Deutschland erweitert die Strategie der Verteidigungsindustrie mit einer bedeutenden Beschaffungsoffensive

Deutschland erweitert die Strategie der Verteidigungsindustrie mit einer bedeutenden Beschaffungsoffensive
Diya Poddar
28. Nov. 2025, 08:53 AM
  • Zu den Bestellungen gehören Gewehre, Drohnen, Raketen, Fahrzeuge und KI-Systeme.
  • Kongsberg wird Raketen für die deutsche F-35-Flotte liefern.
  • Ein KI-Projekt mit zwei Konsortien zielt darauf ab, die östliche Flanke der NATO zu überwachen.

Deutschland bereitet eine neue Welle der Verteidigungsausgaben vor, da die Gesetzgeber 2,9 Milliarden Euro für 11 Beschaffungsverträge genehmigen wollen, die einen weiten Bereich der inländischen Militärproduktion unterstützen.

Die geplanten Genehmigungen werden in einer geschlossenen Sitzung nächste Woche erwartet, was einen weiteren Schritt in Deutschlands Versuch markiert, seine Streitkräfte nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022 wieder aufzubauen.

Das Investitionspaket umfasst Gewehre, Drohnen, Raketen, Fahrzeuge und künstliche Intelligenzsysteme und zeigt, wie sich die Rüstungsproduktion sowohl bei etablierten Auftragnehmern als auch bei neuen Technologieunternehmen ausgeweitet hat.

Die Bestellungen sind in Beschaffungsunterlagen dargelegt, die Bloomberg eingesehen hat.

Der Fokus auf die heimische Produktion wächst

Das Beschaffungspaket legt einen klaren Schwerpunkt auf deutsch hergestellte Ausrüstung, was den Plan der Regierung widerspiegelt, die Lieferketten im eigenen Land zu stärken.

Das Verteidigungsministerium, berichtet Bloomberg, hat das Parlament gebeten, große Bestellungen zu genehmigen, die bis zu 250.000 G95-Sturmgewehre von Heckler und Koch im Wert von 765 Millionen Euro umfassen.

Dieser Schritt passt zu Deutschlands umfassenderen Bemühungen, den Umfang der inländischen Waffenproduktion mit der Expansion der Bundeswehr zu erhöhen.

Neben den Gewehren wird Rheinmetall Soldier Electronics bis zu 250.000 Laser-Ziel-Zielmodule im Wert von 490 Millionen Euro liefern.

Der Auftrag sollte die Gewehre mit fortschrittlicher Zieltechnologie ausstatten, was Rheinmetalls Rolle bei der Modernisierung vertiefte.

Militärische Headsets im Wert von 346 Millionen Euro werden laut Dokumenten von einem Konsortium aus Rheinmetall Electronics, 3M Deutschland und CeoTronics AG bereitgestellt.

Ausweitung der Rolle von Drohnen und Fahrzeugen

Taktische Drohnen spielen weiterhin eine wichtige Rolle in Deutschlands Verteidigungsplänen.

Das Ministerium beantragt die Genehmigung, bis zu 750 Aufklärungsdrohnen von Quantum Systems, einem in München ansässigen Start-up, für 85 Millionen Euro zu kaufen.

Diese Drohnen sind Teil einer umfassenderen Anstrengung, die Überwachung und Einsatzbereitschaft zu erhöhen, insbesondere in NATO-Gebieten.

Fahrzeuge bleiben ebenfalls zentral für das Beschaffungspaket. Mercedes-Benz soll eine Bestellung im Wert von 379 Millionen Euro für 1.744 militärische Geländefahrzeuge erhalten.

Das Abkommen verdeutlicht, wie traditionelle Automobilhersteller zunehmend in die Verteidigungsinfrastruktur integriert werden, da Deutschland seine Mobilitätsflotte für Einsätze und Schulungen modernisiert.

Die Dokumentenliste zeigt außerdem die Beteiligung von Unternehmen wie Helsing und Daimler-Benz AG und zeigt zudem, wie der Verteidigungssektor nun sowohl etablierte Industriegruppen als auch neuere Einsteiger im Bereich Sicherheitstechnologie umfasst.

KI- und Überwachungsverbesserungen für NATO-Regionen

Eine bemerkenswerte strategische Veränderung ergibt sich aus einem Vorschlag, zwei konkurrierende Konsortien mit einem Vertrag über 68 Millionen Euro zur Entwicklung einer künstlichen Intelligenzplattform zur Überwachung der östlichen Flanke der NATO zu finanzieren.

Dazu gehört auch Litauen, wo Deutschland eine permanente Kampfpanzerbrigade zur Unterstützung der Abschreckungsmaßnahmen aufbaut.

Der Dual-Track-Ansatz bricht mit dem traditionellen deutschen Beschaffungsmuster, das in der Regel eine einzige Entwicklungsgruppe frühzeitig auswählt.

Das erste Konsortium besteht aus Airbus Defence sowie Space und Quantum Systems.

Die zweite besteht aus Helsing und Arx Robotics. Laut den Beschaffungsdokumenten ist ein größerer Vertrag für die Plattform zu einem späteren Zeitpunkt geplant, während sich das Projekt weiterentwickelt.

Internationale Lieferanten in einem inländisch lastigen Paket

Obwohl die Beschaffungsliste von deutschen Unternehmen dominiert wird, fehlt die ausländische Beteiligung nicht vollständig.

Der norwegische Rüstungshersteller Kongsberg Defence and Aerospace AS wird Raketen im Wert von 445 Millionen Euro für die deutsche F-35-Jagdflugzeugflotte liefern.

Dies folgt auf einen früheren Raketenvertrag, der im Juni unterzeichnet wurde, und stärkt Deutschlands Beschaffungsstrategie für das F-35-Programm.

Der umfassendere Plan zur Modernisierung der Bundeswehr ist an langfristige Verpflichtungen nach 2022 gebunden, als Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius zusagten, die Streitkräfte in Europas größtes konventionelles Militär umzuwandeln.

Die Strategie stützt sich stark auf die Schuldenmärkte, um Drohnen, Satelliten und KI-gestützte Systeme zu finanzieren, die die nationale und NATO-Einsatzbereitschaft verbessern.