Meta und Apple stehen kurz vor Einigung mit der EU in Kartellfällen: Bericht

Meta und Apple stehen kurz vor Einigung mit der EU in Kartellfällen: Bericht
Ananthu C U
08. Okt. 2025, 13:31 PM
  • Meta und Apple stehen kurz vor EU-Einigung, um Kartellverfahren zu beenden und hohe tägliche Geldstrafen zu vermeiden.
  • Apple überarbeitet die App Store-Regeln, da die EU auf eine fairere Behandlung von Entwicklern drängt.
  • Die EU, Meta und Apple nähern sich angesichts der zunehmenden Tech-Spannungen zwischen den USA und der EU einer Einigung.

Meta und Apple stehen kurz davor, zwei hochkarätige Kartellfälle mit der Europäischen Kommission beizulegen, was eine mögliche Deeskalation in den anhaltenden Spannungen zwischen US-Big-Tech-Unternehmen und europäischen Regulierungsbehörden bedeutet, berichtete die Financial Times.

Laut den in dem Bericht zitierten Beamten, die über die Gespräche informiert wurden, befinden sich beide Unternehmen in der Endphase einer Vereinbarung, die zu Änderungen in ihren Geschäftspraktiken führen würde.

Die Gespräche finden statt, nachdem Meta und Apple im April zu einer Geldstrafe von insgesamt 700 Millionen Euro verurteilt wurden, weil sie gegen den Digital Markets Act (DMA) der EU verstoßen haben – ein wegweisendes Gesetz, das die Macht dominanter Online-Plattformen einschränken soll.

Meta wurde zu einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro verurteilt und angewiesen, sein umstrittenes "Pay or Consent"-Modell zu ändern, das von den Nutzern verlangt, entweder Datentracking zu akzeptieren oder für ein werbefreies Erlebnis zu bezahlen.

Europäische Beamte haben sich optimistisch geäußert, dass bald eine praktikable Lösung mit Meta gefunden werden kann.

Sie stellten jedoch fest, dass ein wichtiger Knackpunkt nach wie vor besteht: sicherzustellen, dass die Verbraucher die verschiedenen Optionen, die ihnen auf den Plattformen von Meta zur Verfügung stehen, leicht finden und navigieren können.

Apple passt App-Store-Regeln angesichts des regulatorischen Drucks an

Apple hat unterdessen bereits Schritte unternommen, um seine Richtlinien an die EU-Vorschriften anzupassen.

Im Juni kündigte das Unternehmen Pläne an, seine App Store-Regeln zu ändern, nachdem untersucht worden war, ob seine bestehenden Richtlinien App-Entwickler auf unfaire Weise daran hinderten, Verbraucher auf Angebote außerhalb des Apple-Ökosystems zu verweisen.

Kyle Andeer, Apples Chief Compliance Officer, sagte damals: "Wir haben getan, was wir tun mussten, um die Gefahr künftiger erheblicher Geldstrafen zu vermeiden."

Die Europäische Kommission befindet sich auch in Gesprächen mit Apple über eine separate Untersuchung zu den neuen Vertragsbedingungen des Unternehmens für Entwickler.

Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, sagten, dass die Verhandlungen zwar noch andauerten, aber noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden seien.

Nichtsdestotrotz hoffen beide Seiten, dass die Fälle bald beigelegt werden.

Eine Vereinbarung würde es Apple und Meta ermöglichen, tägliche Geldstrafen zu vermeiden, die nach dem DMA bis zu 5 Prozent des durchschnittlichen täglichen weltweiten Umsatzes eines Unternehmens erreichen können.

Breitere Spannungen zwischen Brüssel und Washington

Die möglichen Vergleiche finden vor dem Hintergrund wachsender transatlantischer Spannungen über die digitale Regulierung statt.

US-Präsident Donald Trump hat die Digitalgesetze der EU kritisiert und vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen gegen das gewarnt, was er als Diskriminierung amerikanischer Unternehmen bezeichnete.

Sowohl Apple als auch Meta haben den Ansatz der EU zur Technologieregulierung ausgesprochen.

Apple forderte Brüssel kürzlich auf, Teile des DMA abzuschaffen, mit dem Argument, dass das Gesetz "weit über das hinausgeht, was das Gesetz verlangt".

Das Unternehmen wirft der Europäischen Kommission auch vor, die Erwartungen an Compliance-Standards zu verschieben.

Die Kommission hält ihrerseits daran fest, dass ihre Priorität darin bestehe, einen echten Wettbewerb und Transparenz sowohl für die Nutzer als auch für die Entwickler zu gewährleisten.

"Compliance bedeutet, dass Entwickler eine echte Chance bekommen und dass die Nutzer eine echte Wahl haben, anstatt unter einem Labyrinth dunkler Muster von Gatekeepern begraben zu werden", sagte ein Sprecher.

Während die Kommission weiterhin Rückmeldungen von Interessengruppen zu Apples Änderungen einholt und Gespräche mit Meta über ungelöste Fragen führt, haben Beamte betont, dass "alle Optionen auf dem Tisch bleiben", einschließlich Zwangsgelder, wenn eines der Unternehmen sich nicht daran hält.

Sollten die Vergleiche abgeschlossen werden, wären sie ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Beziehungen zwischen der EU und großen US-Technologieunternehmen – und könnten den Ton angeben, wie globale Regulierungsbehörden in den kommenden Jahren die Gesetze zum digitalen Wettbewerb durchsetzen.