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S&P, Nasdaq wieder im Plus: Warum erholen sich US-Aktien?

S&P, Nasdaq wieder im Plus: Warum erholen sich US-Aktien?
Devesh Kumar
02. März 2026, 18:32 PM

US-Aktien fanden am Montag wieder Halt: S&P 500 und Nasdaq kehrten frühe Verluste um und schlossen wieder im positiven Bereich, da Anleger das Risiko im Nahen Osten und die Energiepreise neu bewerteten.

Zum Redaktionsschluss notierte der S&P 500 bei 6.884,46, fast 0,01% über seinem vorherigen Schlusskurs, während der Nasdaq Composite 0,42% höher bei 22.772,22 stand. Der Dow Jones Industrial Average lag nahezu unverändert bei 48.969,36.

Der Anstieg folgte auf einen heftigen Handelsstart, als Händler an der Wall Street Befürchtungen reflektierten, der Konflikt mit Iran könnte die globale Öllieferung und Schifffahrtsrouten direkt beeinträchtigen.

Was den Ausverkauf trieb und warum er sich abschwächte

Zum Eröffnungsgong notierten die Märkte klar im „Risk-off“-Modus.

Die Ölpreise stiegen, Gold legte zu und Aktienindizes fielen, während Händler versuchten, das Worst-Case-Szenario rund um die Straße von Hormus und eine breitere regionale Eskalation einzupreisen.

Die Logik war einfach: Würde eine wichtige Ader für globale Rohölströme erheblich gestört, würde das sowohl die Inflation als auch die Wachstumserwartungen belasten.

Im Verlauf der Sitzung schwächte sich jedoch ein Teil dieser Dringlichkeit ab, weil keine neuen Eskalationsmeldungen aufkamen.

Die Energiepreise blieben erhöht, beschleunigten jedoch nicht zu einem neuen intraday-Ausbruch. Ohne neuen Schock begann der Markt, einen Teil der anfänglichen Bewegung zurückzunehmen.

Das schuf Raum für ein vertrautes Muster: Sobald klar wurde, dass der Tag eher in Richtung „erhöhte Spannungen“ als „neuer Notfall“ verlief, stiegen Käufer wieder in die Marktsegmente ein, die in der anfänglichen Abwärtsbewegung am stärksten getroffen worden waren.

Es war ein klassischer Fall, die „Kriegsprämie“ aus den Schlagzeilen zu verkaufen und anschließend das Tief zu kaufen, sobald die alarmierendsten Szenarien intraday ausblieben.

Was sagt die Erholung den Anlegern?

Die Erholung am Montag sagt etwas Wichtiges über Positionierung und Sentiment aus, hebt aber die zugrunde liegenden Risiken nicht auf.

Einerseits zeigt die Erholung, dass unter US-Aktien weiterhin Kaufbereitschaft besteht, wenn die Ängste auch nur leicht nachlassen.

Anleger, die in defensive Trades geflüchtet waren, waren bereit, wieder verstärkt Risiko einzugehen, sobald sich der Nachrichtenfluss während der US-Handelszeiten stabilisierte.

Das ist kurzfristig konstruktiv für das Marktgeschehen und die Liquidität.

Andererseits sind zentrale Druckpunkte nicht verschwunden.

Die Ölpreise bleiben im Vergleich zu den Vorkrisenniveaus erhöht, und das stellt weiterhin ein mittelfristiges Risiko für Inputkosten, Gewinnmargen und die Inflation dar.

Wie Mohanad Yakout, Senior-Marktanalyst bei Scope Markets, in einer aktuellen Notiz schrieb:

„Der Ölpreisaufschwung ist im Kern eine Funktion der Elastizität des Angebotsrisikos: Wenn Reservekapazitäten begrenzt sind und Schifffahrtsrouten eingeschränkt sind, müssen sich die Preise schnell anpassen, um potenzielle Engpässe zu rationieren.“

Höhere, hartnäckigere Energiepreise würden diese Anpassung weiter aufrechterhalten.

Im Gespräch mit Invezz warnte Yakout außerdem, dass die Schwäche bei Aktien in diesem Umfeld „Besorgnis über Margendruck und eine schwächere globale Nachfrage widerspiegelt, falls die Energiekosten erhöht bleiben sollten.“

Diese Sorgen verschwinden nicht, nur weil sich S&P 500 und Nasdaq für den Tag erholen konnten; sie rücken lediglich etwas weiter in die Zukunft, bis der nächste Datenpunkt oder eine geopolitische Schlagzeile eine neue Neubewertung erzwingt.

Die Anleihemärkte balancieren derweil weiterhin zwischen zwei gegensätzlichen Kräften: Wachstumsängsten durch erhöhte geopolitische Spannungen und Inflationssorgen durch höhere Ölpreise.

Dieses Tauziehen bedeutet, dass das übliche Sicherheitsventil „Aktien runter, Anleihen rauf“ weniger verlässlich ist als bei einer normalen Abschwächung.