Dänemark steht vor neuem Drohnenangriff auf wichtigen Militärflugplatz

Dänemark steht vor neuem Drohnenangriff auf wichtigen Militärflugplatz
Ananthu C U
27. Sept. 2025, 12:04 PM
  • Dänemark schlägt Alarm, nachdem Drohnen landesweit Flughäfen und Militärstützpunkte angegriffen haben.
  • Der Premierminister warnt vor hybriden Angriffen, da Europa Drohnenangriffe mit russischer Destabilisierung in Verbindung bringt.
  • Kopenhagen steht wegen seiner schwachen Verteidigung inmitten wachsender Sicherheitsbedenken der NATO in der Kritik.

Dänemark steht vor der größten Sicherheitsherausforderung seit Jahren, nachdem eine Reihe von Drohnenangriffen den Betrieb auf Flughäfen und Militärstützpunkten gestört und die Behörden dazu veranlasst hat, die Alarmstufe auf den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt zu erhöhen.

Die Regierung hat zwar keinen Schuldigen genannt, aber Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat davor gewarnt, dass die Ereignisse hybriden Angriffen ähneln und sie mit Russlands umfassenderen Versuchen zur Destabilisierung Europas in Verbindung bringen.

Moskau hat jede Beteiligung bestritten.

Wiederholte Drohnensichtungen in der Nähe kritischer Infrastrukturen

Der jüngste Vorfall ereignete sich am späten Freitag, als ein oder zwei Drohnen in den Luftraum über dem Flughafen Karup, Dänemarks größtem Luftwaffenstandort, eindrangen.

Nach Angaben des Senders TV2 setzten die Streitkräfte "mehrere Kapazitäten" ein, um die Drohnen zu bekämpfen, obwohl weitere Details zurückgehalten wurden.

Die Drohnen haben den kommerziellen Flugverkehr nicht beeinträchtigt, da die zivilen Operationen von Karup begrenzt sind.

Der Vorfall in Karup folgte auf eine Reihe von Drohnensichtungen Anfang der Woche.

Der Flughafen Kopenhagen – der verkehrsreichste in Skandinavien – musste am Montag für mehrere Stunden schließen, nachdem große Drohnen in seinen Luftraum eingedrungen waren.

Fünf kleinere Flughäfen, sowohl zivile als auch militärische, wurden ebenfalls vorübergehend geschlossen.

Der Flughafen Aalborg wurde am späten Donnerstag geschlossen, was zu gestrichenen Flügen führte, obwohl in diesem Fall letztendlich keine Drohnen bestätigt wurden.

Die Polizei berichtete, dass sie innerhalb von 24 Stunden mehr als 500 Anrufe im Zusammenhang mit Drohnen erhalten habe, obwohl sich viele als Fehlalarme herausstellten.

In einem Fall wurde das, was man für eine Drohne über dem Flughafen von Billund hielt, später als heller Stern identifiziert. Nichtsdestotrotz unterstreicht die schiere Menge an Meldungen die erhöhte Alarmbereitschaft.

Hybride Angriffe und regionale Sicherheitsbedenken

Ministerpräsident Frederiksen bezeichnete die Ereignisse als "den bisher schwerwiegendsten Angriff auf die kritische Infrastruktur Dänemarks" und forderte die Bürger auf, sich auf weitere hybride Bedrohungen vorzubereiten, darunter Sabotage, Cyberangriffe und Unterbrechungen von Seekabeln.

Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen bezeichnete die Übergriffe als "hybride Angriffe mit verschiedenen Arten von Drohnen".

Die Vorfälle sind nicht auf Dänemark beschränkt. Polen, Estland und Rumänien haben in diesem Monat ebenfalls Luftraumverletzungen gemeldet, was den Verdacht nährt, dass Russland die NATO-Verteidigung ausspioniert.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sagte dem Fernsehsender Bloomberg, dass es sich bei der Aktion um einen bewussten Versuch von Präsident Wladimir Putin handeln könnte, die Entschlossenheit des Westens zu testen.

Während Dänemark davon abgesehen hat, sich auf Artikel 4 der NATO zu berufen, der ein koordiniertes Vorgehen der Verbündeten auslösen könnte, haben sich Beamte eng mit den europäischen Partnern beraten.

Schweden hat angeboten, Anti-Drohnen-Fähigkeiten bereitzustellen, um die dänische Verteidigung im Vorfeld eines Gipfels in Kopenhagen nächste Woche zu stärken, bei dem die europäischen Staats- und Regierungschefs über hybride Kriegsführung und Sicherheitsreaktionen diskutieren werden.

Wirtschaftliche und politische Herausforderungen

Die Drohnenvorfälle ereignen sich zu einem Zeitpunkt, an dem Dänemark seine Unterstützung für die Ukraine ausbaut und kürzlich ein Hilfspaket in Höhe von 2,7 Milliarden Kronen (423 Millionen US-Dollar) zugesagt hat, um die Verteidigungsindustrie in Kiew zu stärken.

Kopenhagen hat auch Langstreckenraketensysteme gekauft, die in der Lage sind, Ziele in Russland zu treffen.

Analysten vermuten, dass diese Schritte Dänemark zu einem Ziel für hybride Vergeltungsmaßnahmen gemacht haben könnten.

Im Inland steht die Regierung wegen ihres Umgangs mit den Übergriffen in der Kritik, wobei die Frage aufgeworfen wird, warum nicht autorisierte Drohnen stundenlang ungestört arbeiten konnten.

Der dänische Sicherheits- und Geheimdienst hat das Risiko von Spionage und Sabotage als "hoch" eingestuft und Ähnlichkeiten mit hybrider Kriegsführung festgestellt, die anderswo in Europa zu beobachten ist.

Die Behörden prüfen derzeit mit EU-Partnern eine Initiative zur "Drohnenmauer", die darauf abzielt, fortschrittliche Erkennungs- und Abfangsysteme entlang der Ostflanke des Blocks zu entwickeln.