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OpenAI ruft 'Code-Red' auf: Was bedeutet dieser Notfall-Push für ChatGPT-Nutzer?

OpenAI ruft 'Code-Red' auf: Was bedeutet dieser Notfall-Push für ChatGPT-Nutzer?
Devesh Kumar
02. Dez. 2025, 14:42 PM
  • Sam Altman gibt "Code Red" aus, während Gemini 3 OpenAI bei wichtigen KI-Benchmarks überholt.
  • Anzeigen, Einkaufsagenten und neue Funktionen wurden pausiert, während sich die Teams wieder auf die wichtigsten ChatGPT-Upgrades konzentrieren.
  • OpenAI legt Wert auf Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Personalisierung für 800 Millionen wöchentliche Nutzer.

Sam Altman hat gerade Alarm geschlagen. In einem am Montag verbreiteten internen Memo erklärte der CEO von OpenAI einen "Code Red", die höchste Dringlichkeitsbezeichnung des Unternehmens, und forderte die Mitarbeiter auf, alles stehen und liegen zu lassen und ChatGPT zu reparieren.

Die Details des Memos wurden zunächst von The Information enthüllt.

Die Entwicklung erfolgte, als Googles Gemini 3 im vergangenen Monat bei wichtigen Benchmarks an OpenAI vorbeischlug, während Anthropic weiterhin Unternehmenskunden stiehlt.

Da ChatGPT wöchentlich über 800 Millionen Nutzer bedient, war Altmans Botschaft unverblümt: Der Chatbot, der die KI-Revolution ausgelöst hat, kämpft nun darum, einen Schritt voraus zu sein.

Für Nutzer bedeutet das, dass schnellere, zuverlässigere und persönlichere Antworten kommen, aber auffällige neue Funktionen und Werbung treten in den Hintergrund.

'Code rot' in OpenAI: Zwillingsdruck, pausierte Werbung und ein Neufokus auf den Kern

OpenAI verwendet Farbcodes: Gelb, Orange und Rot, um interne Notfälle zu kennzeichnen. "Code rot" ist für existenzielle Bedrohungen reserviert.

Das Memo legt tägliche Anrufe zwischen den für ChatGPT verantwortlichen Teams fest und ermutigt die Mitarbeiter, vorübergehend Projekte zu wechseln, falls dies den Fortschritt beschleunigt.

Was wird auf Eis gelegt? Werbeexperimente, KI-Agenten für Einkaufen und Gesundheit sowie ein persönlicher Assistent namens "ChatGPT Pulse" werden alle auf unbestimmte Zeit pausiert.

Das Timing ist kein Zufall. Googles Gemini 3, der Mitte November veröffentlicht wurde, führte die LMArena-Bestenliste mit einem historischen Elo-Wert von 1501 an – das erste Modell, das die 1500er-Marke überschritt.

Das Nutzerengagement folgte: Die monatlichen aktiven Nutzer von Gemini stiegen von 450 Millionen im Juli auf 650 Millionen im Oktober, wobei die Nutzer pro Sitzung mehr Zeit verbrachten.

Unterdessen bleibt OpenAI unrentabel und kapitalhungrig, weshalb die Bindung entscheidend ist. Analysten stellen das Memo weniger als Panik als vielmehr als defensive Wendung dar, um OpenAIs Führung zu schützen, bevor sie weiter abrutscht.

Was ändert sich für 800 Millionen ChatGPT-Nutzer

Altmans Memo skizzierte konkrete Prioritäten: bessere Geschwindigkeit, stärkere Zuverlässigkeit, verbesserte Personalisierung und die Möglichkeit, eine größere Bandbreite an Fragen zu beantworten.

Nick Turley, Leiter von ChatGPT bei OpenAI, bekräftigte die Botschaft am X-Montagabend:

Was Nutzer bald nicht mehr sehen werden: aggressive Werbung in ChatGPT. Während kürzlich in der Beta-Version der Android-App Codeverweise auf Werbung entdeckt wurden, sind diese Experimente nun auf Eis gelegt.

Einkaufs- und Gesundheitsagenten, die einst als ChatGPTs nächste Grenze positioniert waren, sind ebenfalls verzögert. Der Kompromiss ist beabsichtigt.

OpenAI setzt darauf, dass es wichtiger ist, das Kernerlebnis zu straffen: ChatGPT für tägliche Aufgaben unentbehrlich zu machen, als das Wettrennen um Monetarisierung.

Turley hat zuvor beschrieben, dass ChatGPT weltweit für 70 % der Nutzung von KI-Assistenten und 10 % der Suchaktivität verantwortlich ist.

Der Verlust dieser Dominanz wäre weitaus teurer als verzögerte Werbeeinnahmen.

Altman deutete an, dass das nächste Denkmodell von OpenAI, das nächste Woche erscheint, Gemini 3 übertreffen wird.

Ob das ausreicht, um die Krone zurückzuerobern oder nur Zeit zu gewinnen, wird testen, ob sich dieses Code-Red-Wagnis auszahlt, da Gemini weiter beschleunigt.