Argentinischer Peso steigt: Zuflüsse in Höhe von 7 Mrd. $ aus Getreideexporten erhöhen die Reserven

Argentinischer Peso steigt: Zuflüsse in Höhe von 7 Mrd. $ aus Getreideexporten erhöhen die Reserven
Diya Poddar
25. Sept. 2025, 11:36 AM
  • Der argentinische Peso steigt um fast 10%, nachdem Getreideexportdollar im Wert von 7 Mrd. $ den Devisenmarkt belastet haben.
  • Vorübergehende Steuervergünstigungen zwingen Exporteure dazu, 90 % der Einnahmen in nur 72 Stunden zu verkaufen.
  • Die Zentralbank steht unter Druck, ihre Reserven wieder aufzubauen und gleichzeitig die Stabilität des Peso zu gewährleisten.

Der argentinische Devisenmarkt wurde mit Dollars überschwemmt, nachdem die Exporteure sich beeilt hatten, Getreideeinnahmen im Rahmen einer vorübergehenden Steuervergünstigung zu verkaufen, die von der Regierung von Präsident Javier Milei eingeführt wurde.

Dieser Schritt, gepaart mit Devisenzusagen zur Unterstützung durch die USA, hat den Peso gestärkt und den Druck auf die Regierung wiederbelebt, ihre schwindenden Reserven wieder aufzubauen.

Der plötzliche Zufluss, der die von den Behörden bis Mitte der Woche festgelegte Obergrenze von 7 Mrd. $ erreichte, hat einen ungewöhnlichen Angebotsschock in einem Markt ausgelöst, in dem der tägliche Handel durchschnittlich nur 500 Mio. $ beträgt.

Analysten sagen, dass die Zentralbank jetzt vor einem entscheidenden Moment steht, um Dollars zu akkumulieren, ohne die Bemühungen zur Kontrolle der Inflation zu untergraben.

Dollar-Zuflüsse verändern den argentinischen Devisenmarkt

Der am Montag angekündigte Steueranreiz sah vor, dass 90 % der Getreideexportdollar innerhalb von 72 Stunden auf dem offiziellen Devisenmarkt verkauft werden müssen. Am Mittwochabend war die Obergrenze erreicht, und das Geld begann, die Entwicklung des Peso neu zu gestalten.

Der Anstieg fiel mit dem Signal Washingtons zusammen, seine Unterstützung für die Wirtschaftsreformen von Milei zu signalisieren, einschließlich der Gespräche über eine mögliche Swap-Linie in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar mit Argentinien.

Der Peso, der am Freitag ein Rekordtief von 1.475 pro Dollar erreicht hatte, erholte sich bis zur Wochenmitte um fast 10%. Die Abwertungswetten gingen zurück, da der Markt auf die kombinierte Wirkung der neuen Maßnahme und der US-Zusicherungen reagierte.

Für die Anleger wurde das Ausmaß der Zuflüsse als außergewöhnlich angesehen und bot der argentinischen Zentralbank eine seltene Gelegenheit, ihre Position zu stärken.

Der Druck baut sich auf, um die Reserven wieder aufzufüllen

Argentiniens Devisenreserven sind seit Anfang August um 4 Milliarden Dollar gesunken und liegen nun bei 39 Milliarden Dollar. Allein in der vergangenen Woche verkaufte die Zentralbank in nur drei Tagen mehr als 1 Milliarde US-Dollar, um die mit dem Internationalen Währungsfonds vereinbarte Handelsspanne zu verteidigen.

Der Wiederaufbau dieser Puffer ist seit langem eine Voraussetzung für die Finanzstabilität, und Analysten glauben, dass die Regierung Milei wenig Spielraum für einen Aufschub hat.

Obwohl Milei sich bisher geweigert hat, in den Markt einzugreifen, um seine Disinflationsziele zu schützen, scheinen sich die Umstände zu ändern.

Im April postete er auf X, dass es "keine Intervention geben wird, bis der Peso den Bandboden erreicht", der derzeit bei 947 Pesos pro Dollar liegt.

Mit der Rallye der Währung erwarten die Marktteilnehmer nun, dass die Käufe bei 1.300 bis 1.350 Pesos beginnen werden, was die Bandbreite verkleinert und die Reserven stärkt.

Peso-Rallye löst monetäre Verschiebungen aus

Die Zentralbank gab am Mittwoch ihr erstes Signal für einen Kurswechsel und senkte den eintägigen Peso-Repo-Satz um 10 Prozentpunkte auf 25%, während der Peso bei 1.330 pro Dollar gehandelt wurde.

Viele Trader interpretierten diese Bewegung als Bestätigung, dass das Level zum impliziten Boden des Bandes geworden ist.

Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Analysten davor warnen, dass Argentinien exponiert sein könnte, wenn die Zuflüsse ohne den Aufbau von Reserven abfließen könnten.

Sie argumentieren, dass die Reserven für den Schuldendienst und die Finanzstabilität wieder aufgebaut werden müssen, anstatt den Peso direkt zu verteidigen.

Mit der Stabilisierung des Peso stehen die Behörden vor der Herausforderung, den vorübergehenden Angebotsschub zu nutzen und gleichzeitig eine übermäßige Aufwertung der lokalen Währung zu verhindern.

Märkte halten Ausschau nach den nächsten Schritten

Die nächste Phase hängt davon ab, wie schnell die Regierung echte Reserven anhäufen kann, ohne ihr breiteres Wirtschaftsprogramm zu untergraben.

Die Anleger bleiben vorsichtig und weisen darauf hin, dass ein Versäumnis, Puffer aufzubauen, die Risikospreads in die Höhe treiben und die Regierung zu einem strafferen Asset-Liability-Management zwingen würde.

Bisher wurde die Rallye des Peso durch das unerwartete Ausmaß der Dollarzuflüsse und die erneute Unterstützung aus Washington unterstützt.

Angesichts der volatilen Geschichte Argentiniens bereiten sich die Märkte jedoch darauf vor, ob die Regierung Milei das aktuelle Zeitfenster nutzen wird, um ihre Finanzen zu stärken, oder ob sie einen weiteren Abschwung riskieren wird, wenn die vorübergehende Unterstützung nachlässt.