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Silberpreis-Analyse: Volatilität kehrt Gewinne bei zunehmenden Spannungen um

Silberpreis-Analyse: Volatilität kehrt Gewinne bei zunehmenden Spannungen um
Crispus Nyaga
04. März 2026, 04:29 AM
  • Der Silberpreis hat die Gewinne vom Montag angesichts erhöhter Volatilität wieder verloren.
  • Der US‑Dollar hat sich aufgrund seines Status als sicherer Hafen verstärkt.
  • Anleger achten zudem auf die Zinserwartungen der Fed, da die Inflationssorgen zunehmen.

Der Silberpreis stieg am Montag auf ein Einmonatshoch, als die Finanzmärkte auf den US-Militärangriff auf den Iran reagierten. Am frühen Dienstag gab er diese Gewinne jedoch wieder ab und zog das weiße Metall auf ein Niveau zurück, das zuletzt am 20. Februar verzeichnet worden war. 

Einerseits stützen die erhöhten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten den Silberpreis weiterhin über der kurzfristigen EMA. Andererseits hat ein stärkerer US-Dollar sein Aufwärtspotenzial gedämpft. Die beobachtete Stabilität am US-Aktienmarkt hat zudem die Risikobereitschaft gegenüber der Attraktivität sicherer Häfen verbessert.

In der Folge dürfte der Silberpreis hoher Volatilität ausgesetzt sein, da Investoren weiterhin auf den Verlauf des US‑Iran‑Konflikts und den Fed-Ausblick achten. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte er bei $83.03; ein Rückgang von 6.85 %. 

Silberpreis gibt Gewinne trotz des andauernden US‑Iran‑Konflikts ab

Geopolitische Spannungen gehören zu den wichtigsten Treibern für steigende Kurse bei Edelmetallen, da Anleger vermehrt Sicherheit in diesen traditionellen Safe‑Haven‑Werten suchen. Genau diese Sorgen hatten den Silberpreis am Montag auf ein Einmonatshoch getrieben und damit die Grundlage für die dritte Woche in Folge mit Kursgewinnen gelegt. 

Da keine Anzeichen für ein Nachgeben der USA, Israels und Irans zu erkennen sind, hat die Safe‑Haven‑Attraktivität des weißen Metalls es über der entscheidenden Marke von $80 gehalten. Ein stärkerer US‑Dollar und die Stabilität am US‑Aktienmarkt haben die Gewinne jedoch begrenzt. Wie die Edelmetalle gilt auch der US‑Dollar als konventioneller sicherer Hafen. Vor diesem Hintergrund haben sich mehr Anleger in die Währung geflüchtet, was den in Dollar bewerteten Silberpreis belastete. 

Zusätzlich fiel der am Montag veröffentlichte US‑Verarbeitendes‑Gewerbe‑PMI mit 52,4 stärker als erwartet aus (Prognose: 51,8). Das markierte den zweiten Monat in Folge mit Expansion und erhöhte die Aussicht auf eine restriktivere Haltung der Federal Reserve. 

Ein Anstieg der Treasury‑Renditen gekoppelt mit der Sorge, der US‑Iran‑Konflikt könne über höhere Energiepreise die Inflation antreiben, verstärkte die Wetten darauf, dass die Fed die Zinsen längere Zeit auf einem höheren Niveau belassen könnte. Auffällig ist, dass ein Umfeld höherer Zinsen tendenziell Druck auf den Silberpreis und andere Edelmetalle ausübt.  

SLV‑ETF technische Analyse

SLV-ETF
Silberpreis-Chart | Quelle: TradingView

Der SLV‑Silber‑ETF, der die Wertentwicklung von Silberbarren abbildet, zog von dem Ende der Vorwoche erreichten Einmonatshoch zurück. Am Montag hielt er sich jedoch oberhalb der entscheidenden Marke von $80, da die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Safe‑Haven‑Attraktivität des Edelmetalls stützten.

Ein Blick auf das Tageschart deutet auf erhöhte Volatilität kurzfristig hin. Der SLV‑Kurs könnte unter die $80‑Marke zurückfallen, während die Bullen versuchen, die Unterstützung entlang der 25‑Tage‑EMA bei $77.50 zu verteidigen. Auf der Oberseite müsste der ETF den Widerstand bei $87.75 überwinden, um eine Chance auf einen Anstieg zur psychologisch wichtigen Marke von $90 zu erhalten. 

Dennoch wären verstärkte Angstbewegungen und ein schwächerer US‑Dollar nötig, um den SLV‑Kurs wieder über die seit einem Monat gültige Aufwärtstrendlinie zu heben. Umgekehrt würde ein Rückgang unter die aktuelle Unterstützung bei $77.50 voraussichtlich die untere Zone bei $75.15 aktivieren. Diese Einschätzung bleibt gültig, solange der Silberpreis oberhalb der 50‑Tage‑EMA bei $73.80 notiert.