Italien bestraft Apple 115 Millionen Dollar wegen App-Store-Praktiken und Datenschutzregeln

Italien bestraft Apple 115 Millionen Dollar wegen App-Store-Praktiken und Datenschutzregeln
Diya Poddar
22. Dez. 2025, 14:59 PM
  • Die Untersuchung konzentrierte sich auf Apples ab April 2021 eingeführte App-Tracking-Transparenzregeln.
  • Regulierungsbehörden erklärten, dass Drittentwickler mit restriktiven und doppelten Einwilligungsanforderungen konfrontiert waren.
  • Apple wies die Feststellungen zurück und erklärte, dass es gegen die Entscheidung Berufung einlegen wird.

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat Apple eine Geldstrafe von 98,6 Millionen Euro verhängt, was die Kontrolle darüber verschärft, wie das Unternehmen seinen App Store betreibt und Datenschutzregeln für Entwickler anwendet.

Die Entscheidung trägt zu einer breiteren europäischen Debatte bei, ob Apples Kontrolle über sein mobiles Ökosystem Drittanbieter-App-Hersteller benachteiligt, auch wenn das Unternehmen argumentiert, dass seine Richtlinien darauf abzielen, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen.

Der Fall dreht sich darum, wie Apple seinen App Tracking Transparency-Rahmen anwendet und ob diese Anforderungen den europäischen Wettbewerbs- und Datenschutzregeln entsprechen.

Italiens Wettbewerbsaufsicht, die Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato, bekannt als AGCM, teilte am Montag mit, dass sie Apple und zwei seiner Geschäftsbereiche mit 98,6 Millionen Euro bestraft habe, was etwa 115,53 Millionen US-Dollar entspricht.

Die Behörde kam zu dem Schluss, dass Apple seine dominierende Position im Mobile-App-Markt durch Praktiken im Zusammenhang mit dem App Store missbraucht hat.

Bedenken vor der Dominanz des App Store

AGCM erklärte, Apple habe eine absolute Dominanz im Umgang mit Drittentwicklern, die auf den App Store angewiesen sind, um Nutzer von iPhones und iPads zu erreichen.

Laut der Behörde ermöglicht diese Position Apple, einseitige Entscheidungen zu treffen, die den Wettbewerb und die Geschäftsbedingungen der Entwickler erheblich beeinflussen können.

Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass Apples Kontrolle über den App Store ein Ungleichgewicht schafft, insbesondere wenn neue Richtlinien ohne Verhandlungen oder sinnvolle Alternativen für Entwickler eingeführt werden.

In diesem Fall erklärte AGCM, dass es sich darauf konzentriert hat, wie Apple datenschutzbezogene Regeln auf Drittanbieter-Apps anwendet, während es einen anderen Grad an Flexibilität für seine eigenen Dienste innerhalb desselben Ökosystems beibehält.

Datenschutzregeln stehen unter Beobachtung

Die im Mai 2023 eröffnete Untersuchung untersuchte Änderungen, die ab April 2021 eingeführt wurden, als Apple sein App Tracking Transparency Framework einführte.

AGCM erklärte, Apple bestrafe Drittentwickler, indem es sie zu einer restriktiveren Datenschutzrichtlinie als zuvor verlangte.

Nach ATT müssen Entwickler eine ausdrückliche Zustimmung des Nutzers einholen, bevor sie Daten sammeln oder Daten zu Werbezwecken verlinken.

AGCM erklärte, dass diese Zustimmung über einen von Apple entworfenen Bildschirm eingeholt werden müsse, den das Unternehmen verpflichtend gemacht hat.

Die Behörde erklärte, die Bedingungen der ATT-Richtlinie seien einseitig durchgesetzt worden, hätten den Interessen von Apples Geschäftspartnern geschadet und seien nicht proportional zum erklärten Ziel, die Privatsphäre zu schützen.

Es wurde auch erklärt, dass der Prozess nicht den geltenden Datenschutzbestimmungen entspreche, so Reuters.

AGCM fügte hinzu, dass Entwickler verpflichtet seien, Einwilligungsanfragen für denselben Zweck zu duplizieren, was die Reibung für Nutzer erhöht und potenziell Drittanbieter-Apps im Vergleich zu Apples eigenen Diensten benachteiligt.

Apple-Antwort und Berufung

Apple erklärte, dass es der Entscheidung laut einem Reuters-Bericht entschieden widerspricht.

Das Unternehmen erklärte, das Urteil missachte die durch App Tracking Transparency bereitgestellten Datenschutzschutz.

Apple erklärte, das Framework sei geschaffen worden, um den Nutzern eine einfache und klare Möglichkeit zu geben, zu kontrollieren, ob Unternehmen ihre Aktivitäten über andere Apps und Websites hinweg verfolgen können.

Das Unternehmen erklärte, dass die gleichen Regeln für alle Entwickler, einschließlich Apple selbst, gelten und dass ATT sein umfassenderes Engagement für die Privatsphäre der Nutzer widerspiegelt.

Apple erklärte, es werde gegen die Entscheidung Berufung einlegen und weiterhin das verteidigen, was es als starke Datenschutzbestimmungen bezeichnet.