Invezz

Laos will die Stromversorgung von Krypto-Minern bis 2026 einstellen, um das industrielle Wachstum voranzutreiben

Laos will die Stromversorgung von Krypto-Minern bis 2026 einstellen, um das industrielle Wachstum voranzutreiben
Diya Poddar
17. Okt. 2025, 12:54 PM
  • Der Stromverbrauch im Bergbau ist von 500 MW auf 150 MW gesunken.
  • Es wird erwartet, dass die Exporte nach Vietnam und Singapur steigen werden.
  • Ein Schiedsverfahren mit China in Höhe von 555 Millionen US-Dollar ist noch nicht abgeschlossen.

Laos bereitet sich darauf vor, Kryptowährungs-Miner bis zum ersten Quartal 2026 von seinem nationalen Stromnetz zu trennen, wie aus einem Reuters-Bericht hervorgeht.

Die Regierung sagt, dass der Schritt dazu beitragen wird, wertvollen Strom in Sektoren umzuleiten, die direkter zum langfristigen Wirtschaftswachstum beitragen, wie z. B. Rechenzentren mit künstlicher Intelligenz, Metallraffinerien und die Herstellung von Elektrofahrzeugen.

Die Entscheidung markiert eine scharfe Wende in der Energiepolitik von Laos, die einst Miner auf der Suche nach billigem, erneuerbarem Strom begrüßte.

Doch da die Energienachfrage der Schwellenländer steigt, priorisieren die Behörden Sektoren, die Arbeitsplätze schaffen, die Exporte ankurbeln und die Binnenwirtschaft stärken.

Laos überdenkt Energieprioritäten

Laos öffnete 2021 seine Türen für das Krypto-Mining und zog Betreiber mit überschüssiger Wasserkraft und niedrigen Tarifen an.

Die Branche expandierte schnell und verbrauchte in der Spitze zwischen 2021 und 2022 rund 500 Megawatt (MW) Strom.

In diesem Jahr sei diese Zahl jedoch auf 150 MW gesunken, sagte der stellvertretende Energieminister Chanthaboun Soukaloun der Nachrichtenagentur in einem Interview.

Soukaloun sagte, die Regierung habe zunächst die Zuteilung von Strom an die Bergleute genehmigt, um ein Überangebot an Strom aufzufangen.

Dem Bericht zufolge ist das Ministerium jedoch der Ansicht, dass "Krypto keinen Wert schafft", wenn man es mit der Versorgung der Industrie mit greifbaren Leistungen und Beschäftigungsmöglichkeiten vergleicht.

Der stellvertretende Minister bestätigte, dass Laos erwogen habe, die Lieferungen früher im Jahr 2025 einzustellen, den Betrieb aber aufgrund starker Regenfälle, die die Wasserkrafterzeugung ankurbelten, vorübergehend fortzuführen.

Der Überschuss ermöglichte höhere Exporte in die Nachbarländer Thailand und Vietnam, während gleichzeitig einige Bergbaubetriebe unterstützt wurden.

Da sich die Nachfrage aus der hochwertigen Industrie beschleunigt, will Laos das Angebot bis zum Ende des ersten Quartals 2026 vollständig reduzieren.

Vom Krypto-Hub zum regionalen Stromexporteur

Laos, das als "Batterie Südostasiens" bekannt ist, hat seine Wirtschaft auf Wasserkraftexporten aufgebaut, die für die Nachbarländer, die versuchen, ihren Energiemix zu dekarbonisieren, von entscheidender Bedeutung sind.

Der größte Teil des Stroms wird über grenzüberschreitende Geschäfte an unabhängige Stromerzeuger in Thailand und Vietnam verkauft.

Die Regierung plant, die bilaterale Exportkapazität nach Vietnam zu erhöhen, die derzeit bei rund 8.000 MW liegt.

Soukaloun sagte, dass auch Gespräche über die Wiederaufnahme der Exporte nach Singapur über den Stromübertragungskorridor Laos-Thailand-Malaysia-Singapur (LTMS) im Gange seien.

Die Exporte durch den Korridor wurden ausgesetzt, nachdem Thailand den Abschluss einer Verlängerung des Abkommens verzögert hatte, aber Beamte aller vier Länder bekräftigten kürzlich ihr Engagement für die Stärkung des multilateralen Stromhandels.

Durch die Umverteilung von Strom aus dem Krypto-Mining auf regionale Netze und industrielle Nutzer will Laos seine Rolle bei der Energiewende in Asien festigen und die Einnahmen aus Energieexporten stabilisieren.

Rechtliche und investitionsrechtliche Herausforderungen

Während sich Laos auf neue Möglichkeiten konzentriert, sieht es sich einem Rechtsstreit mit einem chinesischen Energieunternehmen gegenüber.

Eine Einheit der staatlichen Power Construction Corp of China hat eine Schiedsklage in Höhe von 555 Millionen US-Dollar gegen den staatlichen laotischen Energieversorger Electricité du Laos (EDL) wegen unbezahlter Gebühren im Zusammenhang mit einem 2,73 Milliarden US-Dollar teuren Wasserkraftprojekt eingereicht.

Soukaloun bestätigte, dass ein Schiedsverfahren im Gange sei, und wies darauf hin, dass der Streit auf ein Missverhältnis zwischen dem prognostizierten und dem tatsächlichen Strombedarf zurückzuführen sei.

Trotz dieses Gegenwinds bleibt Laos ein attraktiver Markt für Investoren in erneuerbare Energien.

Berichten zufolge befindet sich die Regierung in Gesprächen mit chinesischen Unternehmen über den Ausbau der Solar- und Windkapazitäten, um ihren Ruf als Zentrum für saubere Energie in der Region weiter zu stärken.