Invezz

Evening Digest: Die globale Wachstumsprognose des IWF, der Putsch in Madagaskar, Googles Indien-Wette

Evening Digest: Die globale Wachstumsprognose des IWF, der Putsch in Madagaskar, Googles Indien-Wette
Devesh Kumar
14. Okt. 2025, 20:18 PM
  • Der IWF hebt die Prognose für das globale Wachstum 2025 auf 3,2% an und begründet dies mit niedrigeren Zöllen und besseren Finanzierungsbedingungen.
  • Madagaskars oberstes Gericht ernennt Oberst Randrianirina, nachdem Präsident Rajoelina inmitten von Protesten geflohen ist.
  • Hier ist ein kurzer Blick auf die Geschichten, die Volkswirtschaften und Technologie auf der ganzen Welt prägen.

Der Dienstag war ein großer Tag in den globalen Nachrichten.

Der IWF hat seine Wachstumsprognose für 2025 angehoben, Madagaskar steht vor einer großen politischen Erschütterung, Oracle schlägt Wellen im KI-Chip-Rennen und Google setzt 15 Milliarden US-Dollar auf ein riesiges KI-Rechenzentrum in Indien.

Hier ist ein kurzer Blick auf die Geschichten, die Volkswirtschaften und Technologie auf der ganzen Welt prägen.

IWF hebt globale Wachstumsprognose an

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hob seine globale Wachstumsprognose für 2025 auf 3,2 % an, etwas höher als die im Juli prognostizierten 3,0 % und deutlich über den im April erwarteten 2,8 %.

Dieser Aufschwung ist auf die positiven Auswirkungen niedrigerer Zölle und allgemein besserer finanzieller Bedingungen auf der ganzen Welt zurückzuführen. Mit Blick auf das Jahr 2026 wird erwartet, dass sich das Wachstum etwas abschwächen und bei etwa 3,1 % liegen wird.

Aber es läuft nicht alles glatt. Der IWF warnt davor, dass es immer noch viele Risiken am Horizont gibt, wie z. B. ungelöste Handelsspannungen, insbesondere die Möglichkeit eines neuen Handelsstreits zwischen den USA und China, die die Lage ernsthaft verlangsamen könnten.

In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie den USA und der Eurozone dürften sich leichte Verbesserungen verzeichnen, während sich die Schwellenländer mit einem Wachstum von knapp über 4 % leicht verlangsamen könnten.

Insgesamt ist das Bild vorsichtig optimistisch.

Die politischen Entscheidungsträger werden aufgefordert, an vorhersehbaren, nachhaltigen Strategien festzuhalten, um die Volkswirtschaften widerstandsfähig zu halten und weiterhin in Innovationen zu investieren, insbesondere angesichts all der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten.

Putsch in Madagaskar

Madagaskar befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Das oberste Gericht des Landes hat Oberst Michael Randrianirina aufgefordert, nach einer Machtübernahme durch das Militär als neuer Präsident einzutreten.

Dies geschah, nachdem Präsident Andry Rajoelina inmitten massiver Jugendproteste gegen Wasser- und Stromknappheit aus dem Land geflohen war.

Das Militär war bereits eingeschritten, hatte die Kontrolle über das Land übernommen und mehrere wichtige Institutionen aufgelöst, obwohl das Unterhaus des Parlaments, das Rajoelina seines Amtes enthoben hatte, intakt geblieben ist.

Das Gericht hat Randrianirina nun beauftragt, innerhalb der nächsten 60 Tage Neuwahlen zu organisieren.

Während des Übergangs soll ein vom Militär geführtes Komitee Madagaskar bis zu zwei Jahre lang regieren, was auch ein Verfassungsreferendum beinhalten könnte.

Rajoelina soll das Land nach einem angeblichen Mordversuch zu seiner eigenen Sicherheit verlassen haben, wobei Quellen sagen, dass er von einem französischen Militärflugzeug evakuiert wurde.

Die Krise folgt auf wochenlange Unruhen, bei denen einige Militärs übergelaufen sind, um die Demonstranten zu unterstützen, die den Rücktritt des Präsidenten fordern.

Oracles großer Schritt im KI-Bereich

Oracle Cloud Infrastructure macht einen großen Schritt im KI-Bereich.

Das Unternehmen plant, ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 50.000 AMD Instinct MI450 KI-Chips auf den Markt zu bringen und ist damit der erste große Cloud-Anbieter, der einen KI-Supercluster anbietet, der auf diesen Prozessoren basiert.

Jedes Rack bietet Platz für bis zu 72 GPUs, die alle als ein einziges, leistungsstarkes System zusammenarbeiten und sich perfekt für die Bewältigung massiver KI-Workloads eignen.

Dieser Schritt bringt Oracle auch in einen direkteren Wettbewerb mit Nvidia, das derzeit den Markt für KI-Chips dominiert.

Karan Batta, Senior VP von Oracle, teilte sein Vertrauen in AMD, insbesondere bei KI-Inferenzaufgaben.

Die Partnerschaft folgt auf den mehrjährigen Vertrag von AMD mit OpenAI und spiegelt einen größeren Trend wider: Cloud-Anbieter diversifizieren zunehmend ihre KI-Hardware-Optionen, um mit der explodierenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur Schritt zu halten.

Google investiert 15 Milliarden US-Dollar in Indien

Google setzt stark auf Indien. Das Unternehmen kündigte eine Investition in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar an, um sein größtes KI-Rechenzentrum außerhalb der USA direkt in Visakhapatnam, Andhra Pradesh, zu bauen.

Das Projekt erstreckt sich über fünf Jahre von 2026 bis 2030 und umfasst einen 1-Gigawatt-Rechenzentrumscampus, der mit fortschrittlicher KI-Technologie, erneuerbarer Energie und sogar einem neuen Unterseekabelnetz ausgestattet ist, um die Konnektivität zu verbessern.

Ziel ist es, Indiens KI-Fähigkeiten zu stärken und die wachsende Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten zu befriedigen und gleichzeitig mehr als 180.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze zu schaffen.

Thomas Kurian, CEO von Google Cloud, nannte es ein "digitales Rückgrat" für Indiens KI-Wachstum. Dieser Hub ist Teil des globalen Netzwerks von Google in 12 Ländern und unterstreicht Indiens wachsende Rolle in der Welt der technischen Infrastruktur.