Wood Mackenzie prognostiziert einen Anstieg der US-Atomproduktion um 27 Prozent nach 2035

  • Es wird prognostiziert, dass die Kernenergie in den USA aufgrund des steigenden Strombedarfs in Rechenzentren zunehmen wird.
  • Technologieunternehmen arbeiten mit Kernkraftwerken zusammen, um kohlenstofffreie Energie zu sichern.
  • Kleine modulare Reaktoren (SMRs) gelten als kostengünstigere und schnellere Lösung für die Energieversorgung von Rechenzentren.

Laut den Analysten von Wood Mackenzie wird die Stromerzeugung in den USA voraussichtlich zunehmen, da der wachsende Strombedarf von Rechenzentren die nationalen Stromnetze belastet und eine Reihe von Technologieunternehmen dazu veranlasst hat, kohlenstofffreie Energieverträge abzuschließen.

Die globale Energielandschaft erlebt derzeit ein deutliches Wiederaufleben des Interesses an der Kernenergie, angetrieben durch ein Zusammentreffen drängender Herausforderungen.

Eine jüngste Kaskade von Ankündigungen über substanzielle Investitionen in Kernenergieprojekte unterstreicht diese erneute Ausrichtung.

Ein prominentes Beispiel ist die 80-Milliarden-Dollar-Partnerschaft zwischen der US-Regierung und den Eigentümern von Westinghouse Electric, die ein starkes Engagement für die Wiederbelebung des Sektors signalisiert.

Das wachsende Interesse an der Atomkraft kommt nicht von ungefähr.

Bewältigung des Energiebedarfs und der Herausforderungen

Die Energiewirtschaft hat mit nie dagewesenen Anforderungen und tiefgreifenden Veränderungen zu kämpfen.

Einer der wichtigsten Faktoren ist der exponentielle Anstieg des Stromverbrauchs, der vor allem durch die Verbreitung energieintensiver Rechenzentren angeheizt wird, die für die digitale Wirtschaft unerlässlich sind.

Gleichzeitig verschärft der globale Temperaturanstieg den Bedarf an zuverlässigen, kohlenstoffarmen Energiequellen zur Eindämmung des Klimawandels.

Darüber hinaus stellt der sich beschleunigende Trend der Elektrifizierung in verschiedenen Sektoren – vom Verkehr bis hin zu industriellen Prozessen – eine zusätzliche Belastung für die bestehenden Stromnetze dar.

Die Kernenergie mit ihrer Fähigkeit, eine konsistente, großflächige und kohlenstofffreie Stromversorgung zu gewährleisten, wird zunehmend als entscheidende Komponente bei der Bewältigung dieser vielschichtigen energiepolitischen Herausforderungen und der Gewährleistung der zukünftigen Energiesicherheit angesehen.

"Technologieunternehmen werden jetzt zwangsläufig zu Energielieferanten, um diese wachsende Nachfrage zu befriedigen, insbesondere in den USA, wo sich die Kernenergie zu einer bevorzugten Lösung entwickelt", wurde Lindsey Entwistle, Principal Research Analyst bei Wood Mackenzie, in einem Reuters-Bericht zitiert.

Diese Woche hat sich NextEra Energy mit Google zusammengetan, um den Betrieb eines Kernkraftwerks in Iowa wieder aufzunehmen.

Diese Zusammenarbeit folgt ähnlichen Vereinbarungen anderer großer Technologieunternehmen wie Microsoft, die ebenfalls in Nukleartechnologien der nächsten Generation investiert haben.

Kapazität und Rechenzentren

Während viele Kernkraftwerke gebaut werden, wird ihre Fertigstellung laut Entwistle einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wood Mackenzie geht davon aus, dass die Kernenergieerzeugung in den USA bis 2035 stabil bleiben wird, gefolgt von einem Anstieg um 27 % bis 2060.

Es wird prognostiziert, dass der weltweite Strombedarf von Rechenzentren im Jahr 2025 700 TWh erreichen und bis 2050 auf 3.500 TWh ansteigen wird.

Diese Zahl für 2050 entspricht dem aktuellen kombinierten Stromverbrauch Indiens und des Nahen Ostens, wie aus dem jüngsten Ausblick des Unternehmens für die Energiewende hervorgeht.

Gleichzeitig wird erwartet, dass die weltweite Kernkraftkapazität von derzeit 400 GW auf 800 GW bis 1.600 GW bis 2060 steigen wird.

Laut James West, Geschäftsführer von Melius Research, gelten kleine modulare Reaktoren (SMRs) als erschwinglicher und schneller zu bauen.

Sie können auch neben Rechenzentren aufgestellt werden, so dass keine zusätzliche Stromversorgungsinfrastruktur erforderlich ist.

Die Nuklearindustrie steht vor erheblichen Hürden, um wettbewerbsfähig zu bleiben, darunter Verzögerungen bei Projekten und Genehmigungen, Kostenüberschreitungen und ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Entwistle wies darauf hin, dass die Sicherung der politischen Unterstützung und der Finanzierung für erste Projekte eine Hürde für aufstrebende Technologien wie kleine modulare Reaktoren darstellen wird.