Die brasilianische Wirtschaft beginnt das vierte Quartal schwach, da der Aktivitätsindex sinkt

- Der brasilianische Aktivitätsindex fiel im Oktober um 0,2 % und markierte damit die zweite monatliche Schrumpfung in Folge.
- Die Landwirtschaft schnitt besser ab, während Industrie und Dienstleistungen im Laufe des Monats Rückgänge verzeichneten.
- Schwache Aktivitäten stimmen mit einer straffen Geldpolitik und gedämpften BIP-Wachstumsaussichten überein.
Brasiliens Wirtschaft ging im Oktober mit einer überraschenden Schrumpfung ins vierte Quartal, was Anzeichen verstärkt, dass die Aktivität unter der strengen Geldpolitik abkühlt.
Am Montag zeigten Daten der Zentralbank, dass der Wirtschaftsaktivitätsindex (IBC-Br), ein Referenzindikator für das Bruttoinlandsprodukt (BIP), im Oktober im Vergleich zum September um 0,2 % in der saisonbereinigten Serie zurückging.
Es war der zweite aufeinanderfolgende monatliche Rückgang des Index. Die IBC-BR ging im September um 0,19 % zurück, was die Zentralbank von einem früheren Wert von -0,20 % neu veröffentlichte.
Zusammen deuten die beiden Kontraktionen auf eine Verlangsamung des Momentums zu Beginn von Q4 hin.
Laut dem lokalen Medienportal InfoMoney hatten Ökonomen dieses Ergebnis im Oktober nicht erwartet.
Eine Reuters-Umfrage sagte einen monatlichen Anstieg von 0,10 % voraus, was die Diskrepanz zwischen Prognosen und aktuellen offiziellen Zahlen hervorhebt.
Die Sektoraufschlüsselung zeigt eine ungleichmäßige Entwicklung
Eine genauere Betrachtung der Zahlen der Zentralbank zeigt, dass die Entwicklung im Oktober je nach Sektor stark variierte.
Die Landwirtschaft war der einzige Sektor, der ein Wachstum verzeichnete, mit 3,1 % seit September. Im Gegensatz dazu sank die industrielle Aktivität im gleichen Zeitraum um 0,7 % und die Dienstleistungen um 0,2 %.
Wenn die Landwirtschaft weggelassen wird, wird die Schwäche deutlicher.
Der IBC-Br-Index, ohne den Agrarsektor, fiel im Oktober um 0,3 %, was die weitverbreitete Schwäche in Industrie und Dienstleistungen unterstreicht, die den Großteil der brasilianischen Wirtschaftsaktivität ausmachen.
Diese Ergebnisse stützen die Wahrnehmung, dass die Wirtschaft unter Gegenwinden leidet, während andere Teile Widerstandsfähigkeit zeigen.
Kontrast zu offiziellen Statistiken
Der Aktivitätsindex der Zentralbank steht im Gegensatz zu den Daten des offiziellen brasilianischen Statistikamts IBGE, die ein gemischteres Bild für den Monat zeigten.
Laut IBGE waren die Einzelhandelsumsätze im Oktober die besten Leistungen. Die Verkäufe stiegen im Vergleich zum September um 0,5 %, übertraf die Prognosen und erreichte ein Siebenmonatshoch.
Die Industrieproduktion stieg im Monat um 0,1 %, wenn auch weniger als erwartet. Unterdessen stieg das Dienstleistungsvolumen um 0,3 %, etwas über den Schätzungen.
Diese Ergebnisse deuten auf Stärkentaschen hin, die im größeren Aktivitätsindex nicht vollständig vertreten sind.
Das jährliche Wachstum bleibt positiv
Trotz monatlicher Rückgänge wächst der IBC-Br weiterhin im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.
Laut nicht saisonbereinigten Daten lag der Index im Oktober 0,4 % höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Über 12 Monate betrug der kumulative Gewinn 2,5 %.
Diese langfristigen Indikatoren zeigen, dass die kurzfristige Dynamik zwar nachgelassen hat, die Gesamtaktivität aber immer noch über dem Niveau des Vorjahres liegt.
BIP und geldpolitischer Kontext
Das BIP Brasiliens stieg im dritten Quartal nur um 0,1 %, das langsamste Wachstum seit einem Rückgang von 0,1 % im vierten Quartal 2024. Dieser ruhigere BIP-Bericht steht im Einklang mit der jüngsten Lockerung der IBC-Br.
In einer Sitzung in der vergangenen Woche entschied sich die Zentralbank, den Leitzinssatz Selic bei 15 % pro Jahr stabil zu halten.
Die politischen Entscheidungsträger gaben nicht an, wann eine Phase der Zinssenkungen beginnen könnte, sondern wiederholten stattdessen, dass es der richtige Weg sei, die Zinsen über einen längeren Zeitraum zu halten, um die Inflation wieder auf das Ziel zu bringen.
Laut Markterwartungen in der am Montag veröffentlichten Focus-Umfrage der Zentralbank würde das BIP 2025 um 2,25 % steigen und 2026 auf 1,80 % abfedern.
Über das IBC-BR
Das IBC-BR besteht aus Stellvertretern, die Volumenindizes für die Produktion im landwirtschaftlichen, industriellen und Dienstleistungssektor sowie einem Volumenindex für Produktionssteuern darstellen.
Obwohl es keine offizielle BIP-Statistik ist, gilt sie allgemein als genaue Wiedergabe des wirtschaftlichen Erfolgs Brasiliens.

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