US-Richter hält PDVSA-Anleihen für 2020 aufrecht und verzögert Citgo-Auktion
- US-Richter hält die Anleihen von PDVSA aus dem Jahr 2020 aufrecht und bekräftigt damit die Ansprüche der Gläubiger auf Citgo.
- Citgo-Auktion in Delaware nach dem New Yorker Urteil kurzzeitig ausgesetzt.
- Venezuelas Opposition steht erneut unter Druck, da die Anleihegläubiger an Einfluss gewinnen.
Ein US-Richter hat am Donnerstag die Anleihen 2020 der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA für gültig erklärt und eine separate Auktion von Aktien der US-Muttergesellschaft Citgo Petroleum vorübergehend auf Eis gelegt.
Laut Reuters bestätigte das Urteil die Rechte der Anleihegläubiger an der in Houston ansässigen Raffinerie, einem der wertvollsten ausländischen Vermögenswerte Venezuelas.
Diese Anleihen sind durch eine Mehrheitsbeteiligung an Citgo besichert und befinden sich letztlich im Besitz der PDVSA mit Hauptsitz in Caracas.
Citgo könnte von internationalen Gläubigern beschlagnahmt werden, da Venezuela 2019 mit seinen Schulden in Verzug geraten ist.
Jahrelange Rechtsstreitigkeiten
Anleihegläubiger und Firmen, deren Vermögenswerte in Venezuela enteignet wurden, kämpfen seit Jahren vor US-Gerichten um die Eintreibung von Forderungen aus den internationalen Beteiligungen des Landes.
Citgo, mit einem Wert von rund 13 Milliarden US-Dollar und der siebtgrößten Raffinerie in den Vereinigten Staaten, steht im Zentrum der Konflikte.
Venezuela hat die Bedienung der Anleihen zusammen mit anderen Staats- und PDVSA-Schulden im Jahr 2019 eingestellt.
Unternehmen, die während der Enteignungen durch den verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez Eigentum verloren hatten, reichten schließlich ein Schiedsverfahren ein und erhielten Schiedssprüche, die sie nun gegen Venezuelas Auslandsvermögen durchzusetzen versuchen.
Sanktionen und Oppositionsbekämpfung
Washington hatte PDVSA bereits 2019 sanktioniert, um Maduros Regime unter Druck zu setzen.
Die Sanktionen zwangen Citgo, die Beziehungen zu seiner Muttergesellschaft abzubrechen und das Unternehmen unter die Kontrolle der von den USA unterstützten venezolanischen Opposition zu stellen.
Die Opposition versucht seither, Citgo und andere ausländische Vermögenswerte vor Gläubigern zu schützen. Der Kern ihrer rechtlichen Strategie war die Behauptung, dass die Anleihen der PDVSA aus dem Jahr 2020 nicht gültig seien, weil sie nach venezolanischem Recht schlecht genehmigt worden seien.
Richter bestätigt Gültigkeit der Anleihe
Am Donnerstag wies die US-Bezirksrichterin Katherine Polk Failla aus Manhattan die Argumente der Opposition zurück.
Sie entschied, dass die Anleihen rechtmäßig ausgegeben wurden, und wiederholte damit ihre vorherige Entscheidung aus dem Jahr 2020.
Ein Berufungsgericht verwies das ursprüngliche Urteil zur weiteren Überprüfung zurück, aber Failla blieb standhaft.
Ihr Urteil hatte unmittelbare Auswirkungen in Delaware, wo US-Bezirksrichter Leonard Stark den gerichtlich angeordneten Verkauf der Aktien der Muttergesellschaft von Citgo beaufsichtigt.
Die Auktion wurde kurzzeitig unterbrochen, um die Auswirkungen der New Yorker Entscheidung zu analysieren.
Auktion und potentielle Käufer
Bei der Auktion in Delaware gingen 15 Gebote ein, darunter Firmen und Anleihegläubiger mit Forderungen gegen Venezuela.
Darunter sind eine Tochtergesellschaft des kanadischen Bergbauunternehmens Gold Reserve und Amber Energy, die mit Elliott Investment Management verbunden ist.
Die Anhörungen erreichten am Donnerstag ihren vierten Tag, wobei Stark noch mehrere Verfahrensfragen beantworten oder einen Zuschlag bestätigen musste.
Es wird erwartet, dass die Entscheidung über den Verkauf die Zukunft von Citgo bestimmen wird, einer wichtigen Geldquelle für die venezolanische Opposition und einem möglichen Vermögenswert für Gläubiger, die eine Rückzahlung verlangen.
Laut einem Gerichtsdokument vom Juli kam das erste Höchstgebot von der Goldreserve-Tochtergesellschaft eines in Toronto börsennotierten Bergbauunternehmens. Seit Jahren fordert das Unternehmen eine Entschädigung für die Enteignung seiner venezolanischen Interessen.
Aber die Überprüfung nahm letzten Monat eine dramatische Wendung, als der Vorstandsvorsitzende Robert Pincus seine Empfehlung zugunsten von Amber Energy, einem Partner von Elliott Investment Management, änderte.
Am Ende hielt Pincus Ambers Gebot in Höhe von 5,9 Milliarden US-Dollar nach einem späten Bieterkrieg für das bessere der beiden.
Das Angebot von Amber wurde bald von konkurrierenden Klägern und ihren Anwälten angefochten, die Anträge auf Disqualifikation einreichten.
Venezuelas nächste Schritte
Anfang dieser Woche warnten venezolanische Anwälte, dass sie Berufung einlegen würden, wenn sich die Anleihen von 2020 als legitim erweisen sollten.
Nach der Entscheidung von Failla beriefen die Aufsichtsgremien von Citgo eine Dringlichkeitssitzung mit Rechtsberatern ein, um ihre Optionen zu prüfen, so eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
Vorerst setzt Starks Gericht den Auktionsprozess fort, aber die erneute Vitalität der Ansprüche der Anleihegläubiger erschwert den ohnehin schon hitzigen Kampf um Citgo.
Ein entscheidender Moment
Die Duell-Fälle in New York und Delaware zeigen, was für Venezuelas Offshore-Vermögenswerte auf dem Spiel steht, die zwischen den Forderungen der Gläubiger und politischen Maßnahmen zum Schutz nationaler Interessen feststecken.
Da das Schicksal von Citgo in der Schwebe hängt, könnte Faillas Entscheidung das Ausmaß des Einflusses verändern, den Anleihegläubiger und Enteignungskläger letztlich im Kampf um die Kontrolle über das Unternehmen haben.
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