Juventus-Aktien steigen, nachdem Exor Tethers Angebot für den Anteil der Familie Agnelli ablehnt

Juventus-Aktien steigen, nachdem Exor Tethers Angebot für den Anteil der Familie Agnelli ablehnt
Ananthu C U
15. Dez. 2025, 12:57 PM
  • Die Juventus-Aktie stieg um 13 %, nachdem Exor Tetethers Angebot für die Mehrheitsbeteiligung von 65,4 % abgelehnt hatte.
  • Tether machte einen reinen Barvorschlag und versprach 1 Milliarde Euro Unterstützung, doch Exor lehnte ab.
  • Dieser Schritt unterstreicht das wachsende Interesse an Private-Equity- und Krypto-Investoren an den führenden europäischen Fußballvereinen.

Die Aktien des Juventus Football Club stiegen stark, nachdem Exor, die Holdinggesellschaft der Familie Agnelli, einen unaufgeforderten Übernahmevorschlag des Kryptowährungsanbieters Tether abgelehnt hatte, was das wachsende Interesse des Finanzsektors an europäischen Elite-Fußballvereinen unterstrich.

Die Aktien des in Turin ansässigen Klubs stiegen am Montag im europäischen Morgenhandel um 13 % und holten damit einige der Verluste aus dem Vorjahr wieder auf.

Trotz der Erholung bleibt die Juventus-Aktie im bisherigen Jahr um etwa 19 % gefallen und bewertet den Verein laut FactSet auf etwa 937 Millionen Euro (1,10 Milliarden US-Dollar).

Die Rallye folgte auf die Bestätigung am Wochenende, dass Exor ein verbindliches, rein bares Angebot von Tether für die Mehrheitsbeteiligung an Juventus abgelehnt hatte, was das langjährige Engagement der Familie Agnelli für den Verein bekräftigte.

Tethers Angebot und Exors Ablehnung

Tether, der Betreiber des weltweit größten Stablecoin, teilte am Freitag mit, dass es einen Vorschlag zur Übernahme von Exors 65,4%-Anteil an Juventus eingereicht habe und beabsichtige, ein Börsenangebot für die verbleibenden Aktien zu starten.

Obwohl der vorgeschlagene Kaufpreis nicht bekannt gegeben wurde, erklärte Tether, dass man bereit sei, 1 Milliarde Euro zu investieren, um den Verein zu unterstützen, falls die Transaktion zustande kommt.

Exor antwortete am Samstag, dass sein Vorstand das Angebot einstimmig abgelehnt habe.

Die Holdinggesellschaft machte deutlich, dass sie nicht beabsichtigt, irgendwelche ihrer Juventus-Aktien an Tether oder an einen anderen Dritten zu verkaufen.

"Juventus ist ein traditionsreicher und erfolgreicher Verein, dessen Eigentümer Exor und die Familie Agnelli seit über einem Jahrhundert die festen und stolzen Aktionäre sind, und sie bleiben dem Verein voll und ganz verpflichtet", erklärte Exor in einer Stellungnahme.

Obwohl Juventus mehrheitlich im Besitz von Exor ist, ist der Verein börsennotiert.

Laut der Website von Juventus hält Tether bereits einen Anteil von 11,5 % und zählt damit zu den bedeutenden Minderheitsaktionären des Klubs.

Finanzgruppen schauen auf den europäischen Fußball

Tethers Ansatz unterstreicht das wachsende Interesse von Finanzinvestoren am europäischen Fußball, da Vereine Kapital suchen, um in einem Umfeld zu konkurrieren, das von lukrativen Medienrechten, globalen Fangemeinden und steigenden Transferkosten geprägt ist.

Private-Equity-Firmen und andere finanzielle Unterstützer sind auf dem gesamten Kontinent aktiver geworden.

Im vergangenen Monat stimmte Apollo Global Management dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am spanischen Klub Atlético de Madrid zu.

In Italien hat sich der Besitz bei Juventus' historischen Rivalen in den letzten Jahren gewandelt.

Das US-Buyout-Unternehmen RedBird Capital übernahm 2022 die Kontrolle über AC Milan für etwa 1,2 Milliarden US-Dollar, während der US-Investor Oaktree Capital im vergangenen Jahr die Kontrolle über Inter Mailand übernahm.

Diese Transaktionen spiegeln einen breiteren Trend wider, dass Finanzinvestoren eine langfristige Investition in Fußballvereinen mit globalen Marken, diversifizierten Einnahmequellen und Potenzial zur Wertschöpfung durch kommerzielle Expansion suchen.

Marktreaktion und Ausblick

Der starke Anstieg der Juventus-Aktien deutet darauf hin, dass Investoren die durch Exors Ablehnung geschaffene Klarheit begrüßten und die Unsicherheit über einen möglichen Kontrollwechsel beseitigten.

Die Erholung der Aktie folgt zudem auf eine Phase der Unterperformance, die die Bewertungen unter das jüngste historische Niveau gebracht hatte.

Tether meinte, der Vorschlag sei darauf ausgelegt, Juventus in einer sich schnell verändernden globalen Sport- und Medienlandschaft zu unterstützen und stabiles Kapital sowie einen langfristigen Investitionshorizont zu bieten.

Das Unternehmen erklärte, Juventus als mehr als nur einen Fußballverein zu sehen, was das Vertrauen in seine umfassendere Marke und das kommerzielle Potenzial widerspiegelt.

Exors Haltung signalisiert jedoch, dass die Familie Agnelli zumindest vorerst die Kontrolle behalten will.

Da Finanzinvestoren weiterhin Europas Top-Vereine kreisen, scheint die Eigentümerstruktur von Juventus unverändert zu bleiben, auch wenn der Sektor eine Welle der Konsolidierung und neues Investitionsinteresse durchläuft.