Oracle springt vorbörslich zu, obwohl Barclays und RBC unterschiedliche Ansichten haben

Oracle springt vorbörslich zu, obwohl Barclays und RBC unterschiedliche Ansichten haben
Ananthu C U
09. Sept. 2025, 14:35 PM
  • Barclays hebt das Oracle-Ziel auf 281 $ an, da der Optimismus eines Vertrags über 30 Mrd. $ vor den Ergebnissen des 1. Quartals besteht.
  • RBC hält an einem Kursziel von 195 $ fest und begründet dies mit dem OCI-Wachstum und den Unsicherheiten bei der Transaktion in Höhe von 30 Mrd. $.
  • Oracle investiert 38 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren, da die Cloud-Nachfrage die Expansion vorantreibt.

Oracle Corp. (NYSE: ORCL) zieht im Vorfeld seines Ergebnisberichts für das erste Quartal 2026 erhöhte Aufmerksamkeit an der Wall Street auf sich, da Großbanken aktualisierte Prognosen abgeben, die sowohl Optimismus als auch Vorsicht widerspiegeln.

Es wird erwartet, dass der Cloud-Software-Riese weitere Details zu einem im Juni vorgestellten Vertrag über 30 Milliarden US-Dollar bekannt geben wird, von dem Analysten glauben, dass er seinen Wachstumskurs neu gestalten könnte.

Barclays sieht starkes Aufwärtspotenzial nach 30-Milliarden-Dollar-Kontrakt

Barclays hob am Montag sein Kursziel für Oracle von 221 $ auf 281 $ pro Aktie an und behielt sein Overweight-Rating bei.

Das neue Ziel impliziert ein Aufwärtspotenzial von fast 18% gegenüber dem aktuellen Niveau.

Analyst Raimo Lenschow beschrieb den bevorstehenden Bericht als "sehr anders als in anderen Jahren" und verwies auf die Größenordnung des mehrjährigen Vertrags über 30 Milliarden US-Dollar, der in einer Einreichung von Ende Juni 8K offengelegt wurde.

Barclays erwartet, dass Oracle zusätzliche Informationen darüber bereitstellen wird, wie sich der Vertrag auf die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) auswirken wird, und merkt an, dass ein Deal dieser Größenordnung "die RPO sehr stark in die Höhe treiben könnte".

Lenschow wies auch auf potenzielle Investitionen hin, die erforderlich sind, um die Umsetzung der Vereinbarung zu unterstützen.

Die Überprüfungen der Bank deuten darauf hin, dass Oracle die Konsenserwartungen übertreffen könnte, unterstützt durch das Kundeninteresse in Wachstumsbereichen wie Oracle Cloud Infrastructure (OCI), Autonomous Database und Unternehmensanwendungen.

Von LSEG befragte Analysten prognostizieren einen Gewinn von 1,48 $ pro Aktie bei einem Umsatz von 15,04 Mrd. $, was einem Gewinnwachstum von mehr als 6% gegenüber dem Vorjahr und einem Umsatzwachstum von 13% entspricht.

Der Aktienkurs von Oracle ist seit Jahresbeginn um mehr als 43% gestiegen, wobei die Aktie im vorbörslichen Handel um weitere 1,4% zulegte.

RBC bleibt vorsichtig mit Sector Perform-Rating

RBC Capital bekräftigte unterdessen sein Sector Perform-Rating für Oracle und setzte ein Kursziel von 195 $.

Angesichts der Marktkapitalisierung von Oracle von 670 Mrd. $ betonte RBC, dass der Fokus der Anleger weiterhin auf dem Wachstumskurs des OCI liegt, das im Jahresvergleich voraussichtlich ein Wachstum im niedrigen 50%-Bereich verzeichnen wird.

Eine weitere wichtige Frage für Investoren ist, wie viel von dem OpenAI-Vertrag im Wert von 30 Milliarden US-Dollar eher ein inkrementelles Geschäft als eine bestehende Nachfrage darstellt.

Das Unternehmen wies auch auf die Unsicherheit in Bezug auf die Stargate-Technologie von Oracle hin, deren finanzieller Beitrag noch nicht festgelegt wurde.

RBC geht davon aus, dass die Offenlegung großer KI-bezogener Verträge und das RPO-Wachstum eine entscheidende Rolle bei der Marktreaktion auf die Ergebnisse spielen werden.

Das Kursziel von 195 $ impliziert für das Kalenderjahr 2026 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38x, gegenüber dem aktuellen 46,8x, nachdem Oracle im vergangenen Jahr einen starken Aktien App von über 70% verzeichnet hatte.

Breitere Analystenlandschaft und Expansionspläne

Auch andere Unternehmen äußern sich vor den Ergebnissen von Oracle.

TD Cowen prognostiziert eine währungsbereinigte Wachstumsrate von 10% und begründet dies mit einer robusten Nachfrage nach OCI.

Morgan Stanley hat kürzlich sein Kursziel mit einem Equalweight-Rating auf 246 $ angehoben, während Global Equities Research ein aggressiveres Ziel von 400 $ festgelegt hat und argumentiert, dass Oracle eine zentrale Rolle im sich entwickelnden Technologie-Ökosystem einnimmt.

Parallel zu den Analystenprognosen verfolgt Oracle einen deutlichen Ausbau der Infrastruktur.

Die Rechenzentren des Unternehmens in Wisconsin und Texas sollen ein Schuldenpaket in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar erhalten, das von JPMorgan Chase und der Mitsubishi UFJ Financial Group arrangiert wurde.

Davon sind 23 Milliarden US-Dollar für den Campus in Texas vorgesehen, was die aggressiven Investitionen von Oracle in die Cloud-Infrastruktur unterstreicht, um die erwartete Nachfrage zu decken.

Während Oracle sich darauf vorbereitet, seine Ergebnisse nach Börsenschluss am Dienstag zu veröffentlichen, werden die Anleger genau darauf achten, Klarheit über den Umfang seines Multimilliarden-Dollar-Vertrags, die Entwicklung seines Cloud-Geschäfts und den Zeitpunkt der Renditen aus seinem umfangreichen Kapitalinvestitionsprogramm zu erhalten.