Google droht zweite EU-Geldbuße nach wegweisenden Tech-Regeln: Bericht

Google droht zweite EU-Geldbuße nach wegweisenden Tech-Regeln: Bericht
Ananthu C U
25. Sept. 2025, 18:05 PM
  • Google könnte nach einer Ad-Tech-Strafe von 2,95 Milliarden Euro eine zweite EU-Geldstrafe wegen Bevorzugung der vertikalen Suche drohen.
  • DMA-Regeln verbieten Selbstbevorzugung; Google könnte mit einer Geldstrafe von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes belegt werden.
  • EU verschiebt Entscheidung inmitten geopolitischer Spannungen und laufender Verhandlungen mit Google.

Google von Alphabet Inc. bereitet sich auf eine zweite Geldstrafe im Rahmen des weitreichenden Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union vor, berichtete Reuters, während die Regulierungsbehörden in Brüssel einen Entscheidungsentwurf darüber vorbereiten, ob das Unternehmen seine eigenen vertikalen Suchdienste unfair gegenüber Konkurrenten beworben hat.

Die Entwicklung kommt nur wenige Wochen, nachdem die Europäische Kommission den Tech-Riesen mit einer Geldstrafe von 2,95 Milliarden Euro (3,45 Milliarden US-Dollar) belegt hat, weil er seine Online-Display-Werbedienste bevorzugt behandelt hat, was die Bedenken über die Marktdominanz von Google verstärkt.

Zweiter Fall zielt auf Suchdienste ab

Die drohende Geldstrafe geht auf eine im März eingereichte Anklage zurück, in der behauptet wird, dass Google seine vertikalen Suchprodukte wie Google Shopping, Google Flights und Google Hotels auf Kosten der Konkurrenz bevorzugt hat.

Diese Dienste, die in den Suchergebnissen prominent erscheinen, sind seit langem ein Streitpunkt für konkurrierende Vergleichsseiten, Fluggesellschaften, Hotels und Einzelhändler, die behaupten, dass die Praktiken von Google die Sichtbarkeit alternativer Plattformen einschränken.

Die Europäische Kommission, die als oberste Wettbewerbsbehörde der EU fungiert, hat untersucht, ob diese Praktiken gegen den DMA verstoßen.

Die Regeln legen strenge Richtlinien für sogenannte "Gatekeeper"-Unternehmen fest, einschließlich Verboten der Selbstbevorzugung, die große Plattformen daran hindern, ihren eigenen Diensten einen ungerechtfertigten Vorteil zu verschaffen.

Verstöße können zu Geldstrafen von bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens führen, was den Einsatz für Google besonders hoch macht.

Alphabet meldete für 2024 einen Umsatz von mehr als 300 Milliarden US-Dollar, was die potenziellen finanziellen Auswirkungen einer Strafe unterstreicht.

Verhandlungen gehen unter Kritik weiter

Google hat mehrere Vorschläge gemacht, um die Bedenken der EU auszuräumen, aber bisher haben diese weder die Regulierungsbehörden noch die Kritiker zufriedengestellt.

Reuters-Berichten zufolge hat das Unternehmen immer noch eine Chance, die Geldstrafe abzuwenden, wenn es einen stärkeren Vorschlag vorlegt, der die Wettbewerbsbedingungen für die Konkurrenten ausgleicht.

Die Europäische Kommission lehnte eine Stellungnahme ab, während Google Reuters auf frühere Äußerungen von Oliver Bethell, dem leitenden Direktor für Wettbewerb, verwies.

"Obwohl wir während des gesamten Prozesses um Feedback gebeten haben, müssen wir diese Debatte jetzt zu einem Ende bringen, ohne dass die Interessen einiger weniger Vorrang vor den Millionen von Menschen und Unternehmen in Europa haben, die von der Suche profitieren", sagte Bethell.

Der Bericht fügte hinzu, dass es keine unmittelbare Eile gebe, den Fall abzuschließen, was zum Teil auf geopolitische Erwägungen zurückzuführen sei.

US-Präsident Donald Trump hat die regulatorischen Maßnahmen der EU gegen amerikanische Technologieunternehmen kritisiert, und die EU hat derzeit mit breiteren Handelsspannungen mit Washington zu kämpfen.

Dies hat in Brüssel zu einer zusätzlichen Vorsicht geführt, da es den Zeitpunkt und den Umfang seiner Entscheidung prüft.

Wachsender Druck auf Big Tech

Die mögliche Geldbuße wäre ein weiterer Test für die Entschlossenheit der EU, ihr neues Regulierungssystem durchzusetzen, das darauf abzielt, den Einfluss von Big-Tech-Unternehmen einzudämmen und einen fairen Wettbewerb auf den digitalen Märkten zu gewährleisten.

Der DMA, der Anfang des Jahres in Kraft getreten ist, hat die Arbeitsweise großer Plattformen in Europa bereits verändert, indem er strenge Compliance-Anforderungen auferlegt.

Für Google verdeutlichen die wiederholten Zusammenstöße mit den europäischen Regulierungsbehörden die anhaltende Spannung zwischen Innovation, Verbraucherzugang und fairen Marktpraktiken.

Während das Unternehmen darauf besteht, dass seine Dienste Millionen von Nutzern und Unternehmen zugute kommen, argumentieren Kritiker, dass festgefahrene Vorteile die Auswahl einschränken und den Wettbewerb unterdrücken.