Die Broadcom-Aktie fällt um fast 9 %: Was sind AVGOs Ausverkaufssignale für Technologieinvestoren

Die Broadcom-Aktie fällt um fast 9 %: Was sind AVGOs Ausverkaufssignale für Technologieinvestoren
Devesh Kumar
12. Dez. 2025, 15:59 PM
  • Broadcom fällt über 8 %, nachdem gewarnt wurde, dass steigende KI-Einnahmen die Bruttomargen komprimieren werden.
  • Die Gewinne im vierten Quartal übertroffen die Erwartungen, doch die Margenprognosen lösen eine scharfe Reaktion der Anleger aus.
  • Die KI-Einnahmen stiegen auf 8,3 Milliarden Dollar und der Backlog erreichte 73 Milliarden Dollar, angetrieben durch maßgeschneiderte Chips für Hyperscaler.

Die Broadcom-Aktie (NASDAQ: AVGO) stürzte am Freitag um fast 9 % ein, nachdem der Chiphersteller gewarnt hatte, dass steigende KI-Einnahmen geringere Gewinnmargen mit sich bringen würden.

Diese Entwicklung enttäuschte Investoren, die auf den Übergang des Unternehmens zu maßgeschneiderten Chips für Hyperscaler gesetzt hatten.

Der Ausverkauf am Freitag erfolgte, obwohl das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street mit einem Umsatz von 18,02 Milliarden US-Dollar im vierten Geschäftsquartal übertraf und das 1. Geschäftsquartal auf 19,1 Milliarden US-Dollar lenkte – beides deutlich über den Konsenserwartungen.

Der Börsensturz von Broadcom am Freitag warf eine entscheidende Frage auf: Stößt der KI-Chip-Boom auf Profitabilität, obwohl die Nachfrage beschleunigt wird?

Broadcom-Aktie: Gewinne übertroffen, aber Margenwarnung ist schlecht

Broadcom lieferte klassische Gewinngrundlagen.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie pro Aktie im vierten Quartal erreichte 1,95 US-Dollar bei einem Umsatz von 18,02 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 1,87 bzw. 17,45 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal erreichte der Umsatz von KI-Halbleitern 8,3 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die bisherigen Prognosen von 6,2 Milliarden US-Dollar.

CEO Hock Tan hob einen Rückstau von 73 Milliarden Dollar bei maßgeschneiderten Beschleunigern, Ethernet-Switches und KI-Infrastrukturkomponenten hervor, die voraussichtlich in den nächsten 18 Monaten geliefert werden – eine Sichtbarkeit, von der die meisten Chiphersteller nur träumen können.

Für das Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 64 Milliarden US-Dollar (plus 24 %), wobei der KI-Umsatz um 65 % auf 20 Milliarden Dollar stieg.

Der freie Cashflow wuchs um 39 % auf 26,9 Milliarden US-Dollar, und Broadcom kündigte eine Dividendenerhöhung um 10 % an, was das Vertrauen in den Cashflow signalisiert.

Doch hier brach der Schwung: CFO Kirsten Spears prognostizierte, dass die Bruttomargen im ersten Quartal sequentiell um etwa 100 Basispunkte sinken würden, bedingt durch eine höhere Mischung aus KI-Umsätzen.

Die Analysten warnten, dass der Verkauf von Systemen mit geringeren Margen, bei denen Broadcom die Komponentenkosten an die Kunden weitergibt, einen wachsenden Anteil am Umsatz darstellen wird.

Die operativen Margen werden aufgrund der Hebelwirkung auf Fixkosten voraussichtlich robust bleiben, aber die prozentuale Bruttomargenkompression ist real.

Was die Margin-Mathematik wirklich bedeutet

Die Investoren reagierten scharf, weil die Warnung eine unangenehme Wahrheit offenbarte: Die maßgeschneiderten KI-Chips und -Systeme haben grundsätzlich niedrigere Bruttomargen als traditionelle Softwareprodukte.

Broadcoms maßgeschneiderte Beschleuniger- und Rechenzentrumssysteme erfordern höhere Komponenten-Passthrough-Kosten, was den Bruttomargenprozentsatz schmälert, selbst wenn der absolute Gewinn wächst.

Die Analysten wiesen auch auf ein weiteres großes Problem hin: das Konzentrationsrisiko.

Der 73-Milliarden-Dollar-Backlog beruht auf nur fünf Kunden, hauptsächlich Google, Meta und nun Anthropic, und der Systemumsatz hat geringere Margen als das Kernnetzwerkgeschäft.

Wenn ein großer Kunde Bestellungen verlangsamt oder auf interne Chips umleitet, könnte Broadcoms Wachstumsgeschichte in Schwierigkeiten geraten.

Der Ausverkauf am Freitag war wahrscheinlich übertrieben. Die operativen Margen von Broadcom bleiben im vierten Quartal mit 66,2 % branchenführend, und der Fokus des Unternehmens auf maßgeschneidertes Silizium positioniert es als strukturellen Nutznießer des Vorstoßes von Hyperscalern nach architektonischer Kontrolle.

Der Rückstau von 73 Milliarden Dollar sorgt für ungewöhnliche Einnahmentransparenz.

Die Margewarnung verdient jedoch ernsthafte Aufmerksamkeit. Broadcom handelt auf Wachstumsannahmen, die davon abhängen, hohe Preissetzungsmacht und einen Auftragsfluss aus einer konzentrierten Kundenbasis aufrechtzuerhalten.