Die indische Zentralbank hält ihren Leitzins stabil bei 5,5 %

Die indische Zentralbank hält ihren Leitzins stabil bei 5,5 %
Deepali Singh
01. Okt. 2025, 09:11 AM
  • Die indische Zentralbank hat ihren Leitzins unverändert bei 5,5 Prozent belassen.
  • Der Gouverneur signalisierte jedoch, dass die Tür für zukünftige Zinssenkungen offen ist.
  • Die Bank wägt die Wachstumsrisiken durch US-Zölle gegen einen Absturz der Rupie ab.

In einem sorgfältig kalibrierten Schritt, der sowohl Geduld als auch Bereitschaft signalisieren soll, ließ die indische Zentralbank am Mittwoch ihren Leitzins unverändert, hielt aber die Tür für eine zukünftige Lockerung weit offen, da sich die Wirtschaft des Landes auf die vollen Auswirkungen der Strafzölle der USA vorbereitet.

Die Entscheidung war eine "expansive Pause", eine klare Botschaft, dass die Bank zwar vorerst ihr Feuer zurückhält, aber bereit ist zu handeln.

Gouverneur Sanjay Malhotra gab bekannt, dass der sechsköpfige geldpolitische Ausschuss einstimmig beschlossen habe, den Rückkaufsatz bei 5,5 Prozent zu belassen, eine Entscheidung, die mit den Prognosen der Mehrheit der Ökonomen übereinstimmt.

Eine "umsichtige" Pause, ein klares Signal

In einer Fernsehansprache erklärte Gouverneur Malhotra, dass es "klug" sei, die Zinsen vorerst stabil zu halten und die Auswirkungen der jüngsten politischen Maßnahmen, einschließlich Steuersenkungen, in der Wirtschaft durchsickern zu lassen.

Aber er ließ sofort ein kraftvolles und ausgesprochen zurückhaltendes Signal folgen, eine klare Anspielung auf die aufziehenden Gewitterwolken des Handelskrieges.

"Die aktuellen makroökonomischen Bedingungen und die Aussichten haben politischen Spielraum für eine weitere Unterstützung des Wachstums eröffnet", sagte er.

"Der MPC hielt es daher für klug, die Auswirkungen der politischen Maßnahmen abzuwarten und mehr Klarheit zu schaffen, bevor er die nächste Vorgehensweise festlegt."

Der Markt hat die Botschaft verstanden.

Die Rupie, die in diesem Jahr die Währung mit der schlechtesten Performance in Asien war, stieg aufgrund der Nachrichten, während die Aktien höher gehandelt wurden.

Ein Balanceakt mit hohem Einsatz

Die Zentralbank vollzieht derzeit eine prekäre Gratwanderung und ist gezwungen, eine Reihe von starken und konkurrierenden Prioritäten auszubalancieren.

Auf der einen Seite sieht es sich mit der doppelten Bedrohung durch eine gedämpfte Inflation und den erheblichen Wachstumsrisiken konfrontiert, die von den 50-prozentigen Exportabgaben von Präsident Donald Trump ausgehen.

Auf der anderen Seite muss sie sich mit dem steilen Absturz der Rupie auseinandersetzen, einem Rückgang, der durch einen Ausverkauf lokaler Aktien durch ausländische Investoren, die durch die Zölle verschreckt wurden, noch verschärft wurde.

Dieses komplexe Bild spiegelte sich in den aktualisierten Prognosen der Bank wider. Als Zeichen des Vertrauens in die zugrundeliegende Dynamik der Wirtschaft hob die RBI ihre Wachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 6,8 Prozent an.

Gleichzeitig senkte sie ihre Inflationsprognose für das Jahr auf nur 2,6 Prozent und lag damit deutlich unter ihrem Ziel von 4 Prozent, und begründete dies mit günstigen Lebensmittelpreisen.

Die Tür ist offen für mehr

Diese Kombination aus steigenden Wachstumsrisiken und sinkender Inflation hat den Markt davon überzeugt, dass weitere Zinssenkungen nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich sind.

"Der MPC hat eine expansive Pause in Bezug auf die Zinsen und die Haltung eingelegt", sagte Upasna Bharadwaj, Ökonom bei der Kotak Mahindra Bank Ltd.

"Die Wachstumsrisiken durch Zollunsicherheiten haben Spielraum für weitere Zinssenkungen geschaffen, wenn sich Risiken materialisieren." Sie sieht nun Spielraum für weitere Senkungen um 25 bis 50 Basispunkte für den Rest des Geschäftsjahres.

Die Zentralbank hat die Zinsen in diesem Jahr bereits um ganze 100 Basispunkte gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Jetzt, da die volle Wucht der amerikanischen Zölle zu spüren ist, hat sie deutlich gemacht, dass ihr die Munition noch nicht ausgegangen ist.

Die Pause mag klug sein, aber die Schlacht ist noch lange nicht vorbei.