Europa-Bulletin: FTSE überschreitet 10.000, Inflation in der Eurozone sinkt, die deutsche Produktion bricht zurück

- FTSE 100 überschreitet 10.000, da Energie- und Verteidigungsaktien aufgrund geopolitischer Risiken stark ansteigen.
- Die Inflation in der Eurozone kühlt sich stark ab, was die Soft-Landing-Erzählung der EZB verstärkt.
- Deutschlands Dienstleistungen halten sich stabil, aber das verarbeitende Gewerbe sinkt auf ein Zehnmonatstief.
Die europäischen Märkte und Politik schlossen das Jahr mit stark abweichenden Kursen ab.
Der britische FTSE 100 erreichte einen historischen Meilenstein, als die Geopolitik Energie- und Verteidigungsaktien beflügelte, während die Eurozone eine seltene Mischung aus sinkender Inflation und widerstandsfähigem Wachstum genoss.
Der deutsche Dienstleistungssektor hielt stand und verbarg einen sich verschärfenden Produktionseinbruch.
Unterdessen lieferte Grönland eine ruhige, aber entschiedene Rüge gegen das Säbelrasseln der USA und unterstrich damit die harten Grenzen der Machtpolitik am nördlichen Flügel Europas.
Grönland wehrt sich ruhig
Der grönländische Premierminister Jens-Frederik Nielsen schlug am Dienstag einen besonnenen Ton an, schob die Befürchtungen vor einer sofortigen Übernahme beiseite und blieb dennoch entschlossen.
Nielsen zog einen deutlichen Unterschied zwischen Grönland und Venezuela, einer demokratischen Nation mit fest verankerten Institutionen, und einem destabilisierten Staat.
Er stellte klar, dass demokratische Normen und Rechtsrahmen jede einseitige US-Beschlagnahmung ausschließen.
Doch hinter Nielsens ruhiger Rhetorik verbirgt sich eine eiserne Entschlossenheit: Europa stellte sich hinter Dänemark, wobei Premierminister Frederiksen warnte, dass militärische Maßnahmen gegen einen NATO-Verbündeten die Auflösung des Bündnisses auslösen würden.
Der Subtext ist unmissverständlich: Trumps Säbelrasseln, so laut es auch sein mag, stellt sich realen geopolitischen Zwängen.
FTSE 100 überschreitet 10.000
Der britische Blue-Chip-FTSE 100 durchschritt am Dienstag die 10.000-Punkte-Marke und erreichte mit 10.057 Punkten einen Rekordhöchststand, gestützt auf stark steigende Energie- und Verteidigungsbestände.
Der Auslöser war geopolitisch; Die US-Militärintervention in Venezuela löste einen Wettlauf um Energiespiele und Verteidigungsnamen aus.
Shell und BP stiegen um 1,3 % bzw. 0,8 %, da die Rohölpreise aufgrund der Unsicherheit in der Venezuelan-Produktion stark anstiegen.
Die Verteidigungsschwergewichte BAE Systems, Babcock International und Rolls-Royce gewannen jeweils um 1,8 % bis 2,4 % und setzten auf erhöhte globale Spannungen und Schwung der Verteidigungsausgaben.
Die größere Geschichte? Die Überleistung der FTSE verbirgt eine müde, alte Marktsuche nach Wert.
Er übertraf den Zuwachs des SandP 500 von 16,65 % im Jahr 2025 mit einer Rallye von 21 % und profitierte von den Verschiebungen weg von leichten US-Technologiebewertungen hin zu dividendenreichen Bergbau-, Bank- und Rohstoffgeschäften.
Die Inflation in der Eurozone sinkt, das Wachstum hält an
Die Inflation in der Eurozone ging im Dezember stark zurück, wodurch die bevorzugte Erzählung der EZB von einer "weichen Landung" erhalten blieb.
Deutschlands Leitzins brach von 2,6 % auf 2,0 % ein, deutlich unter den Prognosen der Ökonomen von 2,2 %, während Frankreich auf 0,7 % und Spanien auf 3,0 % nachging.
Der Übeltäter: stürzende Produzentenpreise, sinkende Importkosten und ein stärkerer Euro, der ausländische Waren defliert.
Dieser desinflationäre Schub signalisiert, dass die gesamtwirtschaftliche Gesamtinflation bei den vollständigen Dezemberzahlen am Mittwoch unter 2 % sinken könnte.
Doch hier kommt die Wendung: Wachstum bleibt überraschend widerstandsfähig.
PMI-Daten zeigten, dass der Block sein stärkstes vierteljährliches Wachstum seit über zwei Jahren verzeichnete, wobei Dienstleistungen die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe ausgleichten.
Die EZB liest dies als nahezu perfekt, keine Zinssenkungen nötig, keine Erhöhungen erforderlich. Geldmärkte setzen bis 2026 keine Wahrscheinlichkeit für Schnitte ein.
Deutschland-Dienstleistungen halten, Fabriken sinken
Der Dienstleistungssektor Deutschlands beendete das Jahr 2025 mit solidem Wachstum und verzeichnete im Dezember einen PMI von 52,7, das langsamste Tempo seit drei Monaten, aber immer noch deutlich über der 50er-Expansionsgrenze.
Das Wachstum der neuen Unternehmen kühlte deutlich ab, das schwächste in der aktuellen Phase, obwohl die asiatische Nachfrage eine moderate Entlastung bot.
Bemerkenswert ist, dass die Beschäftigung zum dritten Mal in Folge gestiegen ist, wobei Unternehmen die Rückstaus im schnellsten Tempo seit September reduzieren.
Die Schlagzeilenbedrohung: Löhne und Betriebskosten beschleunigten sich, was die Margen drückte, doch Unternehmen schafften es, die Kosten durch schnellere Preiserhöhungen auf die Kunden abzuwälzen.
Die eigentliche Geschichte ist jedoch der Zusammenbruch der Fertigung.
Der zusammengesetzte PMI sank von 51,5 auf 51,3, überdeckt durch die Widerstandsfähigkeit der Dienste. Deutschlands Fabriken stürzten im Dezember auf 47,0 ab, ein Zehnmonatstief, da die Exportaufträge stark einbrachen.

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