Snap-Aktie steigt um 13 %: Aktivist drängt auf KI-Neuausrichtung und Kostensenkungen

Snap-Aktie steigt um 13 %: Aktivist drängt auf KI-Neuausrichtung und Kostensenkungen
Ananthu C U
31. März 2026, 20:39 PM
  • Snap steigt um 13 %, nachdem ein aktivistischer Investor einen strategischen Umbau fordert.
  • Irenic fordert Kostensenkungen, KI‑Fokus und mögliche Abspaltung der Sparte „Specs“.
  • Trotz Rallye weiterhin rund 44 % unter dem Stand zu Jahresbeginn.

Die Snap-Aktie schoss am Dienstag nach oben, nachdem ein aktivistischer Investor eine Beteiligung am Unternehmen offenbart und eine Reihe von Veränderungen skizziert hatte, die darauf abzielen, die Performance zu verbessern und den Aktionärswert freizusetzen.

Die Aktie stieg im Verlauf des Vormittags um 13,3 %, nachdem Irenic Capital Management eine Position in dem Social‑Media-Unternehmen aufgebaut hatte und sich für strategische sowie operative Reformen einsetzte.

Trotz der Rallye liegen Snaps Aktien bisher rund 44 % unter dem Stand zu Jahresbeginn und steuern weiterhin auf einen Monatsrückgang zu.

Aktivistenbeteiligung sorgt für deutliche Kursgewinne

Die Snap‑Inc.-Aktie kletterte, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass Irenic Capital Management eine Beteiligung übernommen und einen Brief an CEO Evan Spiegel geschickt hatte, in dem Vorschläge zur Steigerung der Unternehmensbewertung dargelegt wurden.

Irenic bestätigte später, dass es ein wirtschaftliches Interesse von etwa 2,5 % an Snaps Class‑A‑Aktien hält und davon ausgeht, dass die Aktie auf rund 26,37 US‑Dollar steigen könnte, deutlich über dem aktuellen Niveau.

In seinem Schreiben erklärte das Unternehmen, Snap könne mit Änderungen an Betrieb und Strategie erheblich mehr wert sein. „Snap sollte deutlich mehr wert sein als 7 Mrd. US‑Dollar“, schrieb Irenic‑Portfoliomanager Adam Katz und fügte hinzu, dass die Bewertung auf rund 35 Mrd. US‑Dollar steigen könnte, wenn das Unternehmen seine Empfehlungen übernimmt.

Anleger reagierten schnell und trieben die Aktie deutlich nach oben, während der Markt das Potenzial für aktivistengetriebene Veränderungen abwog.

Vorgeschlagene Kostensenkungen, KI‑Fokus und strategischer Umbau

Die Vorschläge von Irenic zielen darauf ab, die Effizienz zu verbessern, Snaps Portfolio zu optimieren und den Einsatz künstlicher Intelligenz auszuweiten.

Die Firma forderte Snap auf, Kosten durch Maßnahmen wie Entlassungen zu senken und bestimmte Projekte neu zu bewerten.

Sie schlug außerdem vor, das Geschäft mit Augmented‑Reality‑Brillen, „Specs“, auszugliedern oder einzustellen.

„Snap sollte nicht so weitermachen wie bisher. Das funktioniert nicht“, schrieb Katz in dem Brief. „Und wir sagen Ihnen nichts, was Sie nicht bereits wissen.“

Der aktivistische Investor hob zudem hervor, dass Snap die Chancen der künstlichen Intelligenz besser nutzen müsse und positionierte KI als zentralen Wachstumstreiber der Zukunft.

Snap hat in diese Richtung bereits Schritte unternommen, unter anderem eine Partnerschaft mit Perplexity AI zur Integration einer konversationalen Suchmaschine in seine Plattform.

Irenic argumentiert jedoch, dass weitere Maßnahmen nötig seien, um Wert freizusetzen.

Die Firma ermutigte das Unternehmen außerdem, zusätzliche Aktienrückkäufe zu verfolgen, aufbauend auf dem bestehenden Plan, Class‑A‑Aktien im Umfang von bis zu 500 Mio. US‑Dollar zurückzukaufen.

Reaktion des Managements und größere Herausforderungen

Als Reaktion signalisierte Snap Offenheit für Aktionärsinput, betonte jedoch gleichzeitig seine laufenden Bemühungen zur Leistungsverbesserung.

„Wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Performance zu verbessern, den Free Cash Flow zu stärken und Verwässerung auszugleichen, und werden weiterhin Maßnahmen prüfen, die langfristigen Wert für alle Aktionäre schaffen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Lynton.

Snap sieht sich weiterhin strukturellen Herausforderungen gegenüber, darunter eine starke Abhängigkeit von digitalen Werbeeinnahmen.

Das Unternehmen konkurriert mit größeren Plattformen wie Meta Platforms und TikTok, was es anfällig für Verschiebungen im Werbemarkt macht.

Gleichzeitig prüft Snap eine Diversifizierung durch Initiativen wie Augmented‑Reality‑Hardware und neue Produktangebote, doch diese Bemühungen haben das Umsatzmix bisher noch nicht wesentlich verändert.

Auch wenn die Rallye am Dienstag den Optimismus der Anleger über mögliche Veränderungen widerspiegelt, liegt die Aktie weiterhin deutlich unter den Niveaus von 2022, was das Ausmaß der bevorstehenden Turnaround‑Herausforderung unterstreicht.