UBS-CEO Sergio Ermotti plant den Ausstieg 2027 und eröffnet das Nachfolgerennen bei der Bank

UBS-CEO Sergio Ermotti plant den Ausstieg 2027 und eröffnet das Nachfolgerennen bei der Bank
Ananthu C U
13. Jan. 2026, 10:13 AM
  • UBS-CEO Sergio Ermotti plant, im April 2027 nach Abschluss der Integration mit Credit Suisse zurückzutreten.
  • Interne Kandidaten wie Ivanovic, Khan, Karofsky und Martin gelten als mögliche Nachfolger.
  • Der Führungswechsel erfolgt, während UBS gegen Schweizer Pläne kämpft, die Kapitalanforderungen um 24 Milliarden Dollar zu erhöhen.

UBS-Geschäftsführer Sergio Ermotti plant, im April 2027 zurückzutreten, berichtete die Financial Times.

Dieser Schritt löst ein Nachfolgerennen um eine der mächtigsten Positionen im globalen Bankwesen in Gang.

Ermottis geplanter Ausstieg würde laut dem Bericht nach Abschluss der Integration von Credit Suisse erfolgen, dem konkurrierenden Kreditgeber, den UBS 2023 bei einer staatlich organisierten Übernahme gerettet hat.

Der geplante Ausstieg erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die größte Bank der Schweiz, die sich in einem öffentlichen Streit mit der Schweizer Regierung über die vorgeschlagenen strengeren Kapitalanforderungen befindet.

Diese Debatte hat den Druck auf die Führung von UBS erhöht und den Fokus der Investoren darauf verstärkt, wer letztlich das Ruder übernehmen wird.

Ermottis geplanter Abzug und unvollendete Agenda

Ermotti, 65, kehrte 2023 auf Wunsch des Vorsitzenden Colm Kelleher zu UBS zurück, nachdem er zuvor neun Jahre lang bis 2020 die Bank geleitet hatte.

Er wurde nur wenige Wochen zurückgeholt, nachdem UBS zugestimmt hatte, Credit Suisse vor dem Zusammenbruch zu retten, mit dem Auftrag, die komplexe Integration zu überwachen und die kombinierte Gruppe zu stabilisieren.

Im Bericht zitierte Quellen sagten, Ermotti beabsichtige, etwa zur Jahreshauptversammlung der Bank im Jahr 2027 zurückzutreten, obwohl der genaue Zeitpunkt noch nicht festgelegt ist und sich noch ändern könnte.

Nach seiner Rückkehr verpflichtete sich Ermotti, drei bis fünf Jahre als Geschäftsführer tätig zu sein, mit Aufgaben wie der Verwaltung der regulatorischen und rechtlichen Angelegenheiten von Credit Suisse, der Entwicklung einer Wachstumsstrategie und dem Aufbau einer Pipeline potenzieller Nachfolger.

Die Integration verlief weitgehend reibungslos, und der Aktienkurs von UBS hat sich während Ermottis Amtszeit verdoppelt.

Seine zweite Amtszeit wurde jedoch von einem Konflikt mit der Schweizer Regierung über Vorschläge zur Erhöhung der Kapitalanforderungen von UBS um etwa 24 Milliarden Dollar überschattet.

UBS warnte am Montag, dass die Pläne den Erfolg "gefährden" würden, und Analysten sagen, die Unsicherheit habe die Bewertung der Bank belastet.

Die Umsetzung oder Reaktion auf diese Reformen könnte Ermottis Nachfolger fallen.

Führende interne Kandidaten treten hervor

Während die Vorbereitungen für die Nachfolge zunehmen, sind mehrere interne Kandidaten aufgetaucht.

Aleksandar Ivanovic, Leiter der Vermögensverwaltung von UBS, gilt laut Bericht als einer der wahrscheinlichsten Kandidaten.

Ivanovic, Schweizer Staatsbürger, trat im März 2024 dem Vorstand der Gruppe bei und hat das obere Management bei der Leitung der Asset Management beeindruckt.

Weitere führende Kandidaten sind die Co-Leiter der Vermögensverwaltung von UBS, Iqbal Khan und Robert Karofsky, während Bea Martin, die im Oktober zur Chief Operating Officer ernannt wurde, ebenfalls als Anwärter gilt.

Martin leitete zuvor die Non-Core- und Legacy-Abteilung von UBS und überwachte die Abschaffung unerwünschter Credit Suisse-Vermögenswerte.

Kelleher überwacht den Prozess und sagt, er hoffe, den geordneten Übergang nachzuahmen, der bei seinem früheren Arbeitgeber Morgan Stanley zu sehen war, wo mehrere interne Kandidaten in Betracht gezogen wurden, als James Gorman 2023 zurücktrat.

Zuvor bezeichnete er diesen Prozess als einen "blutlosen Putsch".

Politische Spannungen und Führungsinteressen

Khan, ein ehemaliger Manager von Credit Suisse, gilt seit langem als Favorit.

Er kam nach einem aufsehenerregenden Streit mit seinem früheren Arbeitgeber zu UBS und zog 2024 nach Hongkong, um Leiter des Asien-Pazifik-Raums zu werden.

Karofsky, ehemals Leiter der Investmentbank, wurde gleichzeitig zum Leiter Amerikas ernannt.

Ermotti hatte 2024 angedeutet, dass er Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 als Geschäftsführer zurücktreten werde, und im Bericht zitierte Personen sagten, er könnte möglicherweise in Zukunft als UBS-Vorsitzender zurückkehren, falls er dies wünsche.

Für 2024 erhielt er 14,9 Mio. SFr (18,7 Millionen US-Dollar) und wurde damit Europas bestbezahlter Bankchef in jenem Jahr.

Mit wachsendem regulatorischem Druck und der unter Beobachtung stehenden strategischen Ausrichtung von UBS wird die Wahl von Ermottis Nachfolger das nächste Kapitel der Bank lange nach Abschluss der Integration mit Credit Suisse prägen.