Der britische Premierminister Keir Starmer trifft in Indien ein: Was steht auf dem Programm?

Der britische Premierminister Keir Starmer trifft in Indien ein: Was steht auf dem Programm?
Utkarsh Roshan
08. Okt. 2025, 07:22 AM
  • Keir Starmer trifft zu einem zweitägigen Handelsbesuch in Mumbai ein.
  • Indien und das Vereinigte Königreich wollen die Fortschritte in den Bereichen Handel, Technologie und Vision 2035 überprüfen.
  • Starmers Reise unterstreicht einen Neustart in den indisch-britischen Beziehungen nach dem Handelspakt.

Der britische Premierminister Keir Starmer traf am frühen Mittwochmorgen zu einem zweitägigen Besuch in Mumbai ein und führte eine 125-köpfige Delegation aus CEOs, Investoren und Vertretern britischer Institutionen, Universitäten und Industriegruppen an.

Die Reise, die von der Downing Street Nr. 10 als "zweitägige Handelsmission nach Mumbai" bezeichnet wurde, ist Starmers erster Besuch in Indien als Premierminister und findet nur wenige Monate nach der Unterzeichnung eines wegweisenden Handelsabkommens zwischen Indien und dem Vereinigten Königreich während des Besuchs von Premierminister Narendra Modi im Juli in London statt.

Der Zeitpunkt des Besuchs ist von Bedeutung, da beide Länder ihre Positionen angesichts der sich verändernden globalen Handelsdynamik und ihrer jeweiligen Beziehungen zu den USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump neu kalibrieren.

Begleitet wird Starmer vom britischen Handels- und Wirtschaftsminister Peter Kyle und dem britischen Investitionsminister Jason Stockwood.

Handelsabkommen gilt als "Startrampe für Wachstum"

Mit Blick auf das kürzlich abgeschlossene umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA) sagte Starmer: "Es ist nicht nur ein Stück Papier, es ist ein Sprungbrett für Wachstum."

Das Abkommen wurde als wichtiger Schritt zur Wiederbelebung von Handel und Investitionen zwischen den beiden Volkswirtschaften gewertet.

Nach Angaben des indischen Außenministeriums werden sich die Gespräche am Donnerstag sowohl mit bilateralen als auch mit regionalen Fragen befassen, wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung der Zusammenarbeit im Rahmen der im Juli 2024 gestarteten Technologiesicherheitsinitiative liegt.

Es wird auch erwartet, dass die Staats- und Regierungschefs die Fortschritte im Rahmen der "Vision 2035"-Roadmap überprüfen – einem Zehnjahresplan, der die Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Klimaschutz, Bildung und Technologie leiten soll.

Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen

Der Besuch stellt die jüngste Etappe in einer breiteren Neuausrichtung der Beziehungen zwischen Indien und Großbritannien dar. Beziehungen. Seit Starmer im Jahr 2020 den Vorsitz der Labour Party übernommen hat, hat er versucht, die Beziehungen wiederherzustellen, die unter der vorherigen Labour-Führung aufgrund von Positionen zu Indien, Pakistan und Kaschmir angespannt waren.

Eine langjährige Sorge Neu-Delhis sind die Sicherheitsrisiken für indische Vermögenswerte und Personal in Großbritannien durch die dort operierenden Khalistani-Separatisten.

Das Handelsabkommen vom Juli und die Verabschiedung der Vision 2035 wurden als wichtige Meilensteine angesehen, um das gegenseitige Vertrauen zu bekräftigen und einen pragmatischeren Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen zu schaffen.

Fokus auf Business, Fintech und Migration

Am Donnerstag werden sowohl Modi als auch Starmer Keynote-Reden auf dem Global Fintech Fest in Mumbai halten, wo sie auch Wirtschaftsführer treffen werden, um Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen digitales Finanzwesen und Innovation zu erkunden.

Im Rahmen des Handelsabkommens hat das Vereinigte Königreich die Zölle auf 99 % der Produkte abgeschafft, obwohl dies nach Schätzungen der Global Trade Initiative nur etwa 45 % (oder 6,5 Milliarden US-Dollar) der indischen Exporte nach Großbritannien abdeckt.

Zu den betroffenen Kategorien gehören Textilien, Schuhe, Meeresfrüchte und Automobile.

Der Besuch findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Starmers Labour-Regierung mit innenwirtschaftlichem Gegenwind zu kämpfen hat, darunter niedrige Produktivität, steigende Staatsverschuldung und schleppendes Wachstum.

Seine Regierung hat auch die Einwanderungskontrollen verschärft und den Zustrom von qualifizierten und dokumentierten Arbeitskräften nach Großbritannien begrenzt, ein Schritt, der durch den migrantenfeindlichen Druck der Konservativen und der Reformbritischen Partei beeinflusst wurde.

Trotz dieser Beschränkungen bleibt Indien die wichtigste Quelle für Fachkräftevisa für das Vereinigte Königreich, was die anhaltende Interdependenz zwischen den beiden Volkswirtschaften unterstreicht.