Warum stehen 5.000 Dollar pro Unze bevor, während Goldkreuze 4.700 Dollar aufzeichnen?

Warum stehen 5.000 Dollar pro Unze bevor, während Goldkreuze 4.700 Dollar aufzeichnen?
Sayantan Sarkar
20. Jan. 2026, 15:59 PM
  • Gold ist über 4.700 Dollar pro Unze gestiegen; Silber erreichte einen Rekordwert von 95,770 Dollar pro Unze.
  • Zunehmende globale Spannungen, einschließlich Handelskriegsdrohungen, sind Haupttreiber für die erneute Flucht in Sicherheit.
  • Analysten schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass Gold innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate 5.000 Dollar pro Unze erreicht, auf 30–40 %.

Die Goldpreise erreichen täglich Rekordhochs, wobei Experten nun sehen, dass das Niveau von 5.000 Dollar pro Unze an die Tür klopft.

Am Dienstag stieg Gold erstmals über 4.700 Dollar pro Unze, während Silber mit 95,770 Dollar pro Unze einen Rekordwert erreichte. Dieser Anstieg beider Metalle wurde durch eine erneute Flucht in Sicherheit inmitten zunehmender globaler Spannungen angetrieben.

Um die Angst vor einem erneuten Handelskrieg zu schüren, drohte US-Präsident Donald Trump ab dem 1. Februar mit steigenden Zöllen auf acht europäische Länder.

Diese Bedrohung würde andauern, bis die USA Grönland kaufen dürfen.

Rekord-Rallye- und geopolitische Fahrer

Der Goldpreis ist seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor einem Jahr um beispiellose 70 % gestiegen, mit einem weiteren Anstieg von 9,6 % allein in den ersten 20 Tagen des Jahres 2026.

Diese beträchtliche Rallye wurde hauptsächlich durch zunehmende geopolitische Spannungen angetrieben.

Darüber hinaus waren Erwartungen an eine Umstellung auf eine leichtere Geldpolitik, verbunden mit robusten Zentralbankkäufen und erheblichen Zuflüssen in Exchange-Traded Funds (ETFs), entscheidende Faktoren für diesen bemerkenswerten Anstieg.

"Die jüngste Eskalation des US-Präsidenten gegen NATO-Verbündete wird wahrscheinlich das Vertrauen der Marktteilnehmer in den US-Dollar als sicheren Hafen weiter erschüttern und sie zu anderen sicheren Zufluchtsorten treiben", sagte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG.

Obwohl die Goldpreise hoch sind, sollten Anleger mit einigen Marktschwankungen rechnen.

Nachfrage nach sicherem Hafen und Aussicht auf 5.000 Dollar

Aakash Doshi, Leiter der Goldstrategie bei State Street Investment Management, betonte jedoch, dass der zugrundeliegende Aufwärtstrend stark sei.

Doshi ist der Ansicht, dass die Möglichkeit, dass Gold 2026 einen Preis von 5.000 US-Dollar pro Unze erreicht, eine bedeutende und realistische Aussicht ist.

"Ein paar Tage Gewinnmitnahme oder sogar ein Monat Konsolidierung ändern nichts am tatsächlichen Aufwärtstrend", wurde Doshi in einem Kitco-Bericht zitiert.

Das derzeitige Umfeld, in dem sowohl Gold als auch US-Aktien nahezu rekordverdächtige nominale Werte erreichen, stärkt laut Doshi die Position von Gold als Portfolio-Absicherung, anstatt sie zu verringern.

Er äußerte in diesem Szenario weniger Bedenken hinsichtlich des Goldwerts und sagte: "Wenn der SandP 500 umgerollt wäre und Gold bei 4.500 Dollar wäre, wäre ich mehr besorgt."

Stattdessen erhöhen die gleichzeitigen Rekordhochs – Aktien von etwa 7.000 und Gold ebenfalls auf einem Höhepunkt – seine Überzeugung, Goldbestände zu behalten.

Doshi vermutet, dass die derzeitige Stärke des Goldes durch einen Marktfokus auf "Schwanzrisiken" und nicht auf konventionelle Zinssätze gebundene Narrative zurückzuführen ist.

Portfolioabsicherung und Silberboost

Dies wird durch anhaltende Instabilität in den Korrelationen zwischen Aktienanleihen und erhöhte geopolitische und politische Unsicherheit weltweit gestützt.

In diesem Umfeld gewinnt die Rolle von Gold als Low-Volatility-Absicherung besonders an Bedeutung.

"Die Rallye des Golds seit Neujahr ist eine vollständige Rechtfertigung für die Bullen und ein Schlag ins Gesicht für diejenigen (wie mich), die immer wieder gewarnt haben, dass das Metall einen stärkeren Rückgang und eine Konsolidierung benötigt, bevor es neue Höchststände erreichen kann", sagte David Morrison, leitender Marktanalyst bei Trade Nation.

Die nächtliche Rallye von Silber, obwohl ungewöhnlich zurückhaltend im Vergleich zu Gold, war bedeutend genug, um es auf ein neues Rekordhoch zu katapultieren, das über 95 Dollar pro Unze lag – eine Bewegung, die zehnmal ausgeprägter ist als das Äquivalent für Gold.

Die geopolitische Unsicherheit hat die Nachfrage nach Silber und Gold angetrieben und damit ihren fast parabolischen Aufwärtstrend beschleunigt. Mit der jüngsten Schwäche des US-Dollars sind diese Metalle zu den bevorzugten sicheren Zufluchtsorten für Anleger geworden.