Aktien von Ambipar Emergency Response stürzen nach Insolvenzanmeldung um 31% ab

Aktien von Ambipar Emergency Response stürzen nach Insolvenzanmeldung um 31% ab
Ananthu C U
23. Okt. 2025, 20:21 PM
  • Ambipar meldet in Brasilien und Texas Insolvenz an, nachdem Unregelmäßigkeiten bei Swap-Verträgen bekannt geworden sind.
  • Der ehemalige Finanzvorstand João de Arruda ist zurückgetreten, nachdem bei der Untersuchung spekulative Swaps mit der Deutschen Bank festgestellt wurden.
  • Schuldendruck, Governance-Probleme und hohe Zinssätze verschärfen die Finanzkrise von Ambipar.

Die Aktien von Ambipar Emergency Response (NYSE American: AMBI) fielen am Donnerstag nach der Wiederaufnahme des Handels um 31% auf 77 Cent, nachdem sie Anfang der Woche einen zweitägigen Stopp eingelegt hatten, der durch den Insolvenzantrag des Unternehmens ausgelöst worden war.

Die Aktie schwankte zwischen einem Tief von 48 Cent – ihrem 52-Wochen-Tief – und einem Hoch von 95 Cent während des Intraday-Handels.

Die in den USA börsennotierte Tochtergesellschaft des brasilianischen Entsorgungsunternehmens Ambipar Participações e Empreendimentos SA hat am Montag in Texas Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt.

In der Zwischenzeit beantragte die Muttergesellschaft bei brasilianischen Gerichten Insolvenzschutz und begründete dies mit Unregelmäßigkeiten bei Finanztransaktionen im Zusammenhang mit einem ehemaligen leitenden Angestellten.

Trotz der Unterlagen sagte Ambipar, dass der normale Betrieb während des Umstrukturierungsprozesses fortgesetzt wird.

Die amerikanische Börse NYSE kündigte jedoch an, ein Delisting-Verfahren einzuleiten, obwohl sich das Unternehmen das Recht vorbehält, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Ambipar Emergency Response ist auf Krisenmanagement und Notfalldienste spezialisiert, einschließlich umweltbedingter, chemischer und biologischer Vorfälle.

Unregelmäßige Finanztätigkeit und zunehmender Schuldendruck

Die finanziellen Turbulenzen von Ambipar verschärften sich nach dem Rücktritt von Finanzvorstand João de Arruda im vergangenen Monat.

Das Unternehmen teilte mit, dass sein Insolvenzschutz notwendig wurde, nachdem Unregelmäßigkeiten bei Swap-Geschäften aufgedeckt worden waren, die von der Finanzabteilung unter Arrudas Amtszeit verwaltet wurden.

Den Unterlagen zufolge wurden die Swap-Kontrakte von der Bank of America auf die Deutsche Bank übertragen, mit späteren Änderungen, die spekulative Elemente einführten, ein Schritt, der bei internen Überprüfungen die Alarmglocken schrillen ließ.

Die Deutsche Bank forderte daraufhin zusätzliche Kreditgarantien, was andere Gläubiger dazu veranlasste, eine vorzeitige Rückzahlung zu verlangen.

Ambipar meldete in seinem brasilianischen Insolvenzantrag eine Gesamtverschuldung von 10,48 Milliarden Reais (1,94 Milliarden US-Dollar).

Das Unternehmen hat außerdem rund 1,05 Milliarden US-Dollar an grünen Anleihen mit Fälligkeit in den Jahren 2031 und 2033 ausstehend.

Die Bank of New York, die als Treuhänder fungiert, hat unbesicherte Forderungen in Höhe von rund 328 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit diesen Anleihen aufgelistet.

Eine Ad-hoc-Gruppe von Inhabern grüner Anleihen hat Davis Polk und Wardwell LLP als Rechtsberater und Houlihan Lokey als Finanzberater beauftragt.

In der Zwischenzeit hat Ambipar FTI Consulting mit der Durchführung einer forensischen Buchhaltungsprüfung beauftragt.

Governance-Fragen und breitere Auswirkungen auf den Markt

Der Zusammenbruch von Ambipar reiht sich in eine Reihe von Problemen mit der Unternehmensverschuldung ein, die die Märkte in den letzten Wochen erschüttert haben, nachdem First Brands und Tricolor, ein Subprime-Kreditgeber, in Konkurs gegangen waren.

Analysten sagen, dass diese Fälle zwar idiosynkratisch erscheinen, die Stimmung der Anleger jedoch fragil bleibt.

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, warnte davor, dass weitere "Kakerlaken" an den Kreditmärkten auftauchen könnten, und verwies auf mögliche versteckte finanzielle Risiken.

Brasilianische Unternehmen, darunter Ambipar, stehen aufgrund der hohen inländischen Zinssätze zusätzlich unter Druck, da die Zentralbank ihren Leitzins angesichts zunehmender fiskalischer Sorgen bei 15% belässt.

Die Aktien von Ambipar sind seit Jahresbeginn um fast 96% gefallen und wurden Anfang des Monats aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung aus allen B3-Aktienindizes gestrichen.

Die Analysten von UBS sagten, dass die schnelle Expansion des Unternehmens durch über 70 Akquisitionen Schwächen in der Bilanz und den internen Kontrollen aufgedeckt hat.

Im Jahr 2023 erzielte Ambipar 57 % des Umsatzes in Brasilien, 25 % in Nordamerika, 15 % in Lateinamerika und 3 % in Europa.

Da das Unternehmen Schwierigkeiten hat, seine wachsende Komplexität zu bewältigen, steht es nun vor einem langen Weg, um Stabilität und das Vertrauen der Anleger wiederzuerlangen.