Die Abivax-Aktie schießt um 30 % durch Spekulationen über die Übernahme von Eli Lilly

Die Abivax-Aktie schießt um 30 % durch Spekulationen über die Übernahme von Eli Lilly
Devesh Kumar
12. Jan. 2026, 15:35 PM
  • Die Aktien von Abivax stiegen in Paris stark an, nachdem französische Medien mögliche Gespräche über die Übernahme von Eli Lilly angekündigt hatten.
  • Das gemeldete Angebot von 15 Milliarden Euro würde den Marktwert von Abivax nahezu verdoppeln.
  • Analysten warnen, dass die Spekulationen über einen Deal weiterhin unbestätigt bleiben, da regulatorische Hürden drohen.

Die Abivax-Aktie (EPA: ABVX) stieg am frühen Pariser Handel am Montag um etwa 30 %, nachdem französische Medien berichtet hatten, dass der US-Pharmakonzern Eli Lilly ein Übernahmeangebot in Höhe von 15 Milliarden Euro (17,5 Milliarden US-Dollar) für das französische Biotech-Unternehmen vorbereitet.

Dieser Schritt würde das Unternehmen mit fast der doppelten Marktkapitalisierung bewerten und ein außergewöhnliches Jahr an Gewinnen für Investoren begrenzen.

Der Übernahme würde Eli Lillys aggressiven Vorstoß in die Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen signalisieren und eine der größten Pharmaübernahmen der jüngeren Vergangenheit darstellen.

Abivax-Aktie: Biotech-Ausbruch verändert den Handelsboden

Die Abivax-Aktie stieg bis zum späten Vormittag auf 120,60 Euro, erreichte einen Intraday-Höchststand von 130 Euro, bevor sie an der Euronext-Börse mit einem Gewinn von etwa 22 bis 32 % ankam.

Das Handelsvolumen stieg stark an, da Privatanleger und Hedgefonds sich vor der von Analysten als unvermeidlichen Bestätigung beschriebenen Deal verzweifelt positionierten.

Die Aktie schloss am Freitag bei 99 Euro, was bedeutete, dass die Bewegung des Tages Wochen der jüngsten Volatilität beseitigte und frühe Anhänger der Arzneimittelpipeline des Unternehmens belohnte.

Dieser Sprung markiert einen beeindruckenden Meilenstein für Abivax: Die Aktien sind in den letzten zwölf Monaten um 1.742 % gestiegen.

Dieser explosive Lauf spiegelt die Überzeugung der Investoren von obefazimod wider, dem führenden oralen Kandidaten des Unternehmens für Colitis ulcerosa/entzündliche Darmerkrankung.

Die Marktdiskussion drehte sich um Lillys strategische Begründung und den Zeitpunkt der Umsetzung.

Laut der französischen Publikation La Lettre wartete Lilly auf die Genehmigung des französischen Finanzministeriums, um zu prüfen, ob die Regeln für ausländische Investitionen das Geschäft behindern würden.

Das vorgeschlagene Angebot in Höhe von 15 Milliarden Euro würde etwa drei Monate regulatorische Überprüfung nach französischen Sicherheitsprotokollen erfordern, ein Prozess, den CEO Marc de Garidel in Interviews im Dezember mit Bloomberg und BiotechTV anerkannte.

Analysten bezeichneten die Spekulation als glaubwürdig, warnten jedoch davor, dass keines der beiden Unternehmen formelle Erklärungen zur Bestätigung der Gespräche veröffentlicht hatte.

Stifel-Analyst Damien Choplain bemerkte in einem Kommentar, dass "die Schwankungen im Aktienkurs von Gerüchten über eine mögliche Übernahme beeinflusst werden", was die Bereitschaft der Investoren nach einem Abschluss des Geschäfts unterstreicht.

Warum interessiert sich Eli Lilly?

Obefazimod von Abivax erreichte im Juli 2025 einen bemerkenswerten klinischen Meilenstein, als es die primären Endpunkte in Zwillingsstudien der Phase 3 für Colitis ulcerosa erreichte.

Das Medikament erzielte bei der 50-Milligramm-Einmal-Tages-Dosis eine zusammengelegte placebobereinigte klinische Remissionsrate von 16,4 %, ein Ergebnis, das einen Anstieg der Aktien an einem Tag von 510 % auslöste.

Die erfolgreiche Studie positionierte Obefazimod als potenziell erstklassige orale Option in einem Markt, der von Injektionen dominiert wird.

Für Lilly entspricht die Übernahme einem bewährten Handbuch: Der Pharmariese hat umfangreiche Biotech-Deals beschleunigt, um über die Blockbuster-Diabetes- und Fettleibigkeitsmedikamente hinaus zu diversifizieren.

Erst in diesem Monat schloss Lilly die Übernahme von Ventyx Biosciences, das auf Entzündungen fokussiert ist, im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar und signalisiert damit ernsthafte Absichten, orale Immunologie und entzündliche Erkrankungen auszubauen.

Analysten schätzten die faire Bewertung von Abivax auf 12 bis 20 Milliarden Euro, basierend auf vergleichbaren entzündlichen Darmerkrankungen und den Spitzenverkaufsprognosen von obefazimod.

Das gemeldete Angebot von 15 Milliarden Euro liegt in diesem Bereich, obwohl einige Investoren vermuteten, dass Lilly die Bedingungen verbessern könnte, falls die Ergebnisse der Wartungstests, die im zweiten Quartal 2026 erwartet werden, stärker als erwartet erscheinen.