Samsung gibt 73 Mrd. $ für Chips im Jahr 2026 aus – wer sollte besorgt sein?

  • Samsung will über 110 Billionen Won investieren, um im KI-Speicher- und Foundry-Geschäft zu dominieren.
  • Nvidia bestätigt, dass Samsung seine Chips der nächsten KI-Generation fertigt.
  • Langfristige Verträge und Ausbau der US-Fabrik signalisieren eine strategische Neuausrichtung.

Samsung setzt ein Zeichen, das weit über routinemäßige Ausgaben hinausgeht.

Das Unternehmen teilte mit, es plane, im Jahr 2026 mehr als 110 Billionen Won bzw. etwa 73,3 Mrd. $ für Investitionsausgaben und Forschung aufzuwenden.

Diese enorme Summe unterstreicht, wie aggressiv Samsung zugleich sein KI-Speichergeschäft und seine angeschlagene Foundry-Sparte vorantreiben will.

Der Zeitpunkt ist relevant, weil Nvidia-CEO Jensen Huang bestätigte, dass Samsung Nvidias neue KI-Chips fertigt.

Hinter Samsungs Chip-Superzyklus

Samsung hat nicht alle Posten für 2026 öffentlich im Detail aufgeschlüsselt.

Doch die jüngsten Finanzangaben geben Aufschluss über Samsungs Prioritäten: Das Unternehmen gab 2025 52,7 Billionen Won für Anlagen und 37,74 Billionen Won für F&E aus.

Fast 90 % dieser Investitionsausgaben entfielen auf die Halbleitersparte Device Solutions.

Diese Zahlen erklären die Ausrichtung des Plans für 2026.

Samsung lenkt Investitionen in den Ausbau der Produktionsinfrastruktur rund um den Campus in Pyeongtaek.

Zudem sichert sich das Unternehmen zusätzliche EUV-Lithographie-Werkzeuge und baut seine Kapazitäten für fortgeschrittene Forschung aus.

Samsung kündigte im Februar an, mit der Massenproduktion von kommerziellem HBM4 begonnen zu haben, der nächsten Generation des High-Bandwidth-Memory, das in KI-Servern verwendet wird.

Co-CEO Jun Young-hyun stellt diesen Ausbau als Reaktion auf etwas dar, das über einen normalen Aufschwung hinausgeht.

Jun sagte den Aktionären, er erwarte anhaltend starke Chip-Nachfrage bis 2026, da sich die KI-Investitionen weiter beschleunigten, und beschrieb die Lage als einen seltenen Superzyklus, getrieben vom Ausbau von Rechenzentren und der Nachfrage nach Speicher.

Warum Nvidia die Lage verändert

Die Samsung-Aktie stieg um bis zu 5 %, nachdem der Nvidia-CEO erklärt hatte, Nvidias neue KI-Chips würden vom südkoreanischen Unternehmen gefertigt.

Das ist bedeutsam, weil Samsungs Foundry-Geschäft das schwächste Glied im Halbleiterbereich des Unternehmens war.

Analysten werteten Huangs Äußerungen als Hinweis darauf, dass die Sparte nach schweren Verlusten in den letzten Jahren zu einer Erholung bereitstehen könnte.

Samsung versucht außerdem, sein Speichergeschäft weniger volatil zu machen.

Laut Quellen, die auf der Hauptversammlung anwesend waren, erwägt das Unternehmen, von quartalsweisen oder jährlichen Speichervereinbarungen zu Verträgen mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren überzugehen.

Wer sollte sich Sorgen machen?

Der offensichtlichste Wettbewerber, der unter Druck steht, ist SK Hynix.

Die kommerzielle Einführung von HBM4 durch Samsung stellt eine direkte Herausforderung für SK Hynix im lukrativsten Bereich des KI-Speichermarkts dar.

Auch TSMC sollte aufmerksam sein, aber nicht in Panik geraten.

Über die Fabrik von Samsung in Taylor, Texas wird berichtet, dass sie in diesem Monat einen wichtigen EUV „first light“-Meilenstein erreicht und in der zweiten Jahreshälfte mit der Risikoproduktion beginnen könnte.

Die Fabrik verschafft Samsung eine glaubwürdigere US-Produktionsbasis, zugleich prognostiziert TSMC aufgrund der KI-Nachfrage für 2026 ein Umsatzwachstum von etwa 30 %.

Intel Foundry steht möglicherweise vor der unangenehmsten Positionierung von allen.

Branchenanalysen zeigen, dass Intel noch in den Anfängen steht, große externe Foundry-Kunden zu gewinnen, und damit zwischen der Skalengröße von TSMC und Samsungs Ausgabebereitschaft eingeengt ist.