Australien schlägt strenge Krypto-Regeln vor: Plattformen für digitale Vermögenswerte drohen Strafen von 10 %

Australien schlägt strenge Krypto-Regeln vor: Plattformen für digitale Vermögenswerte drohen Strafen von 10 %
Diya Poddar
25. Sept. 2025, 08:58 AM
  • Der Gesetzentwurf schreibt eine australische Finanzdienstleistungslizenz für alle Plattformen für digitale Vermögenswerte vor.
  • Verstöße können Strafen in Höhe von 16,5 Mio. AUD, dreifache Gewinne oder 10 % des Jahresumsatzes nach sich ziehen.
  • Globale Börsen wie Coinbase und Kraken werden direkt von den neuen Regeln betroffen sein.

Australien hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der die Funktionsweise von Plattformen für digitale Vermögenswerte im Land neu gestalten könnte. Der Vorschlag, der am Donnerstag vom Finanzministerium veröffentlicht wurde, umreißt strenge Regeln für Lizenzierung, Einhaltung und Strafen.

Auffälligstes Merkmal ist die mögliche Strafe von bis zu 10 % des Jahresumsatzes bei Gesetzesverstößen.

Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Australien versucht, die Aufsicht über Börsen und tokenisierte Verwahrungsplattformen zu verschärfen, da die Bedenken der Regulierungsbehörden über Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Verbraucherschutz zunehmen.

Die Konsultationsphase läuft noch bis zum 24. Oktober und lädt die Branche zu ausführlichem Feedback ein.

Strafen im Zusammenhang mit Umsatz und Verhalten

Nach dem Entwurf der Vorschriften müssen alle in Australien tätigen Plattformen für digitale Vermögenswerte eine australische Finanzdienstleistungslizenz erwerben.

Dieser Rahmen wird sie unter den Corporations Act stellen und sie stärker an traditionelle Finanzinstitute und bestehende regulatorische Standards anpassen.

Verstöße gegen die Lizenzbedingungen – wie z. B. das Versäumnis, "ehrlich und fair" zu handeln oder sich an "irreführendem und täuschendem Verhalten und missbräuchlichen Vertragsbedingungen" zu beteiligen – könnten Strafen nach sich ziehen.

Diese würden auf 16,5 Millionen AUD (10,9 Millionen US-Dollar) festgelegt, was dem Dreifachen des erzielten Nutzens oder 10 % des Jahresumsatzes eines Unternehmens entspricht, je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Ausnahmen werden für kleinere Plattformen verfügbar sein, die weniger als 5.000 AUD pro Kunde halten und jährlich Transaktionen im Wert von weniger als 10 Millionen AUD verarbeiten.

Regulierungsbehörden drängen auf stärkere Schutzmaßnahmen

Der Schritt folgt auf wiederholte Aufrufe der australischen Behörde für Finanzkriminalität, der Zentralbank und anderer Regulierungsbehörden, die mit digitalen Vermögenswerten verbundenen Risiken einzudämmen.

Im August wurde der australische Zweig von Binance angewiesen, einen externen Prüfer zu ernennen, da Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bestanden.

Indem Kryptobörsen und tokenisierte Verwahrungsanbieter den gleichen Gesetzen unterworfen werden wie traditionelle Finanzdienstleistungen, will die Regierung den Verbraucherschutz ausbauen und die Finanzkriminalität deutlich reduzieren.

Globale Börsen auf dem Prüfstand

Global Player wie Coinbase Global Inc. und Kraken sind bereits in Australien tätig und werden direkt von der Gesetzgebung betroffen sein.

Der australische Landesdirektor von Coinbase, John O'Loghlen, betonte, dass Regulierung das Wirtschaftswachstum unterstützen und dazu beitragen kann, die globale Wettbewerbsfähigkeit Australiens zu erhalten.

Jonathon Miller von Kraken merkte an, dass das neue Rahmenwerk auf einen umfassenden Konsultationsprozess zwischen Industrie- und Regierungsvertretern folgt.

Diese Kommentare unterstreichen das Ausmaß, in dem der internationale Austausch an der Gestaltung des sich wandelnden regulatorischen Umfelds Australiens beteiligt ist.

Nächste Schritte für die Gesetzgebung

Die Konsultationsfrist läuft bis zum 24. Oktober, danach wird das Finanzministerium die Rückmeldungen der Branchenteilnehmer bewerten.

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würde es eine der bedeutendsten Veränderungen in Australiens Ansatz für digitale Vermögenswerte darstellen und einen umfassenden Rahmen schaffen, der die Lizenzierung mit schweren Strafen für die Nichteinhaltung kombiniert.

Das Finanzministerium hat betont, dass die neuen Regeln den Anlegern Klarheit und Stabilität bieten und gleichzeitig sicherstellen sollen, dass Plattformen für digitale Vermögenswerte die gleichen Standards erfüllen, die von anderen Finanzdienstleistern in Australien erwartet werden.