Ferrari-Aktien stürzen um über 10% ab, nachdem neues Elektrofahrzeug angeteasert wurde: Was ist passiert?

Ferrari-Aktien stürzen um über 10% ab, nachdem neues Elektrofahrzeug angeteasert wurde: Was ist passiert?
Utkarsh Roshan
09. Okt. 2025, 12:55 PM
  • Ferrari senkt das EV-Ziel für 2030 von 40 % auf 20 % und begründet dies mit der Kundennachfrage.
  • "Elettrica" soll im nächsten Jahr weltweit auf den Markt kommen, die Auslieferung wird für Ende 2026 erwartet.
  • Ferrari-Aktien fallen um über 10%, da die Anleger auf die überarbeitete EV-Roadmap reagieren.

Der Luxussportwagenhersteller Ferrari NV hat am Donnerstag seine Elektrifizierungsambitionen zurückgeschraubt und einen ersten Blick auf die Technologie gewährt, die seinem Debüt-Elektrofahrzeug "Elettrica" zugrunde liegt.

Der Schritt, der auf dem Capital Markets Day des Unternehmens bekannt gegeben wurde, spiegelt eine strategische Neuausrichtung hin zu einem ausgewogeneren Produktmix wider, der auf die sich entwickelnde Marktdynamik und die Kundenpräferenzen reagiert.

Der in Maranello ansässige Autohersteller geht nun davon aus, dass seine Produktpalette im Jahr 2030 zu 40 % aus Modellen mit Verbrennungsmotor, zu 40 % aus Hybrid- und zu 20 % aus vollelektrischen Autos bestehen wird.

Dies bedeutet eine Abkehr vom bisherigen Ziel von 40 % Elektrofahrzeugen bis zum Ende des Jahrzehnts.

Ferrari führte den Wandel auf einen kundenorientierten Ansatz, das vorherrschende Branchenumfeld und die prognostizierte Entwicklung in den nächsten fünf Jahren zurück.

Die Aktien von Ferrari fielen nach der Ankündigung stark, wobei die in Mailand notierten Aktien am Donnerstag im vorbörslichen Handel um 13% und die in den USA notierten Aktien um 11,3% fielen.

Erster Blick auf "Elettrica"

Im Rahmen seiner Technologie- und Innovationswerkstatt enthüllte Ferrari das serienreife Fahrwerk und den Antriebsstrang seines kommenden "Elettrica" – seines ersten vollelektrischen Fahrzeugs.

Das Unternehmen sagte, dass das Modell im Jahr 2026 in Produktion gehen werde, wobei die Auslieferungen voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen werden.

Das fertige Fahrzeug soll 2026 eine Weltpremiere feiern.

"Mit dem neuen Ferrari elettrica bekräftigen wir einmal mehr unseren Willen zum Fortschritt, indem wir die Disziplin der Technologie, die Kreativität des Designs und das Handwerk der Fertigung vereinen", sagte John Elkann, Vorstandsvorsitzender von Ferrari.

Es wird erwartet, dass die "elettrica" die für Ferrari typische technische Präzision demonstriert und gleichzeitig fortschrittliche elektrische Antriebstechnologien integriert, die im eigenen Haus entwickelt wurden.

Das EV-Werk des Unternehmens in Maranello ist von zentraler Bedeutung für diese Bemühungen, da es die gleichen handwerklichen Standards gewährleisten soll, die mit seinen Autos mit Verbrennungsmotor verbunden sind.

Verlangsamung der EV

Ferraris Verschiebung spiegelt einen breiteren Branchentrend wider, da mehrere globale Autohersteller ihre Verkaufsziele für Elektrofahrzeuge angesichts der schleppenden Verbraucherakzeptanz, der begrenzten Ladeinfrastruktur und der zunehmenden Konkurrenz durch chinesische Hersteller zurückschrauben.

Das schwedische Unternehmen Volvo Cars zum Beispiel hat sein öffentlichkeitswirksames Engagement, bis 2030 vollelektrisch zu fahren, aufgegeben und im vergangenen Jahr erklärt, dass es bei der Anpassung an sich ändernde Bedingungen "pragmatisch und flexibel" bleiben müsse.

Trotz der Neukalibrierung bleibt der Wachstumskurs von Ferrari insgesamt robust.

Der aktive Kundenstamm des Unternehmens ist auf 90.000 gestiegen, was einem Anstieg von 20 % gegenüber 2022 entspricht, was die anhaltende Nachfrage im gesamten Portfolio unterstreicht.

Ferrari bestätigte auch Pläne, zwischen 2026 und 2030 durchschnittlich vier neue Modelle pro Jahr auf den Markt zu bringen und damit seinen Fokus auf Produktvielfalt und Innovation zu verstärken.

Analysten sehen langfristig starke Fundamentaldaten

Die Analysten von JPMorgan schlugen nach der Präsentation einen optimistischen Ton an und drückten ihr Vertrauen in die strategische Umsetzungsfähigkeit von Ferrari aus.

"Wir haben großes Vertrauen in die Fähigkeit des Managements, seinen langfristigen Plan umzusetzen, da es zahlreiche Beweise dafür gibt, dass die Nachfrage derzeit das Angebot bei weitem übersteigt", sagte die Bank in einer Mitteilung.

Sie fügten hinzu, dass der Führungsstil von CEO Benedetto Vigna "das Unternehmen herausgefordert hat, die Zusammenarbeit zu nutzen, um die Geschwindigkeit zu erhöhen, mit der es Innovationen umsetzt", und dass eine bevorstehende Markteinführung eines Supersportwagens die Rentabilität weiter steigern könnte.