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Vietnams Stärke im verarbeitenden Gewerbe führt zu einem schneller als erwarteten BIP-Wachstum

Vietnams Stärke im verarbeitenden Gewerbe führt zu einem schneller als erwarteten BIP-Wachstum
Diya Poddar
06. Okt. 2025, 08:36 AM
  • Das BIP Vietnams stieg im 3. Quartal 2025 um 8,23 % und übertraf damit die Prognosen von 7,15 %.
  • Die Industrieproduktion wuchs in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 um 9,92 %.
  • Die zugesagten ausländischen Direktinvestitionen stiegen um 15,2%, während die ausgezahlten ausländischen Direktinvestitionen um 8,5% stiegen.

Vietnams Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2025 schneller als erwartet, wobei das verarbeitende Gewerbe und die Exporte die Auswirkungen der neuen US-Zölle abfederten.

Einem Bloomberg-Bericht zufolge unterstreicht die Fähigkeit des Landes, das Wachstum inmitten zunehmender Handelsbarrieren aufrechtzuerhalten, seine industrielle Widerstandsfähigkeit und stärkt seine Position als wichtiger Knotenpunkt in der asiatischen Lieferkette.

Die am Montag vom Nationalen Statistikamt (NSO) in Hanoi veröffentlichten Daten besagen, dass das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr um 8,23 % gestiegen ist und damit die mittlere Schätzung der Analysten von 7,15 % übertroffen hat.

Das Wachstum im zweiten Quartal wurde ebenfalls von zuvor 7,96 % auf 8,19 % nach oben revidiert, was eine stärker als erwartete Leistung in allen Industriesektoren widerspiegelt.

Verarbeitendes Gewerbe dämpft Zolldruck

Die Industrieproduktion blieb der wichtigste Wachstumstreiber, wobei das verarbeitende Gewerbe in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,92 % zulegte.

Diese Beschleunigung kam zu einem Zeitpunkt, an dem die Unternehmen ihre Produktion vor Ablauf der Anfang August verhängten Frist für die US-Zölle erhöhten, so NSO-Chef Nguyen Thi Huong.

Die exportabhängige Wirtschaft sah sich mit einem von Präsident Donald Trump eingeführten Zoll von 20 % konfrontiert, doch Vietnams Fabriken passten sich schnell an, um Marktanteile zu halten.

Der Anstieg der Produktionstätigkeit trug dazu bei, den externen Gegenwind auszugleichen, was die wachsende Rolle des Landes als regionale Produktionsalternative inmitten der Neuausrichtung der globalen Lieferketten zeigt.

Exporte und Investitionen steigen über den geldpolitischen Zielen

Die Exporte stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 24,7 %, während die Importe um 24,9 % stiegen, was auf eine starke Handelsaktivität trotz protektionistischer Zwänge zurückzuführen ist.

Die Daten deuteten darauf hin, dass die Unternehmen ihre Lieferungen vorzogen, bevor die höheren Zollkosten in Kraft traten, eine Strategie, die das BIP-Wachstum stützte.

Unterdessen stiegen die zugesagten ausländischen Direktinvestitionen in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um 15,2 %, und die ausgezahlten ausländischen Direktinvestitionen stiegen um 8,5 %, was das anhaltende Vertrauen ausländischer Investoren zeigt.

Mit der Diversifizierung multinationaler Konzerne weg von China bleibt Vietnam ein bevorzugtes Ziel für Lieferketten in den Bereichen Elektronik, Bekleidung und Technologie.

Die Regierung hat sich für das Gesamtjahr ein ehrgeiziges Wachstumsziel von 8,3 % bis 8,5 % gesetzt. Obwohl das außenwirtschaftliche Umfeld unsicher bleibt, bringt die starke Entwicklung im dritten Quartal die Wirtschaft ihrem Ziel näher.

Marktreaktion und Inflationsentwicklung

Der Benchmark-VN-Index reagierte positiv und stieg am Montagmorgen um bis zu 1,9 % – der stärkste Anstieg seit dem 26. August. Die Rallye signalisierte den Optimismus der Anleger in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung Vietnams und die Aussichten für das verarbeitende Gewerbe.

Die Inflation steigt zwar leicht an, bleibt aber im Zielbereich der Regierung. Die Verbraucherpreise stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 3,38 % und lagen damit unter der für 2025 festgelegten Obergrenze von 4 % bis 4,5 %.

Diese Stabilität bietet der vietnamesischen Staatsbank Spielraum, um die günstigen monetären Bedingungen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Risiken der globalen Preisvolatilität zu bewältigen.

Vietnams Wachstumsstrategie inmitten der sich wandelnden Handelsdynamik

Die Leistung Vietnams unterstreicht den Erfolg seiner exportorientierten Strategie und seiner Fertigungstiefe. Das rasche Wachstum des Landes – 7,85 % in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 – spiegelt strukturelle Vorteile wie wettbewerbsfähige Arbeitskosten, ein verbessertes Logistiknetzwerk und Handelspakte mit großen Volkswirtschaften wider.

Die Regierung hat der industriellen Diversifizierung und der digitalen Transformation Vorrang eingeräumt, um die Wertschöpfung in Sektoren wie Elektronik, Halbleitern und grüner Fertigung zu steigern.

Während die Zölle aus den USA eine Herausforderung darstellen, könnten die Reorganisation der Produktion und die anhaltenden Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen dazu beitragen, die Auswirkungen in den kommenden Quartalen abzumildern.

Angesichts der rasanten Entwicklung der asiatischen Fertigungslandschaft bestätigen die jüngsten BIP-Ergebnisse Vietnams seine Rolle als eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Region.

Die Dynamik der Industrieproduktion, der Auslandsinvestitionen und des Handels deutet darauf hin, dass das Land trotz des globalen Gegenwinds auf dem richtigen Weg bleibt, seine Position als wichtiges Produktions- und Exportzentrum zu festigen.