Ørsted-Aktie erholt sich um 5% von Rekordtiefs: Warum Analysten über die Zukunftsaussichten gespalten sind

Ørsted-Aktie erholt sich um 5% von Rekordtiefs: Warum Analysten über die Zukunftsaussichten gespalten sind
Devesh Kumar
26. Aug. 2025, 12:44 PM
  • Der Aktienkurs von Ørsted fiel innerhalb von zwei Tagen um 16% und vernichtete 8 Mrd. $ an Marktwert.
  • Die USA stoppten das 6,2 Milliarden US-Dollar schwere Revolution Wind-Projekt aufgrund von Sicherheitsbedenken.
  • Analysten sind sich uneins: UBS bleibt optimistisch, andere warnen vor hohen Risiken.

Die Aktie von Ørsted (CPH: ORSTED) erholte sich am Dienstag um 5% von ihrem Rekordtief, das sie erreicht hatte, nachdem die US-Regierung einem großen Offshore-Windprojekt den Stecker gezogen hatte, ein Schlag, der das Vertrauen der Anleger in einen der weltweit führenden Entwickler erneuerbarer Energien erschütterte.

Der Ausverkauf verstärkte auch die Sorgen um die Bezugsrechtsemission des Unternehmens in Höhe von 9,4 Mrd. $ und warf neue Fragen über seine langfristige Position auf dem US-Markt für erneuerbare Energien auf.

Zwischen dem 25. und 26. August fielen die Aktien von Ørsted um mehr als 16 % und schlossen an der Kopenhagener Börse auf einem Rekordtief von 180 DKK.

Dieser Rückgang krönte einen brutalen Monat, in dem die Aktie 42% ihres Wertes verlor und sich im vergangenen Jahr auf einen Rückgang von 51% ausweitete.

In nur zwei Tagen wurden mehr als 8 Milliarden US-Dollar von der Marktkapitalisierung von Ørsted vernichtet, was sie auf rund 75,3 Milliarden Kronen (11,8 Milliarden US-Dollar) reduzierte.

Ørsted-Aktie: Was steckt hinter dem starken Ausverkauf?

Auslöser des Ausverkaufs war die überraschende Entscheidung der Trump-Regierung, das 1,5 Milliarden Dollar teure Revolution Wind-Projekt von Ørsted vor Rhode Island unter Berufung auf nationale Sicherheitsbedenken zu stoppen.

Das Projekt war fast fertiggestellt und sollte bis zum Frühjahr 2026 etwa 350.000 US-Haushalte mit Strom versorgen, so dass der Schritt die Investoren schockierte und ernsthafte Zweifel an der ehrgeizigen US-Expansionsstrategie von Ørsted aufkommen ließ.

Das Management von Ørsted verschwendete nach dem Ausverkauf keine Zeit. Sie brachten Investoren und Berater in London zusammen, um die Nerven zu beruhigen und die massive Kapitalerhöhung des Unternehmens in Höhe von 60 Milliarden DKK (9,4 Milliarden US-Dollar) voranzutreiben, selbst als die Märkte wackelig aussahen.

Die Unterstützung der dänischen Regierung, die nach wie vor Mehrheitsaktionär ist, trug dazu bei, das Bild etwas zu stabilisieren und unterstrich, wie wichtig Ørsted für die dänische Energiestrategie ist.

Trotz der Schlagzeilen zeigen die Zahlen des Unternehmens, dass es nicht auseinanderfällt.

Im ersten Halbjahr 2025 erzielte Ørsted ein EBITDA von 13,9 Mrd. DKK und einen Nettogewinn von 8,2 Mrd. DKK – Zahlen, die darauf hindeuten, dass sich das Kerngeschäft immer noch gut entwickelt, auch wenn die Stimmung der Anleger gesunken ist.

Was sagen Analysten?

Die Analysten sind geteilter Meinung, aber vorsichtig, wenn es um den Ausblick von Ørsted geht.

Die Analysten von Bernstein warnten, dass der Projektstopp in den USA die Deckung der Aktie erschwert, da das Unternehmen dort auf eine Expansion setzt und die Unsicherheit über der Bezugsrechtsemission immer noch besteht.

Die Analysten von Jefferies fügten hinzu, dass der Rückschlag ein schwierigeres Umfeld für die Kapitalerhöhung schafft, was wahrscheinlich sowohl die Preisgestaltung als auch die Nachfrage der Anleger belasten wird.

UBS hingegen blieb bei ihrer Kaufempfehlung, betonte aber, dass das Vertrauen erst zurückkehren wird, wenn es in den USA mehr regulatorische Klarheit gibt.

Analysten warnen, dass Ørsted im Falle eines Zusammenbruchs der Projekte Revolution Wind und Sunrise Wind mit Strafen in Höhe von bis zu 120 Milliarden DKK belegt werden könnte, eine erschütternde Zahl, die den Einsatz in den Gesprächen mit den US-Regulierungsbehörden erhöht.

Trotzdem steht eine Bankengruppe unter Führung von JPMorgan Chase und Morgan Stanley hinter der geplanten Bezugsrechtskapitalerhöhung und setzt auf einen Durchbruch in den Verhandlungen.