Indiens Premierminister Modi nimmt virtuell am ASEAN-Gipfel teil, da die Handels- und Energiespannungen anhalten

Indiens Premierminister Modi nimmt virtuell am ASEAN-Gipfel teil, da die Handels- und Energiespannungen anhalten
Diya Poddar
23. Okt. 2025, 09:17 AM
  • Die Entscheidung macht die Möglichkeit eines bilateralen Treffens zwischen Modi und Trump zunichte.
  • Die Handelsspannungen zwischen Indien und den USA dauern an, da Zölle in Höhe von 50 % auf indische Exporte erhoben werden.
  • Die russischen Ölimporte bleiben ein Reibungspunkt in Washingtons Politik.

Indien wird virtuell am 47. Gipfeltreffen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) in Kuala Lumpur teilnehmen, ein Schritt, der die Verschiebung der regionalen Diplomatie und das wachsende Gewicht des Handelsdrucks unterstreicht.

Premierminister Narendra Modi informierte den malaysischen Premierminister Anwar Ibrahim über seine Entscheidung, sich online an den Diwali-Feierlichkeiten in Indien zu beteiligen.

Auch wenn dies wie eine terminliche Entscheidung erscheinen mag, kommt es zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem die Beziehungen Neu-Delhis zu den Vereinigten Staaten wegen Zöllen und Energieimporten aus Russland Spannungen aufweisen.

Die Diwali-Feierlichkeiten fallen mit einer Diplomatie zusammen, bei der viel auf dem Spiel steht

Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim bestätigte über Facebook, dass Modi aus der Ferne an dem Gipfel teilnehmen werde. Er sagte, Modis Entscheidung hänge mit den laufenden Diwali-Feierlichkeiten zusammen. In seinem Facebook-Post richtete er auch festliche Grüße nach Indien.

Modi bestätigte das Gespräch über X und erklärte, er freue sich auf die Gespräche.

Der 47. ASEAN-Gipfel in Kuala Lumpur, der vom 26. bis 28. Oktober stattfindet, bringt die zehn ASEAN-Mitgliedstaaten sowie wichtige Partner zusammen, darunter die Vereinigten Staaten, China, Japan und Indien.

Modis virtuelle Anwesenheit schließt jedoch jede Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit US-Präsident Donald Trump aus, der ebenfalls erwartet wird.

Handelsspannungen drohen über den Beziehungen zwischen Indien und den USA

Indiens Entscheidung kommt inmitten erhöhter wirtschaftlicher Spannungen mit den USA.

Washington hat Zölle von bis zu 50 Prozent auf indische Exporte verhängt und begründet dies mit der Besorgnis über die fortgesetzten Käufe von russischem Öl durch Neu-Delhi.

Trump sagte kürzlich, er habe mit Modi gesprochen, der "versicherte", dass Indien seine Importe aus Moskau reduzieren werde. Die indische Regierung hat jedoch keine Bestätigung abgegeben.

Die Zollmaßnahmen haben die Beziehungen zwischen den beiden Ländern belastet und mehrere Jahre der wachsenden Handelszusammenarbeit zunichte gemacht.

Berichten zufolge glauben leitende Angestellte indischer Raffinerieunternehmen, dass die neuen US-Beschränkungen für russische Ölproduzenten zukünftige Transaktionen nahezu unmöglich machen würden.

Diese Entwicklungen haben Indien gezwungen, die wirtschaftlichen Vorteile der Beibehaltung russischer Ölimporte gegen das Risiko einer Eskalation der Handelsbarrieren mit den USA abzuwägen.

Hinter den Kulissen verhandeln Beamte beider Länder über ein mögliches Handelsabkommen, das darauf abzielt, die Zölle zu senken und normale Handelsbedingungen wiederherzustellen.

Bloomberg berichtete, dass die Gespräche gut vorankämen und es keine größeren Differenzen zwischen den beiden Seiten gebe. Dennoch deutet Modis virtuelle Teilnahme darauf hin, dass alle endgültigen Ankündigungen auf die Zeit nach dem Gipfel verschoben werden könnten.

Die regionale Diplomatie tritt in eine heikle Phase ein

Indiens virtuelle Teilnahme gestaltet auch sein Engagement in der ASEAN-Region neu. Traditionell hat Indien bei solchen Treffen der persönlichen Diplomatie Vorrang eingeräumt, um seine strategischen und wirtschaftlichen Partnerschaften in ganz Südostasien zu stärken.

Mit der Wahl einer Online-Präsenz signalisiert Indien dieses Mal einen kalibrierteren Ansatz und vermeidet möglicherweise die Optik einer direkten Konfrontation über umstrittene Handels- und Energiefragen.

Malaysia bekräftigte unterdessen sein Engagement für eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Indien in den Bereichen Handel, Bildung, Technologie und Sicherheit.

Die beiden Länder verbindet langjährige Beziehungen im Rahmen des ASEAN-Indien-Rahmens, der sich auf regionale Integration und Konnektivität konzentriert.

Indische Medienberichte deuten darauf hin, dass Außenminister Subrahmanyam Jaishankar Indien persönlich auf dem Gipfel vertreten könnte, um sicherzustellen, dass Neu-Delhi trotz Modis physischer Abwesenheit seine Sichtbarkeit in regionalen Dialogen behält.

Was kommt auf Indiens Handels- und Energieagenda zu?

Indiens Teilnahme an dem Gipfel – wenn auch virtuell – hält das Land in Diskussionen, die die regionale Stabilität, die Energieflüsse und die Welthandelspolitik beeinflussen.

Das Fehlen eines persönlichen Dialogs zwischen Modi und Trump bedeutet jedoch, dass sich bedeutende Durchbrüche in den Handelsgesprächen verzögern könnten.

Mit der Verschärfung der Sanktionen gegen russisches Öl durch Washington und der Aufforderung an die Verbündeten, die Importe zu reduzieren, geht Indiens Balanceakt zwischen wirtschaftlichem Pragmatismus und diplomatischer Ausrichtung weiter.

Die nächste Phase der indisch-amerikanischen Verhandlungen könnte darüber entscheiden, wie Neu-Delhi sowohl seine Energiesicherheit als auch den Zugang zu den westlichen Märkten handhabt.

Im Verlauf des Gipfels spiegelt Indiens Entscheidung für virtuelle Diplomatie die komplexe Überschneidung zwischen innenpolitischen Prioritäten, globalen Handelsspannungen und sich entwickelnden Bündnissen in der indopazifischen Region wider.