BYDs Verkaufsstopp im Juli lässt Zweifel am Auslieferungsziel für 2025 aufkommen

BYDs Verkaufsstopp im Juli lässt Zweifel am Auslieferungsziel für 2025 aufkommen
Ananthu C U
01. Aug. 2025, 15:02 PM
  • Die EV-Verkäufe von BYD stiegen im Juli nur um 0,6 %, was Zweifel an dem ehrgeizigen Ziel von 5,5 Millionen für 2025 aufkommen lässt.
  • Chinas EV-Markt verzeichnete im Juli gemischte Ergebnisse, da BYD ins Straucheln geriet und Konkurrenten wie Geely und Xpeng Rekorde aufstellten.
  • Um sein Ziel für 2025 zu erreichen, muss BYD durchschnittlich 602.000 Einheiten pro Monat produzieren – deutlich über seinem Allzeithoch von 515.000.

BYD Co. meldete im Juli ein flaches Absatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr und lieferte 344.296 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von nur 0,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

Die Zahl bedeutete auch einen Rückgang von 10 % gegenüber Juni, was die Herausforderungen unterstreicht, vor denen der weltgrößte Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) steht.

Während ein saisonaler Rückgang der Neuwagenverkäufe in China typisch für die Sommermonate ist, deuten die jüngsten Daten darauf hin, dass der Druck auf die Fähigkeit von BYD, sein ehrgeiziges Verkaufsziel für 2025 zu erreichen, zunimmt.

Der chinesische Autohersteller hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr 5,5 Millionen Fahrzeuge auszuliefern.

Bis Juli hat BYD 2,49 Millionen Fahrzeuge verkauft, was bedeutet, dass das Unternehmen für den Rest des Jahres durchschnittlich etwa 602.000 Einheiten pro Monat benötigen müsste, um auf Kurs zu bleiben.

Das bisher beste Monatsergebnis des Unternehmens lag bei knapp 515.000 Einheiten, das im Dezember letzten Jahres erzielt wurde, und blieb damit deutlich unter dem, was nun in jedem der nächsten fünf Monate erforderlich wäre.

Der Druck wird durch die zunehmende behördliche Kontrolle durch die chinesischen Behörden noch verstärkt, die sich kürzlich verpflichtet haben, gegen aggressive Rabattpraktiken vorzugehen, die einen Preiskrieg im gesamten Automobilsektor ausgelöst haben.

Diese Eingriffe sollen den Markt stabilisieren, könnten aber die Fähigkeit von BYD, das Volumenwachstum durch Preisstrategien voranzutreiben, weiter erschweren.

Branchenkonkurrenten mit stärkerem Wachstum

Während die Juli-Zahlen von BYD eine Stagnation widerspiegeln, zeigten mehrere Wettbewerber eine bemerkenswerte Umsatzdynamik.

Geely Automobile Holdings Ltd. meldete mit 237.717 verkauften Fahrzeugen die höchsten monatlichen Auslieferungen seit November.

Leapmotor, das von Stellantis NV unterstützt wird, erreichte einen Rekord von 50.129 Fahrzeugen, während Xpeng Inc. mit 36.717 verkauften Einheiten ebenfalls ein neues Monatshoch verzeichnete.

Sogar Xiaomi Corp., ein neuerer Marktteilnehmer im Bereich der Elektrofahrzeuge, meldete monatliche Rekordauslieferungen von über 30.000 Fahrzeugen.

Unterdessen gingen die Auslieferungen von Li Auto Inc. im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 % auf 30.731 Einheiten zurück, was die ungleichmäßige Entwicklung auf dem chinesischen EV-Markt unterstreicht.

Nio Inc. blieb unter Druck, wobei der Umsatz im Juli gegenüber dem Vormonat um 16 % zurückging, was das niedrigste Volumen seit März darstellte.

Nichtsdestotrotz stieg der Aktienkurs von Nio am Freitag um 8,6%, gestützt durch die positive Stimmung rund um das neu eingeführte Modell Onvo L90, das die Analysten sowohl in Bezug auf die Preisgestaltung als auch auf die Funktionen positiv bewerten.

Marktumfeld und Ausblick

Die chinesische Passenger Car Association (PCA) schätzte letzte Woche, dass die Verkäufe von Personenkraftwagen im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 % gestiegen sind, aber gegenüber Juni um 11 % gesunken sind, was die saisonale Schwäche verdeutlicht, die sich auf den breiteren Markt auswirkt.

Trotzdem deutet die Leistung mehrerer Emporkömmlinge auf eine robuste Verbrauchernachfrage hin.

Für BYD wirft die Kombination aus einer verlangsamten Wachstumsrate, einer verstärkten regulatorischen Aufsicht und einem sich verschärfenden Wettbewerb jedoch die Frage auf, ob das Unternehmen in der Lage ist, seine Führungsposition im EV-Segment zu behaupten.

Fünf Monate vor Jahresende müsste das Unternehmen monatliche Volumina liefern, die weit über seinem historischen Bestwert liegen, um sein Ziel für das Gesamtjahr zu erreichen.

Ob BYD in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 wieder in Schwung kommen kann, bleibt abzuwarten.

Viel könnte davon abhängen, wie das Unternehmen mit regulatorischen Änderungen umgeht, auf Wettbewerbsdruck reagiert und von einem etwaigen Anstieg der saisonalen Nachfrage im Laufe des Jahres profitiert.