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Barclays glaubt dem Optimismus des Target-CEOs nicht

Barclays glaubt dem Optimismus des Target-CEOs nicht
Wajeeh Khan
03. März 2026, 18:13 PM
  • Die Target-Aktie steigt, nachdem der Einzelhändler die Q4-Gewinnschätzungen übertroffen hat.
  • Warum Barclays dennoch empfiehlt, TGT-Aktien zum aktuellen Kurs zu verkaufen.
  • Die Target-Aktie notiert derzeit über 15% im Plus gegenüber dem Jahresbeginn 2026.

Target (NYSE: TGT) klettert heute Morgen leicht nach oben, da Anleger einen besseren als erwarteten Q4-Gewinn und eine solide Jahresprognose begrüßen.

Trotz verfehlter Umsatzziele berichtete der Einzelhandelsriese im vierten Quartal einen Gewinn von 2,44 US-Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzungen der Analysten deutlich – CEO Brian Cornell verwies auf einen „resilienten“ Verbraucher und einen starken Februar als Beleg für eine Wende.

Barclays bleibt dennoch äußerst skeptisch. In einer Forschungsnotiz vom 3. März bekräftigte die Investmentbank ihre Einstufung „underweight“ für Target-Aktien mit einem Kursziel von 91 US-Dollar – sie warnt, dass der Jahresgewinn bislang auf wackeligen Füßen stehe.

Warum Barclays zum Verkauf von Target-Aktien rät

Barclays bevorzugt den Verkauf von TGT-Aktien nach dem Kursanstieg infolge der Quartalszahlen – vor allem wegen rückläufiger Kundenverkehrstrends.

Zum vierten Quartal in Folge, hat sich der Kundenverkehr sowohl in Targets physischen als auch in seinen digitalen Kanälen zurückgebildet – was auf anhaltende Schwierigkeiten hindeutet, Käufer zu binden.

Außerdem brachen die vergleichbaren Umsätze – der Goldstandard zur Beurteilung der Gesundheit im Einzelhandel – im Jahresvergleich um 2,5% ein, belastet von einem ernüchternden Rückgang der stationären Geschäfte um 3,9%.

Während der durchschnittliche Einkaufswert um marginale 0,4% zulegte, reichte dies nicht aus, um den 2,9%igen Rückgang der Transaktionszahlen auszugleichen.

Barclays ist der Ansicht, dass Target seine Anziehungskraft als „günstig‑schickes“ Angebot verliert und keinen überzeugenden Grund mehr bietet, warum preisbewusste Kunden es gegenüber aggressiveren Value‑Anbietern oder dominanten E‑Commerce‑Konzerne wählen sollten.

Warum TGT‑Aktien 2026 sonst unattraktiv sind

Barclays zufolge kämpft Target zudem mit einem Problem der Markenwahrnehmung, das sich weiterhin in der finanziellen Performance niederschlägt.

Einige Kunden äußerten im Weihnachtsquartal Frustration über „schlampigere“ Ladenstandards und enttäuschende Warenkollektionen, die nicht mehr die „Tar‑zhay“-Begeisterung früherer Jahre hervorrufen.

Gleichzeitig befindet sich das Einzelhandelsunternehmen in einem kulturellen Kreuzfeuer; die Feststellung, dass die jüngste Rücknahme von Diversity-, Equity‑ und Inclusion‑(DEI)‑Initiativen Gegenreaktionen ausgelöst und zu Marktanteilsverlusten beigetragen habe, deutet auf eine Marke inmitten einer Identitätskrise hin.

Auch wenn diese sozialen und operativen Reibungspunkte nur vorübergehender Störlärm sein mögen, erschweren sie es zunehmend für TGT, die diskretionären Ausgaben einkommensstarker Kundengruppen zurückzugewinnen, die das Unternehmen einst dominierte.

Das macht Target‑Aktien 2026 noch unattraktiver.

Wie Anleger Target Corp. nach den Q4‑Zahlen handeln sollten

Während der Markt auf eine rosige Jahresprognose fixiert war, konzentriert sich Barclays auf die unmittelbaren Hürden, die der Q1‑Ausblick von Target aufzeigt.

Die Prognose des Unternehmens für das erste Quartal, wonach die Gewinne „stagnieren bis leicht steigen“ könnten, blieb hinter den Erwartungen einiger Analysten zurück und deutet darauf hin, dass der im Earnings Call erwähnte „Februar‑Aufschwung“ möglicherweise nicht nachhaltig genug ist, um bis in den Frühling anzuhalten.

Zudem zeigte das digitale Segment – einst TGTs wichtigster Wachstumstreiber – während des wichtigen Weihnachtsgeschäfts Ermüdungserscheinungen.

Indem Barclays ein Kursziel weit unter dem aktuellen Kurs der TGT‑Aktie beibehält, signalisiert die Bank, dass das voraussichtliche Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (KGV) von etwa dem 15‑fachen keineswegs ein Schnäppchen ist.