Chinas Elektroautomarkt verlangsamt sich, da sich der Preiskrieg verschärft und der Auslandsdruck sich beschleunigt

Chinas Elektroautomarkt verlangsamt sich, da sich der Preiskrieg verschärft und der Auslandsdruck sich beschleunigt
Ananthu C U
30. Dez. 2025, 12:08 PM
  • Chinas E-Auto-Verkäufe lassen im Jahr 2025 nach, da Tesla und BYD Rückgänge melden und der Wettbewerb zunimmt.
  • Analysten warnen, dass Chinas Preiskrieg um Elektrofahrzeuge Jahre andauern könnte, da die Subventionen nachlassen und das Wachstum nachlässt.
  • Die nachlassende Inlandsnachfrage treibt die chinesischen Automobilhersteller dazu an, aggressiv in Auslandsmärkte zu expandieren.

Der Boom für Elektrofahrzeuge (EV) in China nimmt im Jahr 2025 ab, wobei die Verkäufe bei den wichtigsten Anbietern zurückgehen und Analysten warnen, dass der intensive Preiskrieg voraussichtlich andauern wird.

Während die allgemeine Akzeptanz weiterhin hoch bleibt, verändern die verlangsamende Inlandsnachfrage, zunehmende Marktkonzentration und sich verschiebende politische Unterstützung den größten Automarkt der Welt.

Die Verkäufe sinken, da der Wettbewerb zunimmt

Daten der China Passenger Car Association zeigen, dass die Verkaufsdynamik im Großteil des Jahres nachgelassen hat.

Teslas China-Verkäufe sanken im Jahresvergleich zwischen Januar und November um 7,4 %, während der Marktführer BYD im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 5,1 % meldete.

Die Verlangsamung von BYD war besonders im November ausgeprägt, als der Verkauf von Pkw im Vergleich zum Vorjahr um 26,5 % zurückging.

Im Gegensatz dazu verzeichneten neuere Marktteilnehmer ein rasantes Wachstum.

Modelle, die von Huawei-Software angetrieben werden, und Fahrzeuge von Xiaomi verzeichneten im November Verkaufssteigerungen von mehr als 90 %, was unterstreicht, wie sich der Wettbewerb zunehmend auf technikgetriebene Herausforderer verlagert.

Die frühe Welle der in den USA notierten chinesischen Elektroauto-Startups – Nio, Xpeng und Li Auto – schaffte es trotz Verbesserungen bei den Lieferungen nicht unter die Top 10 der Verkäufer des Monats.

Die Marktkonzentration ist stark gestiegen.

Die Top 10 Hersteller machen laut Citic CLSA nun etwa 95 % des chinesischen Marktes für neue Energiefahrzeuge aus, verglichen mit etwa 60 % bis 70 % vor nur zwei bis drei Jahren.

Analysten erwarten eine weitere Konsolidierung, da sich Käufer angesichts des zunehmenden Preisdrucks zu bekannten Marken hinziehen.

Der Preiskrieg wird andauern

Aggressive Rabatte sind zu einem prägenden Merkmal des Marktes geworden.

Autohome, eine chinesische Online-Autoplattform, listet nun Fahrzeuge nach Rabattgrößen auf und hebt Kürzungen hervor, darunter eine Reduzierung um 432.000 Yuan beim Mercedes-Benz EQS EV und einen Rabatt um 147.000 Yuan beim Volvo XC70.

Paul Gong, Leiter der China-Autoforschung bei UBS, erwartet, dass der Preiskrieg "noch jahrelang" andauern wird.

Er warnte außerdem, dass politische Veränderungen das Wachstum im Jahr 2026 beeinträchtigen könnten, da Peking plant, eine Kaufsteuer wieder einzuführen und die Trade-in-Subventionen zu reduzieren.

UBS prognostiziert, dass sich Chinas Verkaufsrate von Elektrofahrzeugen im nächsten Jahr von etwa 20 % im Jahr 2025 etwa halbieren könnte.

Trotz der Verlangsamung ist der Markt bereits stark gesättigt.

Neuenergiefahrzeuge – darunter batterieelektrische und Hybridmodelle – machten im November 59,4 % der Neuwagenverkäufe aus, was den begrenzten Raum für eine weitere schnelle Expansion im eigenen Land unterstreicht.

Auslandsexpansion und ausländischer Wettbewerb

Die nachlassende Inlandsnachfrage veranlasst chinesische Automobilhersteller, die Auslandsexpansion zu beschleunigen, wo die Margen oft höher sind.

Geely erklärte, dass sich die EV-Exporte in der ersten Jahreshälfte vervierfachten, was dazu beitrug, die Gesamtfahrzeugexporte auf 184.000 zu steigern.

Das Unternehmen ist in Märkte wie Australien und Vietnam eingedrungen und hat seine Präsenz auf rund 90 Länder ausgeweitet, während es Fabriken in Regionen wie Ägypten, dem Nahen Osten und Indonesien eröffnet hat.

BYD baut zudem seine internationale Präsenz aus, mit einer neuen Fabrik in Ungarn, die 2026 die Produktion hochfahren soll.

Allein im November exportierte das Unternehmen mehr als 131.000 Autos.

Analysten erwarten, dass chinesische Hersteller und Batteriehersteller den Wettbewerb in Europa verschärfen werden, was den Druck auf US-Autohersteller und Tesla ausweitet.

Ausländische Marken bleiben trotz der Herausforderungen China verpflichtet.

Volkswagen hat Joint Ventures mit Xpeng und Horizon Robotics gegründet und betreibt sein größtes RandD-Zentrum außerhalb Deutschlands in Hefei.

In den ersten drei Quartalen 2025 lieferte Volkswagen mehr als 17 Millionen Fahrzeuge in China, ein Anstieg von 8,5 % im Jahresvergleich und damit weit über den Lieferungen in Westeuropa.

Chinas Automarkt bleibt lukrativ, aber unerbittlich. Wie ein Analyst bemerkte, kann Dominanz nur von kurzer Dauer sein, wobei Führungskräfte schnell gezwungen sind, in einem Markt aufzuholen, der von rasantem Wandel und unerbittlichem Wettbewerb geprägt ist.