Europa-Update: Aktien fallen, UK verschärft Tech-Regeln, Tesla tritt Energiemarkt bei

Europa-Update: Aktien fallen, UK verschärft Tech-Regeln, Tesla tritt Energiemarkt bei
Devesh Kumar
12. März 2026, 19:36 PM
  • Europäische Aktien fallen, während Öl wegen Befürchtungen im Iran-Konflikt $100 erreicht.
  • Britische Regulierer drängen Tech-Riesen, Kinderschutz- und Altersprüfungen zu verschärfen.
  • Tesla erhält Lizenz, Strom an britische Haushalte und Unternehmen zu verkaufen.

Die europäischen Märkte erlebten einen turbulenten Tag, da geopolitische Spannungen und regulatorische Durchgriffe die Anlegerstimmung erschütterten.

Die Aktien gingen auf dem Kontinent zurück, während die Ölpreise angesichts von Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt stark anstiegen.

Gleichzeitig verschärften Regierungen und Aufsichtsbehörden die Kontrolle über große Technologieunternehmen und globale Konzerne – von Kinderschutzvorschriften, die Social-Media-Giganten ins Visier nehmen, bis hin zu Steuerprüfungen und neuen Handelsuntersuchungen.

Unterdessen signalisiert Teslas Expansion in den britischen Strommarkt neue Konkurrenz im Energiesektor.

Europäische Aktien geben nach

Die europäischen Aktien schlossen am Donnerstag tiefer, wobei der pan-europäische Stoxx 600 etwa 0,7 % verlor, während Anleger den Iran-Konflikt abwogen.

Die Märkte blieben auf Energie fokussiert, nachdem die Internationale Energieagentur angekündigt hatte, 400 Millionen Barrel Öl freizusetzen, um versorgungsbedingte Störungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zu entschärfen, obwohl kein fester Zeitrahmen genannt wurde.

Trotz dieses Schritts stiegen die Ölpreise über Nacht um mehr als 8 %, wobei Brent-Öl $100 pro Barrel berührte.

Anleger verarbeiteten zudem die Ankündigung der Trump-Regierung über neue Handelsuntersuchungen gegen die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weiterer Länder.

Britische Aufsichtsbehörden kritisieren Tech-Riesen wegen Kinderschutz

Die britischen Medien- und Datenschutzaufsichtsbehörden haben große Social-Media-Plattformen angewiesen, ihre Anstrengungen zu verstärken, um Kinder von ihren Diensten fernzuhalten.

Die Regulierer warnten, die Tech-Giganten setzten grundlegende Altersgrenzen nicht durch.

Im Rahmen der jüngsten Phase des Online Safety Act forderte Ofcom Meta’s Facebook und Instagram, Roblox, Snapchat, TikTok und YouTube auf, bis zum 30. April darzulegen, wie sie Altersprüfungen verschärfen werden.

Die Regulierer wollen, dass die sozialen Netzwerke den Kontakt durch Fremde einschränken und das Testen neuer Produkte an Minderjährigen einstellen.

Das Information Commissioner's Office forderte die Unternehmen außerdem auf, „moderne, praktikable“ Altersverifikationslösungen einzusetzen, um Unter-13-Jährige zu sperren.

Tesla darf in Großbritannien Strom liefern

Tesla hat eine behördliche Genehmigung erhalten, in den britischen Einzelhandelsmarkt für Strom einzutreten und erweitert damit sein Geschäft über Elektroautos und Batterien hinaus.

Die britische Energieaufsicht Ofgem erteilte Tesla Energy Ventures eine Lizenz zur Stromversorgung, die es der Einheit erlaubt, Haushalte und Unternehmen in ganz Großbritannien mit Strom zu beliefern.

Die Lizenz beschränkt sich auf die Stromversorgung und steht neben einer separaten Erzeugungslizenz, die Tesla Motors seit 2020 hält.

Der Schritt bringt einen prominenten neuen Wettbewerber in einen bereits stark umkämpften Markt, der von British Gas, EDF, Octopus Energy und anderen dominiert wird.

Italienische Staatsanwälte fordern Prozess gegen Amazon

Die Mailänder Staatsanwälte wollen, dass die europäische Einheit von Amazon und vier Manager wegen des Verdachts, rund 1,2 Milliarden Euro ($1.38 billion) an italienischen Steuern hinterzogen zu haben, vor Gericht gestellt werden, berichtete Reuters am Donnerstag.

Der Fall richtet sich gegen mutmaßliche Mehrwertsteuerhinterziehung bei Online-Verkäufen von 2019 bis 2021, bei denen Amazons Algorithmus Nicht-EU-Verkäufern ermöglichte, ihre Identität nicht anzugeben und die Steuer nicht zu zahlen.

Die Staatsanwälte ergriffen diesen ungewöhnlichen Schritt, obwohl Amazon im Dezember eine Einigung traf und 527 Millionen Euro zuzüglich Zinsen an die italienische Steuerbehörde zahlte.

Amazon betont, alle Steuervorschriften einzuhalten, und plant eine starke Verteidigung. Das Ergebnis könnte sein Geschäftsmodell in ganz Europa ins Wanken bringen.