Globale Weizenpreise fallen aufgrund üppiger Angebotsprognosen auf Mehrmonatstiefs

  • Die europäischen Weizenpreise erreichten aufgrund robuster Ernteprognosen den niedrigsten Stand seit März 2024.
  • Russland, die Ukraine und Kanada prognostizieren starke Weizenernten, die das weltweite Angebot erhöhen.
  • Die Ernten der südlichen Hemisphäre, einschließlich Australien, deuten ebenfalls auf ein reichliches Angebot hin, was auf eine anhaltend niedrige Preisschwäche hindeutet

Am Donnerstag erlebte der Preis für europäischen Weizen an der Euronext in Paris einen deutlichen Rückgang, wobei sich der am aktivsten gehandelte Futures-Kontrakt bei 192 EUR pro Tonne einpendelte.

Dieser deutliche Rückgang drückte den Preis auf den niedrigsten Stand seit März 2024, was auf mögliche Verschiebungen der Marktdynamik und des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage hindeutet.

Der Rückgang könnte auf ein Zusammentreffen von Faktoren zurückgeführt werden, darunter robuste Ernteprognosen in wichtigen europäischen Anbauregionen, die auf ein reichliches Angebot auf den Markt hindeuten.

Darüber hinaus könnten auch die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten und ein stärkerer Euro gegenüber anderen wichtigen Währungen eine Rolle gespielt haben, die die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Exporte beeinträchtigt haben.

Damit liegt er leicht unter dem bisherigen Jahrestief, das im Juli verzeichnet wurde.

Weltweit reichlich vorhanden

Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank AG, sagte:

Unterdessen hat IKAR, ein bekanntes russisches Beratungsunternehmen, Anfang dieser Woche in einem wichtigen Update seine Prognosen für die russische Agrarproduktion erneut angepasst.

Das Unternehmen hat seine Prognose für die russische Weizenernte um weitere 500.000 Tonnen auf insgesamt 86 Millionen Tonnen angehoben.

Gleichzeitig korrigierte IKAR auch ihre Schätzung für Russlands Weizenexporte um den gleichen Betrag nach oben und rechnet nun mit 43 Millionen Tonnen, die weltweit verschifft werden.

Diese jüngste Revision spiegelt einen anhaltend optimistischen Ausblick für den russischen Agrarsektor wider, der auf robuste Erträge und eine starke Kapazität für den internationalen Handel in der kommenden Zeit hindeutet.

Die anhaltenden Aufwärtskorrekturen von IKAR deuten auf ein wachsendes Vertrauen in die Gesamtstärke und Produktivität der russischen Weizenindustrie hin.

Starke Ernteprognosen in Schlüsselregionen

Darüber hinaus prognostiziert der größte Bauernverband der Ukraine eine Weizenernte von 21,8 Millionen Tonnen, eine Zahl, die die Prognose des Wirtschaftsministeriums leicht übertrifft.

Kanada spielt auch eine entscheidende Rolle auf dem globalen Weizenmarkt und trägt durchweg zu einem erheblichen Angebot bei.

In diesem Jahr wird die Weizenernte trotz eines erwarteten leichten Rückgangs gegenüber dem Rekord des Vorjahres mit beeindruckenden 35,5 Millionen Tonnen weiterhin außergewöhnlich groß ausfallen. Diese Zahl unterstreicht laut Statistics Canada die anhaltende Bedeutung des Landes als wichtiger Weizenproduzent und -exporteur.

Die 35,5 Millionen Tonnen liegen zwar geringfügig unter dem außergewöhnlich hohen Ertrag des Vorjahres, sind aber immer noch ein beachtliches Volumen, das auf einen gesunden und produktiven Agrarsektor hindeutet.

Diese konstante Versorgung aus Kanada trägt dazu bei, potenzielle Engpässe in anderen Teilen der Welt auszugleichen und einen stetigen Fluss dieses wichtigen Rohstoffs zu gewährleisten.

Fritsch sagt:

"Auch hier stehen die Zeichen auf ein reichliches Angebot", fügte er hinzu.

Nächste Woche wird das Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics and Sciences (ABARES) seine neue Prognose für die Weizenernte in Australien veröffentlichen, die ab Oktober geerntet werden soll.

"Vieles deutet darauf hin, dass ABARES seine Juni-Prognose von 30,6 Millionen Tonnen nach oben korrigieren wird." Fritsch fügte hinzu.

Die Erntemenge wird derzeit von privaten Prognoseinstituten auf 32 bis 35 Millionen Tonnen geschätzt.