Steve Weiss hat gerade Amazon- und Nvidia-Aktien verkauft – das sind die Gründe

Steve Weiss hat gerade Amazon- und Nvidia-Aktien verkauft – das sind die Gründe
Wajeeh Khan
28. Feb. 2026, 14:37 PM

Der erfahrene Investor Steve Weiss hat seine Positionen in zwei der stärksten Markt-Titanen aufgegeben: Amazon.com Inc (NASDAQ: AMZN) und Nvidia Corp (NASDAQ: NVDA).

Trotz der bahnbrechenden Nachricht, dass Amazon bis zu $50 Milliarden in OpenAI investiert, zieht sich der Gründer und geschäftsführende Partner von Short Hills Capital zurück.

Seine Entscheidung spiegelt eine gezielte Abkehr vom hochfliegenden "Mag 7"-Momentum wider; stattdessen setzt er auf eine Strategie, die auf langfristiger Dominanz in der Lieferkette sowie einer vorsichtigen Einschätzung der durch KI bedingten Umwälzung des Arbeitsmarkts beruht.

Warum Steve Weiss Nvidia-Aktien verkaufte

Für den erfahrenen Investor geht es beim Verkauf der Nvidia-Aktien nicht um ein Scheitern des Unternehmens, sondern um das Schwinden seiner absoluten Dominanz.

Im Gespräch mit CNBC, bemerkte Weiss, die KI-Aktie habe sich um etwa $190 eingependelt, was auf eine kurzfristige Obergrenze hindeute.

Er reduzierte seine Beteiligung am Chiphersteller vor allem wegen „Konkurrenz aus allen Richtungen“.

Weiss verwies ausdrücklich auf die OpenAI-Amazon-Partnerschaft und den Aufstieg der Trainium-Chips als Anzeichen dafür, dass die Branche hin zu spezialisierter Hardware tendiert.

„Man kann Chips kaufen, die speziell für den jeweiligen Zweck ausgelegt sind“, erklärte Weiss und deutete an, dass Nvidias kostenintensive Allzweck-GPUs möglicherweise nicht mehr die einzige Option auf dem Markt seien.

Da Giganten wie Google, Microsoft, Apple und Meta Platforms eigene Siliziumlösungen entwickeln, beginnt die Knappheitsprämie, die NVDA-Aktien einst in die Höhe trieb, zu schwinden.

Laut Steve Weiss steckt der KI-Liebling im Leerlauf, da der Burggraben um seine Hardware eher wie eine Brücke aussieht. Wall-Street-Analysten sind jedoch anderer Meinung – ihr durchschnittliches Kursziel prognostiziert von hier aus ein Aufwärtspotenzial von mehr als 45 %.

Warum Steve Weiss Amazon-Aktien verkaufte

Während Amazons massive Investition in OpenAI Schlagzeilen machte, sieht Weiss dies als ein zweischneidiges Schwert mit hohen Kapitalausgaben und verzögerter Rendite.

Im „Halftime Report“ verwies er auf die Transparenz von CEO Andy Jassy bezüglich des Zeitplans und stellte fest: „Wir werden auf dieses Geld erst in bis zu 24 Monaten eine Rendite sehen.“

Für einen Trader, der auf unmittelbare Effizienz aus ist, ist diese zweijährige Wartezeit ein Abschreckungsfaktor. Seine provokanteste Begründung für den Verkauf der Amazon-Aktien ist jedoch ein philosophischer Bruch mit historischen wirtschaftlichen Trends.

Im Gegensatz zu früheren industriellen Umbrüchen wie der Dampfmaschine befürchtet Steve Weiss, dass KI keine neuen Arbeitsplätze schafft. „Ich denke, stattdessen wird es massive Arbeitsplatzverluste geben“, warnte er.

Seiner Ansicht nach kommen die Produktivitätsgewinne durch KI „deutlich mehr den Unternehmen“ zugute als den Beschäftigten.

Angeführt Beispiele wie Jack Dorseys Personalabbau – betrachtet Steve Weiss die Zukunft der Amazon-Aktie durch die Linse gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Reibungen, die das konsumgetriebene Wachstum dämpfen könnten.

Seine Einschätzung zur AMZN-Aktie ist ebenfalls konträr, denn das Konsensrating liegt auf „Kaufen“, bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund $280.