Die Aktie von Rheinmetall steigt, während die Verteidigungsgruppe bis 2030 einen Verkaufsanstieg verfünffacht

Die Aktie von Rheinmetall steigt, während die Verteidigungsgruppe bis 2030 einen Verkaufsanstieg verfünffacht
Ananthu C U
18. Nov. 2025, 13:33 PM
  • Rheinmetall strebt bis 2030 einen Umsatz von 50 Milliarden Euro an, da die Rüstungsnachfrage in ganz Europa stark ansteigt.
  • Die Aktien steigen nach starken Prognosen und einer umfassenden strategischen Reorganisation.
  • Der Verteidigungsboom Europas treibt Rheinmetalls Expansion bei Waffen, Fahrzeugen und Technologie an.

Der deutsche Rheinmetall verzeichnete am Dienstag einen Anstieg der Aktien, nachdem er einen ehrgeizigen langfristigen Wachstumsplan vorgestellt hatte, der eine Verfünffachung der Verkäufe bis zum Ende des Jahrzehnts vorsieht, getrieben durch erhöhte europäische Verteidigungsausgaben und anhaltende Nachfrage nach Waffensystemen angesichts geopolitischer Spannungen und des Krieges in der Ukraine.

Der optimistische Ausblick, der während des Kapitalmarkttages des Unternehmens präsentiert wurde, unterstreicht Rheinmetalls Position als einer der prominentesten Nutznießer des sich beschleunigenden militärischen Modernisierungszyklus Europas in Europa.

Die Aktien von Rheinmetall stiegen im frühen Handel um bis zu 4 %, bevor sie in Frankfurt bei 1.785 € um 3,6 % stiegen.

Die Aktie führte den deutschen DAX-Index an, zu einer Zeit, als die meisten Komponenten im negativen Bereich lagen. Die Aktien sind in diesem Jahr bereits um etwa 190 % gestiegen.

Starke Verkaufsprognose und Margenerweiterung

Rheinmetall gab an, dass der Jahresumsatz bis 2030 etwa 50 Milliarden Euro (58 Milliarden US-Dollar) erreichen wird, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 9,8 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Die Prognose markiert das obere Ende der bisherigen Prognose von 40 bis 50 Milliarden Euro und berücksichtigt die Auswirkungen von Fusionen und Übernahmen, schließt jedoch potenzielle Auftragsgewinne in den Vereinigten Staaten aus.

Das Unternehmen prognostiziert außerdem, dass seine operative Marge bis 2030 auf mehr als 20 % steigen wird, verglichen mit 15,2 % im Jahr 2024.

Die Cash-Conversion-Rate, die 2024 70,1 % erreichte, wird voraussichtlich bis zum Ende des Jahrzehnts über 50 % bleiben.

Geschäftsführer Armin Papperger beschrieb die Wachstumsaussicht als "wie eine Wunderwelt" und wies auf die Transformation des Unternehmens in den letzten Jahren hin, da die Rüstungsnachfrage in ganz Europa beschleunigt hat.

Analysten reagierten positiv auf die Ankündigung.

Jefferies sagte, dass Rheinmetalls neuer Verkaufsausblick für 2030 etwa 30 % über den Konsenserwartungen liegt, was ein starkes Aufwärtspotenzial im Vergleich zu den Marktprognosen signalisiert.

Der Boom der Verteidigungsausgaben treibt das Wachstum an

Die rasche Expansion von Rheinmetall steht eng im Zusammenhang mit der zunehmenden Verteidigungslage Europas nach Russlands umfassender Invasion der Ukraine im Jahr 2022.

Die NATO-Verbündeten einigten sich Anfang dieses Jahres darauf, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf 5 % des BIP zu erhöhen, deutlich mehr als das vorherige Ziel von 2 % – eine Veränderung, die die Beschaffungszyklen beschleunigt und die Bestellpipelines für große Rüstungsunternehmen gestärkt hat.

Deutschlands eigenes wachsendes Verteidigungsbudget bleibt laut Papperger der größte Treiber für Rheinmetalls Verkaufsziele.

Andere europäische Länder, insbesondere in der baltischen Region, erhöhen ebenfalls ihre Ausgaben, um auf erhöhte Sicherheitsrisiken zu reagieren.

Das Produktportfolio des Unternehmens entspricht eng den dringendsten Kapazitätslücken der NATO, die von Luftverteidigung und modernen Artilleriesystemen über Drohnen, elektronische Kriegsführungslösungen bis hin zum Lufttransport reichen.

Papperger hob einen erheblichen Bedarf an Luftverteidigungsinfrastruktur hervor und schätzte, dass allein die Sicherung der deutschen Ostgrenze eine Investition von etwa 24,6 Milliarden Euro erfordern würde.

Strategische Reorganisation und Expansionsinitiativen

Im Rahmen seiner langfristigen Strategie kündigte Rheinmetall eine Reorganisation mehrerer Geschäftseinheiten an, darunter die Schaffung einer neuen Marineabteilung, die bis 2030 einen Umsatz von 5 Milliarden Euro erzielen soll.

Papperger sagte, er hoffe, dass die neue Einheit bis Januar einsatzbereit sein wird.

Rheinmetall bestätigte außerdem eine direkte Investition in das US-amerikanische Drohnensoftwareunternehmen Auterion und vertiefte damit eine Partnerschaft, die Ende 2024 gegründet wurde, um standardisierte softwarebasierte Komponenten für unbemannte Luftfahrtsysteme gemeinsam zu entwickeln.

Die Investition unterstreicht die Absicht des Unternehmens, seine technologischen Fähigkeiten im Bereich autonomer und digitaler Verteidigungslösungen auszubauen.

Bis 2030 erwartet Rheinmetall, dass sein Fahrzeugsystemsegment 13 bis 15 Milliarden Euro Umsatz erzielt, während die Waffen- und Munitionssparte voraussichtlich 14 bis 16 Milliarden Euro generiert.

Die Einnahmen aus der Luftverteidigung werden zwischen 3 und 4 Milliarden Euro prognostiziert, und das digitale Geschäft des Unternehmens, das die wachsende Nachfrage nach Software- und Netzwerktechnologien widerspiegelt, sollte 8 bis 10 Milliarden Euro beitragen.