AMD sinkt am Montag fast 4 %: Liegt ein größerer Ausverkauf bevor?

AMD sinkt am Montag fast 4 %: Liegt ein größerer Ausverkauf bevor?
Devesh Kumar
17. Nov. 2025, 21:32 PM
  • AMD fiel fast 4 % angesichts eines breiten Technologie-Ausverkauf und steigender Zinsängste.
  • Analysten bezweifeln, ob der Rückgang eine tiefere Schwäche signalisiert.
  • Die langfristige KI-Roadmap und der OpenAI-Deal unterstützen weiterhin den Bull-Case.

Advanced Micro Devices (NASDAQ: AMD-Aktie) stürzte am Montag um fast 4 Prozent ab und ist Teil eines umfassenderen Technologie-Ausverkopfers, der das Anlegervertrauen im gesamten Halbleitersektor erschüttert.

AMD fiel um 3,44 Prozent, da die Aktie mit Gegenwind durch steigende Zinserwartungen und wachsende Bedenken über gestreckte KI-Bewertungen konfrontiert war.

Trotz starker Gewinne im dritten Quartal und einer ehrgeizigen TAM-These im Rechenzentrum von 1 Billion Dollar, die erst letzte Woche vorgestellt wurde, konnte der Chip-Designer der Schwere des Markteinbruchs am Montag nicht entkommen.

Die eigentliche Frage für Anleger ist nun, ob dieser Rückschritt eine gesunde Korrektur darstellt oder der Beginn eines schmerzhafteren Abwärts, der wichtige Unterstützungsniveaus auf die Probe stellen könnte.

Der Montags-Zusammenbruch: Warum AMD so stark getroffen wurde

Der Rückgang von 4 Prozent bei AMD muss im weiteren Kontext der Marktdynamik verstanden werden.

Der gesamte Halbleitersektor stand unter Druck, da Investoren aus Wachstumsaktien ausstiegen und in defensive Positionen wechselten.

Nvidia brach fast 2,8 Prozent ein, Oracle fiel um 2,8 Prozent und auch Broadcom verzeichnete materielle Rückgänge. Doch der Schmerz von AMD lag etwas tiefer als bei seinen Konkurrenten, was darauf hindeutet, dass etwas Grundlegenderes im Spiel sein könnte.

Der Zeitpunkt ist besonders ungünstig, da AMD am Dienstag, den 11. November, gerade seinen allerersten Investorentag beendet hat.

CEO Lisa Su zeichnete ein optimistisches Bild: eine adressierbare Marktchance von 1 Billion Dollar in Rechenzentren, ein prognostiziertes jährliches Umsatzwachstum von 35 Prozent bis 2030 und ehrgeizige Pläne für die MI400-KI-Chip-Reihe im Jahr 2026.

Analysten reagierten begeistert und gaben mehrere Preiserhöhungen und -erhöhungen bekannt. Die Deutsche Bank bezeichnete die MI400-Roadmap als "Katalysator", der es wert ist, Aktien anzuhäufen.

Das Problem ist, dass die Märkte sich nicht für schöne Folien und Wachstumsgeschichten interessieren, wenn sich die makroökonomischen Bedingungen verschlechtern. Die Realzinsen steigen, da Fed-Vertreter eine wachsende Zurückhaltung zeigen, im Dezember die Zinsen zu senken.

Dies löst Schockwellen durch Wachstumskurse aus, die auf niedrige Diskontsätze setzen, um Prämienbewertungen zu rechtfertigen.

Der Druck wurde noch verstärkt, da schwache Wirtschaftsdaten aus China die Nachfrageerwartungen nach Halbleitern stark belasteten.

Chinas Einzelhandelsumsätze wuchsen im Oktober nur um 2,9 Prozent im Jahresvergleich, deutlich unter dem Tempo, das auf anhaltende Investitionen in KI-Infrastruktur in Asien hindeuten würde.

Auch die industriellen Produktions- und Investitionszahlen enttäuschten. Da China eine kritische Nachfrage nach KI-Chips darstellt, führt jedes Anzeichen einer Verlangsamung zu Unsicherheit darüber, ob der KI-Boom dem Hype gerecht werden kann.

Der Weg nach vorne: Risiko vs. Belohnung für AMD

Was den Ausverkauf am Montag beunruhigt, ist, dass AMD nun unter wichtigen technischen Unterstützungsniveaus liegt.

Die Aktie hatte nach dem Analystentag Momentum und erreichte Anfang dieses Monats ein 52-Wochen-Hoch von 267 US-Dollar. Mit 238 Dollar am Montag hat es in nur einer Woche etwa 11 Prozent von diesem Höchststand nachgegeben.

Wenn sich der Verkauf beschleunigt, erscheint die nächste bedeutende Unterstützung bei etwa 220 $, ein Niveau, das fast einen Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Novemberhoch darstellen würde.

Die Bewertung von AMD lässt wenig Raum für Enttäuschungen. Mit dem 125-fachen des erwarteten Gewinns ist die Aktie auf Perfektion bepreist.

Schon ein Fehlschlag bei der Empfehlung oder ein Hinweis darauf, dass die KI-Ausgaben mäßigen, könnten Kapitulationsverkäufe auslösen. Vergleichen Sie dies mit Value-Aktien oder sogar Rohstoffen, die über einen gedämpften Schutz in die aktuellen Preise verfügen.

Es gibt jedoch Gründe zu der Annahme, dass die aktuelle Schwäche eine Kaufgelegenheit schaffen könnte. Der 100-Milliarden-Dollar-Deal mit OpenAI verändert AMDs Wettbewerbsposition grundlegend.

Es wirkt nicht mehr wie eine entfernte zweite Geige gegenüber Nvidia, sondern hat einen Ankerkunden, der bereit ist, Milliarden auf seine Chips zu setzen. Die CPU-Gewinne von Rechenzentren gegenüber Intel bleiben stabil.

Und die MI400-Roadmap verspricht zwar Einnahmen, die erst in vielen Quartalen eintreffen, stellt aber echten technologischen Fortschritt dar.

Die Besessenheit des Aktienmarktes von den nächsten Monaten macht ihn oft blind für das, was wirklich zählt: langfristige Wettbewerbspositionierung und Umsetzung.

AMD hat wohl eine klarere mehrjährige Erzählung als die meisten Tech-Unternehmen.