Verträge mit Arm Compute Subsystems (CSS) – zwei für Rechenzentrumschips und einen für PC-Chips.

Die Technologien von Arm werden jetzt von Unternehmen wie Nvidia, Microsoft und Google in KI-Beschleuniger-Designs eingesetzt, und über 70.000 Unternehmen führen Berichten zufolge Workloads auf Arm-basierten Servern aus.

Die Umsatzprognose für das laufende Quartal lag zwischen 1,01 und 1,11 Mrd. $ und entsprach damit weitgehend dem Konsens von 1,06 Mrd. $.

Die vorsichtige Prognose in Verbindung mit der Ankündigung von Arm, die Investitionen in die Entwicklung eigener Chips und Chiplets erhöhen zu wollen, löste bei den Anlegern Besorgnis aus.

CEO Rene Haas sagte in einem Interview mit Reuters, dass das Unternehmen mehr Ressourcen für die Entwicklung physischer Produkte wie Chiplets und kompletter Chiplösungen bereitstellen werde, eine bemerkenswerte Abkehr von seinem traditionellen Geschäftsmodell der Lizenzierung von Designs für geistiges Eigentum (IP) hin zu Unternehmen wie Nvidia und Amazon.

Haas betonte, dass der Vorstoß von Arm in die Chipentwicklung keine Garantie für kommerzielle Produkte darstelle, und wies darauf hin, dass das Unternehmen die Bemühungen bei Bedarf stoppen oder pausieren könne.

Die Bemühungen stellen jedoch eine bedeutende Weiterentwicklung in der strategischen Ausrichtung von Arm dar und stehen möglicherweise in direktem Wettbewerb mit seinem bestehenden Kundenstamm.

Verschiebung hin zur Chipentwicklung wirft strategische Fragen auf

Das Kerngeschäft von Arm hat sich in der Vergangenheit auf die Lieferung von Prozessordesigns an große Technologieunternehmen konzentriert, insbesondere im Smartphone-Bereich, wo das geistige Eigentum fast alle Geräte weltweit antreibt.

Die Entscheidung des Unternehmens, eigene Chiplets und Lösungen zu entwickeln, signalisiert jedoch den Ehrgeiz, höhere Margen zu erzielen und seine Präsenz in den Märkten für High-Performance-Computing, einschließlich KI und Cloud-Servern, zu vertiefen.

Es wird erwartet, dass Chiplets, bei denen es sich um modulare, funktionsspezifische Komponenten handelt, die bei der Prozessormontage verwendet werden, eine Schlüsselrolle in der Entwicklungs-Roadmap von Arm spielen werden.

Haas sagte, dass das Unternehmen im Rahmen seiner erweiterten Produktstrategie "einen physischen Chip, eine Platine, ein System, alles oben genannte" in Betracht zieht.

Dennoch verzichtete der CEO darauf, einen Zeitplan oder detaillierte Spezifikationen für mögliche Produkte zu nennen.

Der Bau von voll funktionsfähigen Chips ist ein teures Unterfangen.

Fortschrittliche KI-Chips können beispielsweise allein für die Siliziumentwicklung über 500 Millionen US-Dollar kosten, ohne die zusätzlichen Infrastrukturkosten für die Unterstützung von Hardware und Software.

Um diese neuen Initiativen zu besetzen, hat Arm Talente rekrutiert, auch aus dem eigenen Kundenstamm, was zu potenziellen Konflikten führen könnte.

Während das IP-Geschäft des Unternehmens nach wie vor von zentraler Bedeutung für seine Geschäftstätigkeit ist, deuten diese neuen Bemühungen darauf hin, dass eine umfassendere Transformation im Gange ist.

Handelsspannungen und Konsumnachfrage sorgen für Unsicherheit

Abgesehen von der internen Strategieänderung sieht sich Arm mit externem Gegenwind konfrontiert.

Handelsspannungen und makroökonomische Volatilität belasten weiterhin die globale Nachfrage, insbesondere im Smartphone-Segment.

Trotz eines dominanten Anteils von 99 % an der Smartphone-Prozessorarchitektur erlebt Arm eine Schwäche bei den Lizenzeinnahmen aus mobilen Geräten, insbesondere in China.

Nichtsdestotrotz steht die Aktie von Arm, die seit Jahresbeginn um 12 % zugelegt hat und seit ihrem Börsengang im Jahr 2023 um rund 136 % gestiegen ist, einem Bewertungsdruck ausgesetzt.

Mit einem Preis von über dem 80-fachen des erwarteten Gewinns steht der Premium-Multiplikator des Unternehmens nun angesichts der gemischten Aussichten von Konkurrenten wie Intel und Texas Instruments einer verstärkten Prüfung gegenüber.